Chronische Leberentzündung

Eine chronische Leberentzündung ist als Entzündung der Leber (Hepatitis) definiert, die länger als sechs Monate anhält.

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Was ist eine chronische Leberentzündung?

Eine chronische Leberentzündung ist als Entzündung der Leber (Hepatitis) definiert, die länger als sechs Monate anhält. Diese Entzündung führt zu einem allmählichen Abbau der Leber und kann sich im Laufe der Zeit zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild entwickeln.

Die Ursachen für eine chronische Leberentzündung sind vielfältig. Die häufigsten Ursachen sind folgende:

  • Hepatitis B und Hepatitis C – eine frühere Infektion mit Hepatitisviren.
  • Autoimmunität – ein Krankheitsbild, bei dem das eigene Immunsystem des Körpers die Leberzellen abbaut.
  • Schädigung der Leber durch Medikamente.
  • Giftstoffe sind eine sehr seltene Ursache.
  • Ebenfalls seltene Ursachen sind entzündliche Darmerkrankungen – Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.
  • Hämochromatose – eine Erkrankung, bei der sich zu viel Eisen in der Leber ablagert.
  • Morbus Wilson – eine Erkrankung, bei der sich zu viel Kupfer in der Leber ablagert.
  • Alpha-1-Antitrypsin-Mangel – eine seltene angeborene Erkrankung.

Symptome

Die Symptome variieren stark je nach der zugrunde liegenden Ursache. Wenn die Entzündung virusbedingt ist, dann lag zu einem früheren Zeitpunkt bereits eine kürzere Infektion vor. Die Symptome können variieren, sind aber häufig unbestimmt. Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit und Gelbsucht sind die typischsten Symptome im Zusammenhang mit der akuten Infektion.

Wenn die Ursache eine Autoimmunstörung (siehe oben) ist, sind die Symptome möglicherweise noch unbestimmter. Die Symptome können von Müdigkeit über Gewichtsabnahme und Gelbsucht bis hin zu typischen und ausgeprägten Symptomen einer Leberentzündung reichen. Betroffene mit dieser Form leiden häufig bereits seit Jahren an der Erkrankung, ohne ärztliche Hilfe aufgesucht zu haben. Bei vielen Betroffenen hat sich bereits ein Leberversagen entwickelt, wenn sie Hilfe suchen. In dieser Gruppe ist der Anteil junger Frauen besonders hoch (80 %).

Diagnostik

Die Diagnose wird anhand der aktuellen Symptome und möglicher Informationen über frühere Erkrankungen gestellt. Es erfolgen außerdem eine gründliche klinische Untersuchung und eine Blutentnahme zur Analyse der Blutwerte. Die letztendliche Diagnose basiert auf einer Gewebeprobe, die mithilfe einer Biopsie aus der Leber entnommen wird.

Therapie

Die Therapie richtet sich gegen die zugrunde liegende Ursache. Bei einer Autoimmunhepatitis bedeutet das eine Therapie mit Kortison und Azathioprin. Bei infektiösen Ursachen ist das vorrangige Ziel, die Ansteckung anderer zu vermeiden. Die Erkrankung kann mit Medikamenten in Tablettenform behandelt werden, bei Hepatitis B zusätzlich mit Interferon-Injektionen. Die Behandlung muss durch Spezialisten im Krankenhaus erfolgen.

In manchen Fällen kann die Leberschädigung so schwerwiegend sein, dass eine Transplantation in Erwägung gezogen werden muss. Für Transplantationen gelten sehr strenge Vorschriften, über die Sie Ihr Arzt genauer informieren kann.

Prognose

Eine chronische Leberentzündung ist eine sehr schwere Erkrankung, die leider in manchen Fällen tödlich verlaufen kann. Betroffene tragen außerdem ein erhöhtes Risiko für Leberversagen und Leberkrebs. Daher müssen sich alle Patienten nach der Diagnose regelmäßig kontrollieren lassen.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln