Allergie in der Speiseröhre – eosinophile Ösophagitis

Eine allergische Reaktion in der Speiseröhre ist ein Zustand, der oft nur schwer erkennbar ist.

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Was ist eine allergische Reaktion in der Speiseröhre?

Die Erkrankung wird fachsprachlich auch eosinophile Ösophagitis genannt. Die Bezeichnung eosinophil ist hergeleitet aus dem Vorkommen von eosinophilen, weißen Blutkörperchen. Eine erhöhte Menge eosinophiler, weißer Blutkörperchen ist ein typischer Befund bei allergischen Erkrankungen. Ösophagitis bedeutet Entzündung der Speiseröhre. Die eosinophile Ösophagitis ist also eine Entzündung der Speiseröhre, die sich durch eine lokal vermehrte Anzahl eosinophiler, weißer Blutkörperchen in der Schleimhaut äußert.

Diese Erkrankung ist bei Kindern am häufigsten und erst in neuesten Untersuchungen wurde festgestellt, dass sie auch bei Erwachsenen vorkommt. Die häufigsten Symptome bei eosinophiler Ösophagitis sind Schluckbeschwerden, die bereits im Kindesalter oder in der Jugend ihren Lauf nehmen. Oft kommt und geht die Erkrankung abwechselnd.

Die Anzahl der allergischen Reaktionen in der Speiseröhre nimmt scheinbar ebenfalls zu. Die Erkrankung ist vermutlich die häufigste Ursache für Schluckbeschwerden bei Kindern und Jugendlichen. Unter den Erwachsenen kommt die Erkrankung bei Männern häufiger vor und zeigt sich oft im Alter von 20 bis 30 Jahren.

Ursache

Die Ursachen der eosinophilen Ösophagitis sind relativ unerforscht. Die meisten Studien zeigen, dass in den betroffenen Familien mehrere Allergien vorkommen. Es ist nicht geklärt, ob die eosinophile Ösophagitis eine erblich vorbelastete Erkrankung ist, die durch Umweltfaktoren ausgelöst wird. Es ist auch nicht erwiesen, ob es sich um eine allergische Reaktion in der Speiseröhre handelt.

Symptome

In einer Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass die Symptome zu 93 % Schluckbeschwerden waren, 62 % der Befragten das Gefühl hatten, dass das Essen in der Speiseröhre steckenbleibt sowie 24 % über Sodbrennen berichteten. Weitere, ungewöhnliche Symptome waren Schmerzen beim Schlucken, Brustschmerzen und Erbrechen. Eine Behandlung gegen die sogenannte Refluxkrankheit, also eine Entzündung der Speiseröhre infolge von Magensäure, ist selten hilfreich, auch wenn der Patient Symptome hat. Ungefähr die Hälfte aller Patienten haben eine Form von Allergie wie zum Beispiel Nahrungsmittelallergie, atopisches Ekzem oder Heuschnupfen.

Diagnostik

Eine Diagnose kann schwer zu stellen sein, da die Erkrankung relativ ungewöhnlich und leicht zu übersehen ist. Blutuntersuchungen zeigen bei ca. 30 % der Patienten eine vermehrte Anzahl eosinophiler, weißer Blutkörperchen und bei 55 % eine vermehrte Menge Allergieantikörper (IgE).

Die Röntgenuntersuchung der Speiseröhre kann auf Veränderungen hindeuten, aber eine korrekte Diagnose erhält man nur durch die Gastroskopie, bei der die Ärztin/der Arzt einen biegsamen Schlauch mit einer Lichtquelle und einer Videokamera durch die Speisröhre schiebt. Bei den meisten Patienten sieht man abweichende, endoskopische Befunde in Form von ringförmigen Strukturen in der Schleimhaut und in bestimmten Fällen eine Verengung der Speiseröhre. Vom oberen sowie vom unteren Teil der Speiseröhre entnimmt man in der Regel Gewebeproben (Biopsie). Die Untersuchung dieser Proben lässt meistens eine klare Aussage für die Diagnose zu.

Behandlung

Welche Behandlung die beste ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden, da umfangreiche Studien bisher noch fehlen. Die empfohlene Behandlung orientiert sich meistens an Erfahrungen oder kleinen Studien. Die häufigste Maßnahme ist es herauszufinden, welche Stoffe die Allergie auslösen und den Patienten zu raten, diese zu vermeiden. Außerdem kann man ein entzündungshemmende Behandlung vornehmen. Bei schweren Fällen von Verengung in der Speiseröhre kann eine Aufweitung mittels Gastroskopie in Erwägung gezogen werden.

Wenn sich bei Kindern oder Jugendlichen eine besondere Nahrungsmittelallergie zeigt, stellt man eine sechswöchige Spezialdiät zusammen, bei der die fraglichen Nahrungsmittel vermieden werden. Wenn sich der Zustand aufgrund dieser Maßnahme bessert und es gelingt, die auslösenden Stoffe zu identifizieren, können diese Stoffe permanent aus dem Speiseplan gestrichen werden.

Eine Kortisonbehandlung in Form von Tabletten hilft bei den meisten Patienten und eine Verbesserung tritt im Laufe von sieben bis zehn Tagen ein. Die meisten Patienten bekommen jedoch nach Abbruch der Behandlung einen chronischen Rückfall und für viele ist eine Langzeitbehandlung notwendig. Lokal angewandte Kortisonpräparate sind heute häufiger als eine Tablettenkur.

Andere Medikamente haben nur wenig Wirkung gezeigt.

Prognose

Ohne eine Behandlung lebt der Patient mit ständigen oder wiederkehrenden Symptomen. Die Langzeitprognose ist unbekannt. Es ist auch unbekannt, ob die eosinophile Ösophagitis bei Kindern bis ins Erwachsenenalter weiter besteht, was scheinbar bei manchen Patienten der Fall ist.

Weitere Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Eosinophile Ösophagitis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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