Akute Bauchschmerzen (akutes Abdomen)

Ein akutes Abdomen geht in der Regel mit starken Schmerzen einher. Häufig kommt es zu weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung (Obstipation). Eine rasche ärztliche Untersuchung ist zu empfehlen bzw. notwendig.

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Fakten

  • Der Begriff „akutes Abdomen" umfasst verschiedene Krankheiten, bei denen aus zunächst unbekannter Ursache einmalig oder wiederholt plötzliche, starke Bauchschmerzen im Vordergrund stehen.
  • Häufig kommt es zu weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung (Obstipation).
  • Bauchschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben.
  • Ein akutes Abdomen geht in der Regel mit sehr starken Schmerzen einher, die einer ärztlichen Untersuchung bedürfen.

Was ist ein akutes Abdomen?

  • Bei der Erkrankung handelt es sich um einmalig oder wiederholt auftretende, plötzlich einsetzende starke Bauchschmerzen.
  • Häufig treten weitere Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfall (Diarrhö) oder Verstopfung (Obstipation) und manchmal auch allgemeine Symptome auf, z. B. Erschöpfung oder Fieber.
  • Mögliche Ursachen liegen in den Organen im Abdomen (Bauch) selbst, z.B. Magengeschwür, Darmverschluss, Gallensteine oder auch eine Verletzung der Bauchschlagader; die Schmerzen können aber auch aus anderen Organen in den Bauch einstrahlen (z.B. Herzinfarkt). 
  • Siehe auch Unterleibsschmerzen bei Frauen und Akute Bauchschmerzen bei Kindern.

Häufigkeit

  • Ungefähr 7–10 % aller Arztbesuche in Notaufnahmen erfolgen wegen akuter starker Bauchschmerzen.
  • 0,6 % davon erhalten die Diagnose akutes Abdomen; bei den übrigen handelt es sich um unspezifische Bauchschmerzen.

Beurteilung eines akuten Abdomens

  • Ob es sich um ein akutes Abdomen handelt, lässt sich vor einer genauen Untersuchung im Krankenhaus manchmal nicht feststellen. Daher werden häufig Patienten vorsichtshalber auf Verdacht eingewiesen, die dann aber doch kein akutes Abdomen aufweisen.
  • In vielen Fällen verschwinden akute Bauchschmerzen von selbst wieder.
  • Für den Arzt ist es daher wichtig zu erkennen, ob
    • es sich um eine Erkrankung handelt, die im Krankenhaus überwacht werden muss (z. B. ein Darmverschluss).
    • eine Krankheit vorliegt, die zuhause überwacht und behandelt werden kann.
    • eine harmlose Erkrankung besteht, die von selbst ausheilt.
  • Besondere Sorgfalt ist geboten, wenn es um ältere Patienten mit Bauchschmerzen geht: Diese spüren manchmal aufgrund anderer Krankheiten oder der Einnahme von Schmerzmitteln einen eigentlich starken Schmerz nur schwach, haben häufig weitere Krankheiten, manchmal kein Fieber trotz Vorliegen eine Infektion u. a. Diese Faktoren können den Schweregrad akuter Bauchschmerzen „verschleiern", daher sollte man hier als Betroffener oder auch Angehöriger besonders vorsichtig sein, um nichts zu übersehen.

Was kann die Ursache sein?

Zu häufigen Ursachen, die eine Behandlung notwendig machen, zählen:

