Asthma bei Sportlern

Internationale Studien zeigen, dass Spitzensportler häufiger an Asthma leiden als der Rest der Bevölkerung.

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Trachea, Bronchien, Alveolen

In den Industrieländern haben etwa 5 % der erwachsenen Bevölkerung Asthma. Der Anteil ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen. Internationale Studien zeigen, dass Spitzensportler häufiger unter Asthma, bronchialer Hyperreagibilität und Atemwegssymptomen leiden als der Rest der Bevölkerung. Die Gründe für dieses hohe Vorkommen von Asthma bei Spitzensportlern sind nach wie vor nicht genau geklärt. Ursächliche Faktoren könnten aber im Trainingsumfeld und in der Trainingsintensität der Sportler zu finden sein.

In Bezug auf Sport ist aber auch wichtig zu wissen, dass manche Menschen bei körperlicher Belastung mit Husten und Atembeschwerden reagieren; sie leiden an Anstrengungsasthma. Ist diese Diagnose gestellt, so ist es für Betroffene ist es ratsam, sich vor dem Sport gut aufzuwärmen und ggf. etwa 15 Minuten vor dem Trainingsbeginn ein bronchienerweiterndes Medikament einzunehmen (Beta-2-Mimetikum als Spray). 

Grundsätzlich ist regelmäßig körperliche Aktivität und Ausdauersport für Patienten mit Asthma zu empfehlen. Dies verbessert die Sauerstoffaufnahme, Funktion von Herz und Muskulatur; meist treten Asthmaanfälle seltener auf bzw. die Beschwerden lassen sich besser kontrollieren. Es ist sinnvoll, mit dem Arzt darüber zu sprechen, welche Sportarten er in welchem Ausmaß für den jeweiligen Patienten für geeignet hält.

Asthma bei Sportlern

Je nach Sportart leiden laut Angaben der Webseit "Mein Allergie Portal" bis zu 25 % der Leistungssportler an Asthma, bei den Nordic-Skifahrern sind es 15 %, bei den Eishockeyspielern etwa 8–12 %, Schwimmer sind zu etwa 17 % betroffen und ein Viertel der Triathleten sind Asthmatiker. Mögliche Gründe hierfür sind z. B. bei den Winter-Sportarten die kalte Luft, die die Sportler beim Training in hoher Frequenz ein- und ausatmen und dadurch ihre Atemwege ständig reizen. Beim Eissport in Hallen kommt hinzu, dass die Eisfläche häufig aufbereitet werden muss, was Maschinen übernehmen, die meist mit Diesel betrieben werden. Diese Abgase atmen die Sportler beim Training dann stundenlang ein. Schwimmer wiederum sind häufig chlorhaltigen Dämpfen ausgesetzt, wenn die Bäder noch mit Chlor desinfiziert werden, was ebenfalls reizend auf die Bronchien wirkt. Wenn sich das Chlor mit Eiweißstoffen von der Haut verbindet, entstehen weitere chemisch reizende Substanzen.

Zum Schutz der Lungen ist für Schwimmer zu empfehlen, sich vor dem Training die Haut gut abzuwaschen und möglichst in Bädern zu trainieren, die wenig oder kein Chlor enthalten. In einigen Eislaufhallen kommen mittlerweile Elektroautos zum Einsatz. Sehr lange Trainingseinheiten sollten Sportler zudem nicht in kalter Luft absovieren, sondern möglichst in Innenräumen. Besteht ein Atemwegsinfekt, sind die Bronchien zusätzlich belastet; hier sollte man eine Trainingspause einlegen.

Asthmamedikamente – verbotene Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA)?

Studien zeigen, dass Mittel gegen Asthma sehr häufig bei Spitzensportlern zum Einsatz kommen. Einige dieser Mittel stehen auf der WADA-Liste der verbotenen Substanzen bis zum Jahr 2011. Die Dopingregeln der WADA gelten auf der ganzen Welt.

Manche Beta-2-Agonisten dürfen in normalen, genau definierten Dosierungen als Spray zum Inhalieren angewandt werden (Salbutamol, Formoterol und Salmeterol). Glukokortikoide sind verboten, wenn sie in Tablettenform eingenommen oder injiziert werden. Wer dieses Medikament verwenden möchte, benötigt eine Ausnahmegenehmigung. Die Inhalation von inhalativen Glukokortikoiden zur vorbeugenden Asthmabehandlung ist allerdings erlaubt. Die Behandlung mit Leukotrienantagonisten ist laut Liste ebenfalls nicht verboten.

Sportler, die an internationalen Wettkämpfen teilnehmen, müssen sich mit den Regeln ihres internationalen Sportverbandes vertraut machen. Alle Organisationen, die sich dem World Anti-Doping Code angeschlossen haben, verpflichten sich, Regeln über die Vergabe von Ausnahmegenehmigungen aufzustellen. 

Asthmadiagnose

Eine korrekte Diagnose ist wichtig, nicht nur für den Antrag auf eine medizinische Ausnahmegenehmigung. Es ist genauso wichtig sicherzustellen, dass der Sportler die bestmögliche Behandlung bekommt. Studien zeigen, dass viele Sportler nicht ausreichend behandelt werden und so keine Spitzenergebnisse erzielen können. Im Gegensatz dazu gibt es Sportler, die gegen Asthma behandelt werden, ohne daran erkrankt zu sein. 

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Asthma. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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