Morbus Crohn, Operation

Der Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts. Eine Operation kann nötig werden, um einen Teil des entzündeten Darms zu entfernen oder Komplikationen der Krankheit zu behandeln. Dadurch lassen sich die Beschwerden lindern, eine Heilung der Erkrankung ist aber durch den Eingriff nicht möglich.

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Morbus Crohn

Der Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die grundsätzlich in allen Abschnitten des Dünndarms und Dickdarms zu entzündlichen Veränderungen des Gewebes führen kann. In einigen Fällen sind auch Speiseröhre und Magen betroffen. Entzündungen und in der Folge Narbengewebe können dazu beitragen, dass die Darmpassage stellenweise verengt ist, wodurch es zu starken Bauchschmerzen kommen kann. Auch Durchfall tritt häufig auf, da die entzündeten Bereiche nicht mehr voll funktionsfähig sind. Entzündungen und Risse im Bereich des Afters (Anus) sind ebenfalls üblich.

Grundsätzlich erhalten betroffene Patienten verschiedene Medikamente, die die entzündlichen Prozesse eindämmen und die Beschwerden dadurch lindern.

Durch die Veränderungen im Darm kann es jedoch zur Verengung oder sogar zum Verschluss eines Darmabschnitts kommen. Weitere Komplikationen von Morbus Crohn sind Fisteln, also neu entstandende Verbindungen zwischen z. B. dem Darm und der Haut. Zudem sind Abszesse häufig. Diese Komplikationen bedürfen häufig einer Operation.

Der Morbus Crohn geht mit teilweise ähnlichen Beschwerden einher wie eine andere Darmerkrankung, die Colitis ulcerosa. Die beiden Erkrankungen werden unter dem Oberbegriff der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zusammengefasst.

Allgemeines zur Operation

Eine Operation, bei der ein Teil des entzündeten Darms entfernt wird, kann Linderung verschaffen, eine Heilung der Erkrankung ist dadurch aber nicht möglich. Die Entzündung leider einige Zeit später bei einigen Patienten in dem Bereich wieder auf, der dem entfernten Teil des Darms am nächsten liegt. Die meisten Patienten mit Morbus Crohn müssen mindestens einmal im Leben operiert werden. Eine solche Operation kann sich z. B. dann als notwendig erweisen, wenn Symptome vorliegen, die sich durch eine medikamentöse Therapie nicht behandeln lassen.

Da die Entzündung häufig nach einer Operation wiederkehrt, müssen die Vor- und Nachteile eines chirurgischen Eingriffs stets gegenüber denen der Behandlungsalternativen abgewogen werden. Zudem besteht ein gewisses Risiko, dass infolge mehrfacher Operationen mit Entfernung großer Darmabschnitte die Fähigkeit des Darms verloren geht, die erforderliche Menge an Nährstoffen aus der Nahrung aufzunehmen (sogenanntes Kurzdarmsyndrom). Nicht immer stellt die Operation die beste Lösung dar. Es ist wichtig, dass Sie als Patient sich von Ihrem Arzt genau informieren lassen und an der Beurteilung der Situation beteiligt sind.

50–80 % aller Patienten mit Morbus Crohn müssen früher oder später operiert werden, über die Hälfte davon sogar mehr als einmal.

In manchen Fällen ist eine Operation jedoch unumgänglich und muss als Notfall erfolgen, z. B. wenn der Darm sich an einer Engstelle akut komplett verschließt (Darmverschluss) oder auch bei einer nicht kontrollierbaren Darmblutung, da diese Komplikationen lebensgefährlich sind.

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, auch bei Morbus Crohn per Laparoskopie zu operieren, also mit speziellen Endoskopen und Instrumenten und nur kleinen Öffnungen in der Bauchhaut (Schlüssellochchirurgie). Gerade wenn der Entzündungsprozess fortgeschritten ist, ist jedoch oft eine offene Operation nötig, bei der die Chirurgen einen besseren Überblick über die Bauchorgane gewinnen können.

Entfernung kürzerer Darmabschnitte

Bei der Operation wird stets versucht, so wenig wie möglich vom Darm zu entfernen, da das Risiko eines Wiederaufflammens der Entzündung bei einem kürzeren Darm höher ist als bei einem langen. Auf jeder Seite des entzündeten Darmabschnitts wird jeweils nur ca. 1 cm des gesunden Darms mit entfernt. Anschließend wird der Darm wieder zusammengenäht.

Strikturoplastik

Zu den häufigsten Komplikationen beim Morbus Crohn gehören kurze Engpässe im Darm, sogenannte Strikturen, welche die Passage des Nahrungsbreis verhindern. Um diese zu erweitern, wird ein Längsschnitt entlang der verengten Stelle gesetzt und anschließend quer vernäht. Auf diese Weise lassen sich Engpässe effektiv erweitern, ohne einen Teil des Darms entfernen zu müssen.

Hemikolektomie

Bei manchen Patienten sind hauptsächlich der Übergang vom Dünndarm in den Dickdarm und der erste Abschnitt des Dickdarms entzündlich verändert. Lässt sich diese Entzündung mit Medikamenten nicht unter Kontrolle bringen, kann diese Hälfte des Dickdarms chirurgisch entfernt werden, eine rechtsseitige Hemikolektomie. Die beiden Enden werden dann wieder vernäht. 

Kolektomie

Bei einigen Patienten mit Morbus Crohn muss der gesamte Dickdarm (Kolon) entfernt werden. Dieser Eingriff wird als Kolektomie bezeichnet. Das Ende des Dünndarms (Ileum) wird über die Bauchwand im unteren Bauchbereich ausgeleitet und dient als künstlicher Darmausgang. Dieses Verfahren wird als Ileostomie bezeichnet. Die Öffnung, über die der Darm entleert wird, nennt sich Stoma. Ein Stoma ist ungefähr so groß wie eine Zwei-Euro-Münze und befindet sich häufig im Bereich des rechten Unterbauchs, etwa auf Höhe der Gürtellinie. Am Stoma wird ein Beutel befestigt, der den Darminhalt auffängt und regelmäßig vom Patienten geleert werden muss. Die meisten Patienten können nach einer Kolektomie ein normales, aktives Leben führen. In einigen Fällen kann das Stoma wieder rückverlegt werden, indem der Dünndarm mit dem Anus vernäht wird (ileoanaler Pouch).

Andere chirurgische Eingriffe

Neben den oben genannten Verfahren, die den Darm selbst betreffen, müssen bei Morbus Crohn oft auch andere Komplikationen chirurgisch behandelt werden. Durch die entzündlichen Gewebeveränderungen im Bereich des Darms können an verschiedenen Stellen Fistelgänge entstehen, etwa zwischen dem Enddarm und der Haut nach außen. Hier drohen weitere Infektionen, daher werden solche Fisteln chirurgisch verschlossen. Es können sich zudem Abszesse bilden, also mit Eiter gefüllte Kammern, z. B. im Bereich einer Fistel, die ebenfalls meist einer Operation bedürfen. 

Prognose

Viele der Patienten mit Morbus Crohn sind über lange Phasen, in denen die Erkrankung inaktiv ist, völlig symptomfrei und fühlen sich gesund. Auch wenn sie immer wieder über einen längeren Zeitraum Medikamente einnehmen und zuweilen stationär im Krankenhaus aufgenommen werden müssen, können die meisten Menschen mit Morbus Crohn ein relativ normales Leben führen: Sie können arbeiten gehen, eine Familie gründen und wie andere am familiären und gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Weiterführende Informationen

Patientenverbände

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Morbus Crohn. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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