Wie häufig ist Bulimie?

Junge Frauen und Mädchen erkranken am häufigsten an Bulimie, Männer können jedoch auch betroffen sein.

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Für Patienten mit Bulimie ist es oft hilfreich zu wissen, dass viele Menschen unter dieser Krankheit leiden. Es stehen wirksame Therapiemethoden zur Verfügung.

Häufigkeit

Bulimie tritt häufiger als Anorexie (Magersucht) auf. Im Laufe ihres Lebens erkranken 1–3 von 100 Frauen im Alter von 15–35 Jahren an Bulimie. 

Die Zahl der Menschen mit Bulimie stieg in den 1960er und 1970er Jahren bis 1996 in den Industrieländern deutlich an. In den darauffolgenden Jahren ließ sich wieder ein Rückgang der Krankheitsfälle nachweisen. Es nehmen zunehmend mehr Patienten ärztliche Hilfe in Anspruch als früher; dennoch lassen sich insgesamt nur wenige der Betroffenen ärztlich behandeln. Häufig leiden die Patienten bereits 4–5 Jahre an den typischen Symptomen, bevor sie einen Arzt deswegen kontaktieren. 

Ca. 90 % der insgesamt Betroffenen jeden Alters sind weiblich. Die meisten Patienten sind Jugendliche und Erwachsene im Alter von 15 bis 35 Jahren. Die Erkrankung tritt häufig erstmals um das 19. Lebensjahr auf. Von 100.00 jugendlichen Mädchen und jungen Frauen leiden schätzungsweise etwa 30 an Bulimie, unter den jungen Männern nur 1. Jeder kann an Bulimie erkranken, die Erkrankung betrifft alle Gesellschaftsschichten. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, d.h. dass wahrscheinlich deutlich mehr Patienten an Bulimie leiden als ärztlich bekannt ist. Viele Patienten können ambulant betreut werden, für einige ist jedoch auch eine Therapie in einer Klinik erforderlich. In Deutschland wurden im Jahr 2000 rund 2700 Patienten mit Bulimie in einer Klinik behandelt, im Jahr 2016 waren es knapp 2000. 

 

Prädisponierende Faktoren

Wir wissen, dass einige Menschen ein höheres Risiko tragen an Bulimie zu erkranken, als andere. Insgesamt spielen verschiedene Faktoren eine Rolle dafür, dass eine Bulimie entsteht: familiäre Gründe, psychische und soziale Faktoren sowie wohl auch Erbanlagen.

Die wichtigsten prädisponierenden Faktoren sind:

  • Weiblich zu sein. Rund 90 % der an Bulimie Erkrankten sind, wie oben angegeben, weiblich.
  • Über ein geringes Selbstwertgefühl zu verfügen. Das Gefühl, dass man zu nichts zu gebrauchen und wertlos ist, erhöht das Risiko, an Bulimie zu erkranken.
  • Sich derart intensiv zu wünschen, perfekt zu sein, dass man sich wertlos fühlt, wenn man diesem Ideal nicht entspricht.
  • Unter anderen psychischen Störungen zu leiden: Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen und Suchtkrankheiten liegen bei Betroffenen mit Bulimie häufig ebenfalls vor.
  • Sexuell oder physisch missbraucht worden zu sein.
  • Eltern zu haben, die an einer psychischen Erkrankung leiden. Wenn beide Eltern unter Depressionen, Essstörungen oder Drogenmissbrauch leiden, tragen die Kinder ein höheres Risiko, an Bulimie zu erkranken.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Bulimia nervosa. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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