Intermittierende Katheterisierung (CIC)

Allgemeine Informationen

  • Beim intermittierenden Katheterismus (IK)1 wird die Blase mehrmals am Tag in regelmäßigen Abständen mit einem Einmalkatheter, der durch die Harnröhre in die Blase eingeführt wird, entleert.
  • Sobald der Katheter die Blase erreicht, beginnt Urin abzufließen. Ist die Blase geleert, wird der Katheter entfernt und entsorgt.
    • Die Entleerungsfrequenz wird individuell angepasst. Bei vollständigem Harnverhalt liegt die Frequenz üblicherweise bei 4- bis 6-mal pro Tag, und tagsüber bei mindestens einmal alle vier Stunden. Nachts sind auch längere Intervalle vertretbar.
  • Durch entsprechende Tagesplanung lässt sich ein nächtliches Entleeren der Blase vermeiden.
  • Um ein übermäßiges Bakterienwachstum im Urin zu verhindern, sollte das in der Blase enthaltene Volumen 400 ml nicht überschreiten.
  • Definitionen:
    • Aseptischer Katheterismus:
      • Dieser erfolgt nach hygienischer Händedesinfektion und Schleimhautdesinfektion mit sterilem Einmalkatheter in Non-Touch-Technik. Wenn Gleitmittel verwendet wird, muss es steril sein. Beim Fremdkatheterismus werden zusätzlich unsterile Handschuhe verwendet, in der urologischen Funktionsdiagnostik zur Urodynamik zusätzlich steriles Schlitztuch und sterile Handschuhe. Der aseptische Katheterismus findet Anwendung bei Selbst- oder Fremdkatheterismus in der Klinik, in pflegerischen Einrichtungen oder im häuslichen Umfeld
    • Hygienischer Katheterismus
      • Dieser erfolgt nach Händereinigung, Reinigung des Meatus urethrae unter Verwendung steriler Katheter, evtl. mit sterilem Gleitmittel,  teils jedoch ohne Anwendung der Non-Touch-Technik.
      • In Ausnahmefällen kann der Hygienische Katheterismus mit leichtgradigen Abstrichen beim aseptischen Vorgehen als Selbstkatheterismus akzeptiert werden, wenn Patienten, die den aseptischen Selbstkatheterismus aufgrund funktioneller oder kognitiver Einschränkungen nicht durchführen können, ansonsten von anderen Formen des Katheterismus (Fremdkatheterismus, Dauerkatheter) abhängig wären. Die Methode kommt vor allem im häuslichen Gebrauch durch die Patienten selbst (als intermittierender Selbstkatheterismus; ISK) oder durch Pflegepersonal zum Einsatz.
    • „Sauberer Katheterismus" („clean intermittent catheterization – ClC")
      • Dieser wird in anderen Ländern verwendet, ist aber in Deutschland laut Medizinproduktegesetz (MPG) nicht möglich und sollte daher auch begrifflich abgegrenzt werden. Hierbei werden aufbereitete, aber nicht sterile Katheter und unsterile Gleitmittel verwendet. 
  • In Krankenhäusern kommt eine sterile intermittierende Katheterisierung (engl. SIC) zur Anwendung.
  • Möchten Patienten eine Katheterisierung im Krankenhaus selbst durchführen, ist das höhere Infektionsrisiko der ISK gegenüber dem sterilen Verfahren abzuwägen.
  • Aufgrund des geringeren Risikos, dass es zu Komplikationen kommt, ist der intermittierende Katheterismus (IK) einem Dauerkatheter gegenüber zu bevorzugen, wann immer dies möglich ist.
  • Indiziert ist der intermittierende Selbstkatheterismus bei variierenden Graden von Harnverhalt und Resturin. Das kann mehrere Gründe haben:
    • vergrößerte Prostata;
    • chronische Infektionen der Harnwege, die durch Resturin verursacht werden;
    • neurologische Schäden im Gehirn und/oder Rückenmark (Rückenmarksverletzung oder -ruptur);
    • Schäden an den Nerven, die aus dem Rückenmark hervorgehen (z. B. bei Diabetes oder Ischias);
    • multiple Sklerose (MS);
    • Blasenruptur als Komplikation nach überfüllter Blase;
    • Verengungen (Strikturen) der Harnröhre;
    • Inkontinenz aus unterschiedlichen Gründen, sofern die üblichen Inkontinenzmaterialien nicht verwendet werden können.

Materialien

Vorbereitungen

Besonderheiten beim Mann

Besonderheiten bei Frauen

So vermeiden Sie Komplikationen:

Mögliche Komplikationen

Anleitung zur Selbstkatheterisierung

Patienteninformationen

Illustrationen