  • Harnwegsinfektionen
  • Fehlgeburt
    • häufig in der 6.–12. Schwangerschaftswoche
    • Beginnt zunächst wie ein starker Menstruationsschmerz (drohender Abort), dann setzt allmähliche die Blutung ein, die sich verstärkt und koaguliertes Blut enthält.
  • Gerissene Eierstockzyste
    • Kleine Zysten an den Eierstöcken können reißen.
    • Dies kann akute, aber oft mäßige Schmerzen verursachen. Der Schmerz ebbt allmählich von selbst ab
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
    • am häufigsten im Alter von 10–30 Jahren
    • Es handelt sich um eine Erkrankung, die sich über mehrere Stunden bzw. 1–2 Tage entwickeln kann. Die diffusen Schmerzen beginnen häufig oben im Bauch (oberes Abdomen) und verlagern sich dann auf die untere rechte Bauchseite. Leichtes bis mäßiges Fieber ist möglich. Bewegung und körperliche Aktivität rufen meist stärkeren Schmerz hervor.
  • Gallensteine (Cholelithiasis)
    • Tritt in allen Altersstufen auf, 3-mal häufiger bei Frauen als bei Männern.
    • Es treten Episoden mit stundenlangen Schmerzen auf, die von mehreren Minuten anhaltenden starken krampfartigen Schmerzen begleitet werden. Die Schmerzen sind in der Regel rechts unter den Rippen lokalisiert und strahlen in den Rücken oder die rechte Schulter aus.
    • Außer den Schmeranfällen kommen wenige oder gar keine anderen Symptome vor.
  • Nierensteine (Nephrolithiasis)
    • Nierensteine sind am häufigsten in der Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen anzutreffen. Männer sind mit 80 % am häufigsten betroffen.
    • Intensive Schmerzattacken, die in Rücken/Leistenbereich/Hodensack/Schamlippen ausstrahlen, häufiger Harndrang, evtl. Blut im Urin.
    • Meist sind die Betroffenen sehr unruhig/ständig in Bewegung.
    • Die Schmerzen können plötzlich auftreten und ebenso schnell verschwinden, wenn der Stein sich aus einer engen Stelle im Bereich der Niere hinaus weiterbewegt hat.
  • Entzündung der Ausstülpungen des Dickdarms (Divertikulitis)
    • Diese Erkrankung kommt häufig bei älteren Menschen mit bekannter Divertikulose (Dickdarmausstülpungen) vor; manche waren zuvor vom Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) oder von einer Verstopfung (Obstipation) betroffen.
    • Die Darmdivertikel (Darmausstülpungen) sind normalerweise symptomfrei. Sie können jedoch Stuhlveränderungen und Blähungen auslösen.
    • Bei einer Entzündung dieser Ausstülpungen (Divertikulitis) kommt es häufig zu Schmerzen auf der linken Bauchseite sowie Fieber.
  • Verstopfung
    • Kommt häufig bei Frauen und älteren Menschen vor.
    • Oftmals handelt es sich um einen chronischen Zustand, der jedoch ebenfalls zu einem akuten Abdomen führen kann.
  • Magengeschwür (Ulcus pepticum)
    • Am häufigsten bei Menschen über 45 Jahren anzutreffen und bei Personen, die bereits zuvor an Magengeschwüren oder Oberbauchbeschwerden gelitten haben
    • Zu den typischen Symptomen zählen Phasen mit Oberbauchbeschwerden, die bei Nahrungsaufnahme oder mithilfe von Antazida gelindert werden. Nächtliche Schmerzen, eher bei Rauchern.
    • Es kann zu Komplikationen mit blutenden Geschwüren und Magendurchbruch (Magenperforation) kommen. Häufig sind ältere Menschen betroffen, die über längere Zeit Salicylate oder NSA (nichtsteroidale Antiphlogistika, z.B. Ibuprofen) eingenommen haben.
  • Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis)
    • Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung tritt am häufigsten bei Menschen mit Alkoholmissbrauch (Alkoholabusus) oder Gallensteinen auf.
    • Dabei kommt es zu Schmerzen in der Magenmitte, die in den Rücken und eventuell in die linke Schulter ausstrahlen können. Eine nach vorn gebeugte Haltung kann Linderung bringen.
  • Eingeklemmte Hernie (Hernia incarcerata)
    • Im Leistenbereich oder auch im Bereich des Nabels kommt es zu einer Schwellung/einem Bruch, die bzw. der sich nicht wieder in den Bauch zurückdrücken lässt.
    • Die eingeklemmten Darmanteile verursachen (starke) Schmerzen; manchmal ist eine Notoperation nötig.
  • Darmverschluss (Ileus)
    • Darmverschlüsse kommen z. B. bei Menschen vor, die zuvor an einem Bauchorgan operiert wurden oder an einem Tumor im Bauchraum leiden.
    • Charakteristisch sind wiederkehrende Schmerzattacken, Erbrechen und/oder ein langsam anschwellender Bauch sowie fehlender Stuhlgang oder gar fehlende Blähungen.
    • bei einem Dünndarmverschluss setzen die Schmerzen meist akut ein, bei einem Dickdarmverschluss verstärken sie sich eher allmählich.
    • Je nach Schweregrad kann ein Darmverschluss auch eine sofortige Operation erfordern.
  • Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (extrauterine Schwangerschaft)
    • Entsprechende Symptome können zwischen der 6. und 8. Schwangerschaftswoche auftreten. Meist tritt sie bei Frauen auf, die bereits zuvor Infektionen der Beckenorgane oder ektope (extrauterine) Schwangerschaften hatten oder die am Unterleib operiert wurden.
    • Zu typischen Symptomen zählen Schmerzen, ausbleibende Menstruation und spärliche Blutungen durch die Scheide. Der Schmerz kann sich plötzlich verschlimmern.
  • Eileiterentzündung (Salpingitis)
    • Diese Erkrankung ist bei sexuell aktiven jungen Frauen häufig.
    • Oftmals ist sie schleichend, mit Schmerzen oder Druckempfindlichkeit im unteren Bauchbereich, vermehrtem Ausfluss, Blutungsstörungen und Fieber einhergehend.
  • Pneumothorax oder Lungenfellentzündung
    • Ist das Lungengewebe verletzt und zusammengefallen (Pneumothorax) oder das Lungenfell entzündet (Pleuritis), können die Schmerzen so stark sein, dass sie als Bauchschmerz wahrgenommen werden.

