Rektoskopie

Bei der Rektoskopie handelt es sich um eine Untersuchung des Enddarms und eventuell auch des unteren Teil des Colon sigmoideums. Die Untersuchung wird normalerweise mit einem steifen, durchsichtigen Rohr mit Lichtquelle durchgeführt, so dass der Arzt Enddarm und Darmschleimhaut untersuchen kann.

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Das Rektum

Der Dickdarm
Der Dickdarm

Rektum ist die medizinische Bezeichnung für den Enddarm. Dies ist der unterste Teil des Dickdarms (Colon, s. Zeichnung). Der Dickdarm beginnt im unteren rechten Teil der Bauchhöhle (Zökum), zieht sich auf der rechten Seite hinauf bis zur Leber (aufsteigender Teil), ändert dann die Richtung und verläuft quer durch die Bauchhöhle (querverlaufender Teil). Auf der linken Seite macht der Dickdarm einen erneuten Knick unterhalb der Milz, bevor er dann abwärts führt (absteigender Teil), wo er einen leicht verschlungenen Verlauf hat (Sigmoideum) und schließlich im Enddarm (Rektum) aufhört.

Rektoskopie - was ist das?

Bei der Rektoskopie handelt es sich um eine Untersuchung des Enddarms und eventuell auch des unteren Teil des Colon sigmoideums. Die Untersuchung wird normalerweise mit einem steifen, durchsichtigen Rohr mit Lichtquelle durchgeführt, so dass der Arzt Enddarm und Darmschleimhaut untersuchen kann. Mitunter benutzt der Arzt eine Zange mit einer Art langem Schnabel, an dem ein Tupfer befestigt werden kann, um damit eventuell austretenden Stuhl oder Schleim aufzunehmen und zu verhindern, dass diese ins Rektoskop dringen. Manchmal werden auch vom Arzt mit Hilfe einer Art Kneifzange (Biopsiezange) kleine Stücke der Schleimhaut (Biopsien) entfernt, die später unter dem Mikroskop auf Veränderungen in der Schleimhaut untersucht werden.

Warum wird eine Rektoskopie durchgeführt?

Eine Rektoskopie wird durchgeführt, um den unteren Teil des Dickdarms gründlich zu untersuchen. Dieser Teil des Darms ist auf dem Röntgenbild nur schlecht abgebildet. Eine Alternative kann eine Koloskopie sein, dabei handelt es sich um eine weitaus umfangreichere und kompliziertere Untersuchung.

Die Rektoskopie wird eingesetzt, um der Ursache von Störungen im Stuhlgang, unklaren Bauchbeschwerden und Darmblutungen auf den Grund zu gehen. Da Dickdarmkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen ist und viele der Krebsgeschwulste im unteren Teil des Dickdarms angesiedelt sind, ist die Rektoskopie eine wichtige Maßnahme, um frühzeitig Krebsgeschwulste zu entdecken. Auch entzündliche Erkrankungen im Dickdarm können durch die Rektoskopie nachgewiesen werden. Bei Blutungen, als deren Ursache Hämorrhoiden angenommen werden, wird ebenfalls eine Rektoskopie empfohlen, um eine Geschwulst als Blutungsursache auszuschließen.

Vorbereitungen

Eine Rektoskopie ist normalerweise keine schmerzhafte Untersuchung. Einigen Patienten ist es aber unangenehm, sich unten herum unbekleidet zu zeigen und durch den Enddarm untersucht zu werden, manche stört auch die Vorstellung unangenehmer Gerüche. Für den Arzt jedoch ist dies eine normale Untersuchung, die häufig durchgeführt wird.

Das beste Ergebnis erzielt man, wenn der Darm vor der Untersuchung gut geleert ist. Daher soll der Patient normalerweise 1-2 Stunden vorher ein Miniklistier (Spüllösung zur Darmentleerung) benutzen. Manche Ärzte empfehlen außerdem die Einnahme von Abführmitteln am Abend vor der Untersuchung.

Fasten ist nicht notwendig.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung kann in verschiedenen Positionen durchgeführt werden. Meist nimmt der Patient mit gespreizten Beinen auf einem gynäkologischem Untersuchungsstuhl Platz. Mitunter nimmt man eine Art Knie-Ellenbogen-Lage ein. Manchmal ist auch eine Untersuchung in Linksseitenlage zweckmäßig.

Der Arzt schmiert das Rektoskop gründlich mit einem Gleitmittel ein. Bei einem leichten Druck auf die Enddarmöffnung gleitet das Rektoskop normalerweise problemlos in den Enddarm hinein. Ist es eingeführt, wird ein Stab entfernt, der zunächst das Rektoskop von innen ausgefüllt hat, um das Einführen zu erleichtern. Das Rektoskop wird an der Seite, an der der Arzt hineinsieht, geschlossen, und der Arzt kann durch ein kleines Fenster schauen. Dann wird das Rektoskop, während der Arzt hindurch schaut, weiter in den Enddarm und eventuell in den unteren Teil des Colon Sigmoideums geschoben. Dazu wird durch einen am Rektoskop befestigten Ballon Luft in den Darm geblasen. Dadurch erweitert sich der Darm etwas, und das Einführen des Rektoskopes wird erleichtert.

Mitunter wird auf diese Weise das Rektoskop ca. 25 cm tief in den Dickdarm eingeführt. Meist kommt man jedoch nicht weiter als ca. 15 cm, da der Darm an dieser Stelle einen Knick aufweist, der ein weiteres Einführen erschwert.

Beim Herausziehen untersucht der Arzt die Schleimhaut gründlich, oft mit leicht kreisenden Bewegungen, um sicherzugehen, dass alle Stellen untersucht wurden. Häufig wird auch Luft hineingeblasen, um besser sehen zu können. Das kann zu einem etwas unangenehmen Spannungsgefühl führen. Entdeckt der Arzt Veränderungen im Gewebe, werden mit der Biopsiezange Gewebeproben entnommen.

Die ganze Untersuchung dauert normalerweise ca. 5 Minuten.

Komplikationen

Zu Komplikationen kommt es sehr selten. Bei der Entnahme von Gewebeproben kann es aber leicht bluten. Sollte es im Nachhinein zu starken Blutungen kommen, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren oder ein Krankenhaus aufsuchen. Äußerst selten kann es im Zusammenhang mit der Untersuchung zu einem Loch in der Darmwand kommen, vor allem bei entzündlichen Darmveränderungen.

Weiterführende Informationen

  • Koloskopie
  • Rektoskopie – für ärztliches Personal

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln