Suizid und Suizidversuch bei Kindern und Jugendlichen

Zusammenfassung

  • Definition: Bewusste Selbstverletzung mit der Intention und Konsequenz des eigenen Todes (Suizid). Eine Suizidhandlung, die nicht direkt zum Tod führt, ist ein Suizidversuch.
  • Epidemiologie: Im Jahr 2014 wurden insgesamt 222 vollendete Suizide im Alter unter 20 Jahren in Deutschland dokumentiert.
  • Symptome: Kinder und Jugendliche mit selbstzerstörerischem und suizidalem Verhalten leiden in der Regel unter einer psychischen Störung, in erster Linie affektive Störungen, Verhaltensstörungen und Persönlichkeitsstörungen.
  • Diagnostik: Es werden keine weiteren Untersuchungen durchgeführt.
  • Therapie: Nach einem Suizidversuch wird das Risiko erneuter Suizidhandlungen bewertet, und der Betroffene muss möglicherweise in eine Spezialklinik eingewiesen werden.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Suizid ("suicide")
    • Gezielte und bewusste Handlung mit der Absicht oder der Inkaufnahme, das Leben zu beenden. Tödlicher Ausgang
  • Suizidversuch(" suicide attempt")
    • Bei leichteren Schweregraden überwiegt häufig der interaktive Charakter.
    • Zur Suizidalität im weiteren Sinne gehören außerdem eher passive oder vermeidende Verhaltensweisen wie Rückzug (parasuizidale Pause) oder Weglaufen.
  • Suizidale Gedanken und Affekte ("suicidal ideation"):
    • Verbale und nicht verbale Anzeichen, die direkt oder indirekt Beschäftigung mit Selbsttötungsideen anzeigen ohne Verknüpfung mit Handlungen.
    • Dies wird in oft passagerer Form bei ca. 8% der Kinder und bei mindestens 20% der Jugendlichen beschrieben.
    • Bei psychiatrisch behandelten Kindern und Jugendlichen steigen die Zahlen stark an.
    • Gezielte und konkrete Planungen erfordern bereits therapeutische Interventionen.1
  • Folgende Definitionen sind erst im Erwachsenenalter von Bedeutung:1
    • Bilanzsuizid: Kognitiv-resümierender Suizid (versus Suizid in affektiv-impulsiven Belastungs- und Versagenssituationen).
    • Suizidpakt/Doppelsuizid: wird gemeinsam von (Ehe-)Partnern in weitgehend freiwilliger Übereinkunft vereinbart
    • Erweiterter Suizid: meist mit pseudoaltruistischer Motivation der zentralen Person (z.B. nehmen Eltern in vermeintlich fürsorglicher Absicht ihre Kinder mit in den Tod)
    • Massensuizid: kollektive Selbsttötung größerer Gruppen in subjektiv oder objektiv auswegloser Situation, zuletzt vorwiegend bei radikalen Sekten.
    • Antizipatorischer Suizidversuch: Im Kindes- und Jugendalter findet man häufig den antizipatorischen Suizidversuch aus Angst vor der Zukunft und den damit verbundenen Belastungen. Aufgrund von
      Minderwertigkeitsgefühlen und Selbstunsicherheit entsteht die suizidale Überzeugung, zukünftigen Belastungen nicht gewachsen zu sein.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen