Helicobacter pylori

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das den menschlichen Magen besiedeln und dadurch zu einigen Erkrankungen des Magens führen kann. Eine der häufigsten ist das Magen- oder Duodenalgeschwür, die sogenannte Ulkuskrankheit. In den meisten Fällen einer Ulkuskrankheit lässt sich eine Infektion mit H. pylori nachweisen. Die Behandlung zielt auf die Beseitigung des Bakteriums ab.

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Was ist Helicobacter pylori?

Helicobacter pylori ist eine Bakterienart, die sich in der Magenschleimhaut ansiedeln kann. Im Gegensatz zu den meisten lebenden Mikroorganismen, zu denen auch Bakterien gehören, wird H. pylori nicht durch die Magensäure abgetötet und kann daher im Magen überleben. Wenn sich das Bakterium im Magen ansiedelt, kommt es zu einer Entzündungsreaktion der Magenschleimhaut. Diese Entzündung führt aber nicht zwangsläufig zu Beschwerden und etwa 80 % der Betroffenen bleiben trotz der Infektion beschwerdefrei. Allerdings kann die Besiedlung mit H. pylori langfristig zu Oberbauchbeschwerden und anderen Folgeerkrankungen.

Eine der wichtigsten Folgen einer Infektion ist die Ulkuskrankheit, die in den meisten Fällen mit H. pylori in Verbindung steht. Durch das Bakterium werden verschiedene Schutzmechanismen der Magenschleimhaut gestört. So kann es durch die Entzündung und die Wirkung der aggressiven Magensäure zu Schäden an der Schleimhaut und letztendlich einem Magengeschwür kommen. Stress und die Einnahme bestimmter Medikamente sind Beispiele für weitere Faktoren, die die Entstehung eines Geschwürs noch begünstigen.

Die Häufigkeit einer Besiedlung mit H. pylori in Deutschland ist bei Kindern noch gering, liegt bei Erwachsenen aber bei etwa 50 %. Weltweit schwankt die Häufigkeit einer Infektion mit H. pylori sehr stark und ist in Entwicklungsländern meist höher. Die Übertragung des Bakteriums erfolgt von Mensch zu Mensch, wobei der genaue Übertragungsweg bisher unklar ist.

Symptome

In seltenen Fällen führt eine Besiedlung des Magens mit H. pylori unmittelbar zu Symptomen wie Erbrechen und Übelkeit. Langfristig kann durch die Infektion jedoch eine Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) entstehen, die sich durch Sodbrennen, Oberbauchschmerzen, Übelkeit und ein Völlegefühl äußert.

Eine Besiedlung mit H. pylori ist abseits von den direkten Beschwerden ein Risikofaktor für die Entstehung bestimmter Erkrankungen des Magens. Hier hat insbesondere die Ulkuskrankheit einen hohen Stellenwert, da man der Mehrzahl der Betroffenen mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren eine Infektion mit H. pylori nachweisen kann. Andersherum führt jedoch eine Infektion mit dem Bakterium nur selten zu Magengeschwüren, da weitere Faktoren an der Entwicklung der Erkrankung beteiligt sind.

Ein weiteres Risiko einer Infektion mit H. pylori ist die Entstehung von Magenkrebs (Magenkarzinom). Da das Magenkarzinom jedoch in Deutschland nur sehr selten auftritt, ist dieser bösartige Tumor auch trotz erhöhtem Risiko noch extrem selten. Mögliche Anzeichen für Magenkrebs können Schluckbeschwerden, ein ungewünschter Gewichtsverlust und blutiges Erbrechen oder Stuhlgang sein.

Diagnostik

Die Diagnose einer Infektion mit H. pylori wird durch den direkten oder indirekten Nachweis des Bakteriums gestellt. Jedoch werden solche Untersuchungen in der Regel nur dann durchgeführt, wenn sie eine Behandlung zur Folge hätten. Vor den Untersuchungen sollten einige Wochen keine Antibiotika oder säurehemmende Medikamente eingenommen werden.

Es stehen verschiedene Nachweismöglichkeiten zur Verfügung. Möglich sind beispielsweise ein Atemtest, der indirekt die Aktivität eines Bakterienenzyms misst oder aber der Nachweis von Bakterienbestandteilen im Stuhl. Die sicherste Methode ist jedoch eine endoskopische Untersuchung des Magens (Gastroskopie), bei der Gewebeproben entnommen werden können und H. pylori in einer mikroskopischen Untersuchung oder durch eine Bakterienkultur nachgewiesen werden kann.

Therapie

Da die Besiedlung mit H. pylori sehr häufig ist und bei den meisten Menschen keinerlei Beschwerden verursacht, ist eine Therapie nicht immer notwendig. In manchen Fällen, z. B. einem Magengeschwür ist die Beseitigung jedoch eine wichtige Voraussetzung für den Heilungserfolg.

Helicobacter pylori ist sehr widerstandsfähig, weshalb die Behandlung aus mehreren Medikamenten besteht. Grundsätzlich wird ein Medikament, das die Produktion von Magensäure hemmt, zusammen mit zwei anderen Wirkstoffen aus der Gruppe der Antibiotika eingenommen. Diese sogenannte Tripeltherapie wird für etwa 7 – 14 Tage verabreicht und führt in den meisten Fällen zur Beseitigung des Bakteriums. Falls die Behandlung nicht wirkt oder man von Resistenzen ausgeht, kann eine sogenannte Quadrupeltherapie, die Bismut als weiteren Wirkstoff enthält und sehr wirksam ist, durchgeführt werden. Als Nebenwirkungen können z. B. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Wenn die Behandlung erfolgreich war, ist die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Besiedlung mit H. pylori gering.

Weitere Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Helicobacter pylori. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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