Ursachen, die oft keine spezielle Therapie erfordern

Bei folgenden Krankheiten ist in der Regel keine spezielle Therapie nötig, sondern eher allgemein unterstützende Maßnahmen.

  • Akute Magen-Darm-Infektion
    • Hierbei handelt es sich um die häufigste Ursache für akuten Durchfall, vor allem bei Kindern. Die Erkrankung tritt häufig im Winter im Zuge einer Epidemie auf.
    • Es befindet sich kein Blut, Eiter oder Schleim im Stuhl. In der Regel kein Fieber. Es kann zu Magenschmerzen kommen.
  • Reizdarm
    • Die Erkrankung tritt häufig bei Kindern und Jugendlichen auf.
    • Es treten wiederkehrende Probleme in Form von wechselndem Stuhlverhaltens, Unterbauchzwicken und Blähungen auf. Nach Stuhl- und Gasentleerung kommt es im Normalfall zu einer Linderung der Beschwerden.
    • Es kann jedoch keine spezifische Veränderung am Darm festgestellt werden.
    • Die Betroffenen leiden oft auch an anderen Symptomen, für die sich keine klare Ursache finden lässt.
    • Häufig bestehen psychische Probleme und/oder Stress.
  • Lymphknotenschwellung im Bauchbereich (Lymphadenitis mesenterialis)
    • Bei Kindern und jungen Erwachsenen; die Ursache liegt in entzündeten, geschwollenen und schmerzempfindlichen Lymphknoten im Bauchbereich.
    • Ähnliche Symptome wie bei einer Blinddarmentzündung (daher auch Pseudoappendizitis genannt). Häufig tritt gleichzeitig eine Infektion der oberen Atemwege auf.
    • In einigen Fällen ist die Erkrankung nicht ohne Operation diagnostizierbar.

Seltene Ursachen, die eine sofortige Behandlung erfordern

  • Aussackung der Aorta (Aortenaneurysma)
    • Vorwiegend bei älteren Menschen mit bekannter Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
    • Bei einer Verletzung/Riss der erweiterten Aorta kommt es zu einem plötzlichen sehr starken Schmerz, der in den Rücken ausstrahlt; es ist eine sofortige Notfalloperation nötig. Das Risiko zu versterben ist sehr hoch.
  • Blutgerinnsel in einer Baucharterie (Mesenterialischämie)
    • Bei älteren Menschen ist einer verminderte Durchblutung von Bauchorganen z.B. aufgrund eines Blutgerinnsels in einer Arterie häufiger als bei jüngeren Patienten.
    • Ein plötzlicher und intensiver Schmerz im Bauch ist typisch. In einigen Fällen kann es infolgedessen zu Blutungen aus dem Darm kommen.
  • Darmverschlingung bei Säuglingen und Kleinkindern (Darminvagination, Intussuszeption)
    • Kann bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von 4 Jahren auftreten.
    • Intensives Schreiverhalten in Wellen, lang anhaltender und intensiver als bei den bekannten Säuglingskoliken. Das Kind weist einen auffallend empfindlichen Bauchbereich auf.
  • Herzattacke (Herzinfarkt)
    • häufig bei Menschen mittleren Alters oder älteren Menschen
    • Länger als 30 Minuten anhaltende Schmerzen hinter dem Brustbein (Sternum), die sich durch die Gabe von Nitroglycerin nicht lindern lassen. Der Zustand kann in bestimmten Fällen auch zu Bauchschmerzen führen (manchmal klagen die Betroffenen nur über Bauchschmerzen).

Abgesehen von den genannten Krankheiten, können akute Bauchschmerzen auch als Begleitsymptom bei vielen Krankheiten auftreten, die den Brustraum betreffen (z. B. Rippenfraktur, Lungenentzündung), bei manchen Vergiftungen, Verletzungen der Wirbelsäule, des Beckens und Bauchorgane (etwa durch einen Umfall) oder auch manchen Stoffwechselkrankheiten oder Erbkrankheiten wie Sichelzellanämie.

Was können Sie selbst tun?

