Colitis ulcerosa und Darmkrebsrisiko

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung des Dickdarms. Für die Betroffenen besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich im Laufe der Erkrankung zusätzlich Darmkrebs entwickelt.

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Was ist Colitis ulcerosa?

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung des Dickdarms. Während sich die Entzündung bei einigen Betroffenen auf den Enddarm beschränkt, ist bei anderen auch der restliche Dickdarm teilweise oder komplett betroffen. Die Entzündung betrifft überwiegend die oberen Schleimhautschichten des Darms, in denen es zur Ausbildung von Geschwüren kommt. Zu den typischen Symptomen zählen blutig-schleimiger Durchfall, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Die Colitis ulcerosa verläuft häufig schubweise und wechselt zwischen Phasen geringer Krankheitsaktivität und solchen mit Entzündungsschüben.

Besteht ein erhöhtes Krebsrisiko?

Patienten mit Colitis ulcerosa haben zwar ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs, dieses ist jedoch geringer als früher angenommen wurde.

Ist nur der Enddarm befallen, kann man davon ausgehen, dass die Betroffenen nicht häufiger als andere an Darmkrebs erkranken werden. Allerdings steigt das Krebsrisiko mit der Krankheitsdauer und dem zunehmenden Ausmaß der Entzündung im Dickdarm kontinuierlich an. Ist der gesamte Dickdarm entzündet, so erhöht sich das Risiko also etwas. Eine Langzeitbehandlung mit 5-Aminosalicylsäure (5-ASA, z. B. Sulfasalazin) kann das Krebsrisiko allerdings verringern. Dies ist wahrscheinlich auch mit ein Grund dafür, dass in neueren Untersuchungen bei weniger Patienten Darmkrebs zu finden war.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für eine Darmkrebserkrankung zusätzlich:

  • Erkrankungsdauer über 10 Jahre
  • früher Krankheitsbeginn
  • ausgedehnte Kolitis
  • familiäre Häufung von Darmkrebserkrankungen
  • Patienten mit Entzündung der Gallengänge
  • fehlende Langzeitbehandlung mit 5-ASA-Präparaten.

Patienten mit primär sklerosierender Cholangitis (Entzündung der Gallengänge) wird die Einnahme von Ursodesoxycholsäure zur Vorbeugung von Darmkrebs empfohlen.

Verlaufskontrolle

Koloskopie

Je nach Ausprägung der Krankheit sind mehr oder weniger häufige Darmspiegelungen (Koloskopie) zur Kontrolle empfehlenswert. Im Rahmen der Koloskopie und bei der histologischen Untersuchung der Gewebeproben (Biopsien) aus der Darmschleimhaut kann die Ärztin/der Arzt gezielt nach möglichen Anzeichen von Veränderungen der Zellen der Darmschleimhaut suchen. Solche frühen Zellveränderungen werden als Dysplasie bezeichnet; Patienten mit Dysplasie neigen eher dazu, dass sich eine Krebserkrankung entwickelt. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen lässt sich die Darmkrebssterblichkeit senken.

Bei allen Patienten soll unabhängig von der Krankheitsaktivität 6–8 Jahre nach Ausbruch der Erkrankung eine Darmspiegelung zur Kontrolle durchgeführt werden.

Beschränkt sich die Colitis ulcerosa auf den Enddarm, so besteht kein erhöhtes Krebsrisiko und auch kein Bedarf an häufigen Darmspiegelungen zur Früherkennung. Zur Kontrolle der Erkrankungsausdehnung kann alle 5 Jahre eine Darmspiegelung sinnvoll sein.

Kontrolluntersuchungen

Bei Patienten mit umfassendem Krankheitsbefall wird ein Plan zur Überwachung des Krankheitsverlaufs erstellt. Je nach Risiko werden weitere Kontrolluntersuchungen in unterschiedlichen Abständen durchgeführt:

  • jährlich bei hohem Risiko (ausgedehnte Kolitis, bereits aufgetretene Dysplasie, erstgradige Verwandte mit Darmkrebs vor dem 50. Lebensjahr) oder gleichzeitigem Vorliegen einer primär sklerosierenden Cholangitis
  • alle 2–3 Jahre bei mittlerem Risiko (leichte oder mäßige Entzündung, Pseudopolypen, erstgradige Verwandte mit Darmkrebs nach dem 50. Lebensjahr)
  • alle 4 Jahre, wenn keine Risikofaktoren vorliegen.

Nach einer Operation, bei der der Dickdarm entfernt wurde, werden alle 1–2 Jahre endoskopische Kontrolluntersuchungen empfohlen.

Biopsie/Dysplasie

Im Rahmen der Darmspiegelung (Koloskopie) erfolgt jeweils auch eine Biopsie. Weisen die entnommenen Gewebeproben auf eine Dysplasie hin, wird 3–6 Monate später eine erneute Untersuchung durchgeführt. Die Zeitabstände können je nach Grad der Dysplasie variieren.

Wenn sich bei mehreren aufeinander folgenden Kontrollen eine Dysplasie nachweisen lässt oder die Ergebnisse auf das Vorliegen einer höhergradigen Dysplasie hindeuten, werden vorbeugende Maßnahmen in Erwägung gezogen: In dem Fall kann die chirurgische Entfernung des Dickdarms (Kolektomie) sinnvoll sein, um die Entstehung eines bösartigen Tumors zu verhindern oder bereits vorhandene, aber noch nicht nachgewiesene Krebszellen rechtzeitig zu eliminieren.

Weitere Informationen

Patientenverbände

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Colitis ulcerosa. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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