Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Zusammenfassung

  • Definition: BPH bezeichnet die pathologische Vermehrung von ansonsten unauffälligen Prostatazellen; sie wird vom Begriff eines benignen Prostatasyndroms (BPS) abgegrenzt, weil sie nicht grundsätzlich bei Beschwerden vorhanden sein muss. Ein BPS kann mit einer benignen Prostatavergrößerung einhergehen, mit Symptomen des unteren Harntrakts (Lower Urinary Tract Symptoms, LUTS) sowie mit Blasenauslassobstruktionen (Bladder Outlet Obstruction, BOO). Der Begriff BPH beschreibt ausschließlich noch die histologische Diagnose. Vermutlich begünstigen altersbedingte hormonelle Veränderungen die Entstehung einer BPH.
    Es handelt sich um Symptome, die sich mit dem definierten Symptomenkomplex der überaktiven Blase (OAB = Overactive Bladder) überlappen. OAB umfasst ausschließlich die Speichersymptome: erhöhte Miktionsfrequenz tags (Pollakisurie) oder nachts (Nykturie) sowie den imperativen Harndrang mit oder ohne Dranginkontinenz
  • Häufigkeit:Eine BPH tritt bei 10 % aller Männer unter 40 Jahren und 70–80 % aller Männer über 60 Jahre auf, verursacht aber nicht zwangsläufig Symptome.
  • Symptome:Typisch sind abgeschwächter Harnstrahl und hohe Miktionsfrequenz. Diese überschneiden sich mit dem Symptomenkomplex der OAB in etwa der Hälfte der Fälle. Beschwerden, die nach epidemiologischen Untersuchungen aus dem Jahr 2005 ca. 13 % der erwachsenen Bevölkerung – Männer und Frauen gleichermaßen – betreffen und ebenfalls mit fortgeschrittenem Alter zunehmen. 
  • Befunde: Evtl. palpatorisch vergrößerte, weiche, gut abgrenzbare, symmetrische Prostata.
  • Diagnostik: Sonografische Größenbestimmung und Messung des Restharns. Evtl. urodynamische Messungen. Urinstatus und Nierenfunktionstests, evtl. PSA-Bestimmung, CT oder Zytoskopie.
  • Therapie: Symptome, die die Lebensqualität beeinträchtigen, sollten behandelt und Komplikationen sollte vorgebeugt werden. Abwartend-beobachtendes Vorgehen mit Kontrolle von Trink- und Miktionsverhalten bei Patienten ohne Operationsindikationen und mit geringem Leidensdruck. Sonst medikamentöse Mono- oder Kombinationstherapie oder ggf. operative Behandlung, in der Regel mit transurethralem Zugang.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Benigne Prostatahyperplasie1
    • Bezeichnet die histologische Veränderung, die einer benignen Prostatavergrößerung zugrunde liegt.
    • Die Vergrößerung eines Organs beruht bei der Hyperplasie auf einer Vermehrung von Zellen, anders als bei einer Hypertrophie, bei der sie auf einer Vergrößerung der Zellen beruht.
    • Kann zur Harnwegsobstruktion führen.
  • Benigne Prostataobstruktion
    • Ist ein klinischer Zustand mit Abflussbehinderung der Urethra an ihrem Durchtritt durch die Prostata.
  • Die variable Trias aus Symptomatik, Prostatavolumen und Blasenauslassobstruktion bei Männern wird heute im Deutschen als „benignes Prostatasyndrom“ (BPS) bezeichnet.2
    • Im englischsprachigen Raum wird die Erkrankung als „Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS) Suggestive of BPH“ bezeichnet, d. h. als „Symptomatik des unteren Harntrakts, die auf eine BPH hinweist“.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

Illustrationen

Quellen