  • Akute Bauchschmerzen (akutes Abdomen) erfordern in der Regel eine ärztliche Untersuchung. Sie selbst können nur wenig tun.
  • Bei einem Schmerz aufgrund einer bekannten Diagnose sollten Sie die zuvor erteilten Ratschläge befolgen.
  • Bei leichten Bauchschmerzen können Sie erst einmal abwarten und die Entwicklung des Zustands weiter beobachten, bevor Sie zum Arzt gehen. Sind Sie unsicher, dann suchen Sie lieber gleich einen Arzt auf.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

  • In den meisten Fällen eines akuten Abdomens ist es sinnvoll und wichtig, einen Notarzt zu rufen.
  • Warnsymptome sind:
    • ungewöhnlich lange kein Abgang von Stuhl oder Blähungen mehr
    • Blut im Stuhl, blutiges Erbrechen oder unaufhörliches Erbrechen
    • plötzlicher Schmerzbeginn und rasche Zunahme der Schmerzen; sehr angespannte Bauchdecken
    • Ohnmachtsanfall/Kreislaufschwierigkeiten
    • bestehende Schwangerschaft

Wie geht der Arzt vor?

Anamnese

Der Arzt kann Ihnen folgende Fragen stellen:

  • Seit wann verspüren Sie die Schmerzen?
  • Entwickelten sich die Schmerzen ziemlich schnell oder haben sie sich im Laufe der Zeit intensiviert?
  • Wie hat sich der Zustand entwickelt?
  • Haben Sie Fieber?
  • Weisen Sie zusätzlich noch andere Symptome auf?
    • Übelkeit?
    • Erbrechen?
    • Diarrhö?
    • Haben Sie Probleme beim Urinieren?
    • Haben Sie Schmerzen im Unterleib? Wann war die letzte Menstruation?
  • Hatten Sie in den letzten 24 Stunden Stuhlgang und Blähungen? In den letzten Stunden?
  • Leiden Sie an anderen bekannten Erkrankungen?
    • Wissen Sie, ob Sie von Arteriosklerose betroffen sind?
  • Wurden Sie schon einmal am Bauch operiert?
  • Schmerzangaben
    • Wo genau tut es weh?
    • Strahlen die Schmerzen aus? Wo?
    • Können Sie die Schmerzen beschreiben? Sind die Schmerzen gleichmäßig? Liegen wechselnde Schmerzzustände vor?
    • Können Sie sich bewegen oder fühlen Sie sich besser, wenn Sie ruhen?
    • Verringert sich der Schmerz beim Sitzen?
    • Haben Sie so starke Schmerzen, dass Sie sich nicht entspannen können?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
    • Welche?
    • Haben Sie in den letzten Tagen Medikamente eingenommen?
  • Haben Sie psychosoziale Probleme, leiden Sie an Stress, Nervosität?

Ärztliche Untersuchung

  • Der Arzt wird Sie gründlich untersuchen, insbesondere im Bauchbereich: Ihr Bauch (Abdomen) wird dabei angesehen, abgehorcht und genau abgetastet.
  • Typisch ist eine Abwehrspannung: sobald der Arzt vorsichtig Ihren Bauch abtasten möchte, spannt sich die Muskulatur Ihrer Bauchdecke deutlich an.
  • Bei Bedarf wird eine ärztliche Enddarmuntersuchung oder evtl. eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt.
  • Falls möglich, wird der Arzt wahrscheinlich ein EKG und eine Ultraschalluntersuchung vornehmen.
  • Bei einem undramatischem Krankheitsverlauf ist es mitunter ärztlicherseits schwer zu entscheiden, ob es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt oder nicht. In solchen Fällen erhalten Sie einen Termin für eine Nachuntersuchung. Sollte sich der Zustand nicht verbessert oder sogar verschlechtert haben, ist ärztlicher Kontakt aufzunehmen.

Andere Untersuchungen

  • Dies richtet sich nach den jeweiligen Umständen. Ein Notarzt kann Urin- und evtl. Bluttests durchführen.
  • Weitere Blutuntersuchungen können in einer Arztpraxis durchgeführt werden.
  • Im Krankenhaus sind vielfältige Untersuchungen möglich (Sonografie, Röntgen etc.).
  • Nach einer Schmerzepisode kann es notwendig sein, die Ursache der Bauchschmerzen mittels Blutuntersuchung und bildgebender Verfahren (möglicherweise auch einer Magen- oder Darmspiegelung) zu diagnostizieren.

Überweisung an einen Spezialisten oder ein Krankenhaus

  • Hat der Arzt den Verdacht, dass eine akute Erkrankung vorliegt, die einen Krankenhausaufenthalt erfordert, werden Sie sofort ins Krankenhaus eingewiesen und behandelt.
  • Dort werden u.a. verschiedene bildgebende Untersuchungen durchgeführt (Ultraschall, Röntgen, CT etc), um zu erkennen, ob ggf. eine Operation nötig ist. Ansonsten wird der Patient unterstützend behandelt, um die Schmerzen zu lindern.
  • Lässt sich eine Ursache finden, wird diese gezielt behandelt.
  • Sobald die akuten Symptome vorüber sind, kann die Therapie einer evtl. zugrunde liegenden Krankheit oft durch den Hausarzt fortgeführt werden.

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Akutes Abdomen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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