Colitis ulcerosa, Therapie

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung des Dickdarms.

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Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung des Dickdarms. Während sich die Entzündung bei einigen Betroffenen auf den Enddarm beschränkt, ist bei anderen auch der restliche Dickdarm teilweise oder komplett betroffen. Die Entzündung betrifft überwiegend die oberen Schleimhautschichten des Darms; die Scheimhaut rötet sich, wird verletzlich und blutet leicht. Zu den typischen Symptomen zählen blutig-schleimiger Durchfall, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Die Colitis ulcerosa verläuft häufig schubweise und wechselt zwischen Phasen geringer Krankheitsaktivität und solchen mit Entzündungsschüben.

Medikamentöse Therapie

Die meisten Patienten mit milder bis mäßiger Symptomatik werden in erster Linie mit 5-ASA-Präparaten behandelt. Das älteste Medikament dieser Gruppe ist Sulfasalazin. Es kann so lange wie nötig verabreicht und auch mit anderen Medikamenten kombiniert werden. Patienten, bei denen Sulfasalazin zu Nebenwirkungen führt, können auf neuere 5-ASA-Präparate umgestellt werden. Mögliche Nebenwirkungen einer Behandlung mit 5-ASA-Präparaten sind u.a. Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall und Kopfschmerzen.

Bei schweren Krankheitsschüben, oder wenn die Behandlung mit 5-ASA-Präparaten nicht wie erhofft anschlägt, können Kortikosteroide oder Immunsuppressiva wie Azathioprin und TNF-Alpha-Inhibitoren verabreicht werden.

Kortisonpräparate dämpfen akute Schübe, sie wirken entzündungshemmend. Die Gabe kann oral (in Tablettenform), intravenös (direkt ins Blut) oder lokal (als Darmeinlauf) erfolgen, je nachdem, welcher Bereich des Darms von der Entzündung betroffen ist. Bei längerer Anwendung von Kortikosteroiden kann es zu Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Akne, Gesichtsbehaarung (bei Frauen), Bluthochdruck, Osteoporose, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und einer erhöhten Infektanfälligkeit kommen. Daher sollten regelmäßig die vorgesehenen Kontrolluntersuchungen wahrgenommen werden.

Mitunter können darüber hinaus Beruhigungs- und Schmerzmittel sowie Medikamente gegen den Durchfall erforderlich sein. Da die Colitis ulcerosa zu Vitaminmangel und Blutarmut führen kann, sind unterstützend oft Eisenpräparate und Vitamine sinnvoll.

Bei schweren Symptomen kann sich eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus als notwendig erweisen. Dies ist z. B. der Fall bei starken Blutungen oder schwerem Durchfall, bei dem die Gefahr eines zu starken Flüssigkeitsverlusts des Körpers besteht. Es werden entsprechende Behandlungsmaßnahmen ergriffen, um den Durchfall zu stoppen und den Verlust von Blut, Flüssigkeit und Mineralien auszugleichen. Spezialnahrung oder eine intravenöse Ernährung, die Gabe von Medikamenten oder sogar eine Operation können ebenfalls erforderlich sein.

Operative Therapie

Bei einigen Patienten mit Colitis ulcerosa muss der Dickdarm aufgrund von massiven Blutungen, schweren Entzündungsschüben, einer Darmperforation oder einem erhöhten Krebsrisiko früher oder später entfernt werden. Die chirurgische Entfernung des Dickdarms wird zuweilen auch dann empfohlen, wenn die medikamentöse Therapie nicht anschlägt oder die Nebenwirkungen von Kortikosteroiden und anderen Medikamenten die Gesundheit des Patienten bedrohen.

Der Eingriff kann auf verschiedene Weise erfolgen. Früher bestand er zumeist aus einer Operation in zwei Schritten: einer Proktokolektomie und einer Ileostomie. Bei der Proktokolektomie wird der Dickdarm mitsamt dem Enddarm entfernt. Bei der Ileostomie wird eine kleine Hautöffnung, ein sogenanntes Stoma, angelegt und der Dünndarm (Ileum) über die Bauchdecke des Patienten ausgeleitet. Der Nahrungsbrei passiert wie üblich den Dünndarm, der Stuhl wird über das Stoma ausgeleitet. Das Stoma ist ungefähr so groß wie eine Zwei-Euro-Münze und befindet sich häufig im Bereich des rechten Unterbauchs, etwa auf Höhe der Gürtellinie. Am Stoma wird ein Beutel befestigt, der den Stuhlgang auffängt und regelmäßig vom Patienten geleert werden muss. Die Ileostomie eignet sich vor allem für ältere Patienten, die einen solchen Eingriff wünschen oder unter einer Schließmuskelschwäche im Enddarm leiden.

Inzwischen wird allerdings in den meisten Fällen, insbesondere bei jüngeren Patienten, eine ileoanale Anastomose durchgeführt. Dabei wird das Ileum (der letzte Abschnitt des Dünndarms) mit dem Anus (der Enddarmöffnung) verbunden (anastomosiert). Die Darmentleerung ist dann auf normalem Wege über die Enddarmöffnung möglich. Ein Teil des Enddarms bleibt bei dieser Operationsvariante also erhalten. Der Chirurg entfernt bei dem Eingriff die entzündeten Bereiche des Dickdarms und die Innenseite des Enddarms (die Schleimhaut), während die äußere Muskelschicht des Enddarms (der anorektale Schließmuskel) bewahrt wird. Dann wird der letzte Abschnitt des Dünndarms, das Ileum, mit der Innenseite des Enddarms und dem Anus vernäht. Dabei wird aus dem Ileum ein als ileoanaler Pouch bezeichnetes Reservoir geformt, um einer Stuhlinkontinenz vorzubeugen und eine normale Darmentleerung zu ermöglichen. Der Stuhlgang wird in dem Reservoir gesammelt und später normal über den Anus ausgeleitet. Der Darm muss in der Regel häufiger entleert werden und der Stuhlgang ist auch dünnflüssiger als zuvor, dennoch stellt die Behandlung eine gute Alternative für Patienten dar, die keine dauerhafte Stomatherapie wünschen. Die Behandlung besteht aus zwei Operationen: Beim ersten Eingriff wird nach der Entfernung des Dickdarms ein temporäres Ileostoma angelegt, das etwa drei Monate an Ort und Stelle verbleibt. Anschließend erfolgt in einer zweiten Operation die ileoanale Anastomose.

Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es zu Komplikationen, z.B. einer Entzündung des ileoanalen Pouchs kommen (Pouchitis). Diese lässt sich normalerweise problemlos behandeln, in 5–10 % der Fälle muss allerdings eine erneute Ileostomie durchgeführt werden. Bei der Entfernung des Enddarms besteht stets ein gewisses Risiko, dass auch Nerven verletzt werden, die für die Erektion und die Kontrolle der Harnblase zuständig sind. Schwere Komplikationen der Operation sind insgesamt aber selten.

Die meisten Patienten mit Colitis ulcerosa müssen nicht operiert werden. Sollte eine Operation erforderlich sein, kann es von Vorteil sein, sich vor Augen zu halten, dass die Erkrankung danach geheilt und im Anschluss häufig ein weitgehend normales und aktives Leben möglich ist.

Weiterführende Informationen

Patientenverbände

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Medizinjournalistin, Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Colitis ulcerosa. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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