Vollkornbrot ist eine gute Quelle für Ballaststoffe.

Verstopfung und Ernährung

Eine geringe Zufuhr von ballaststoffreichen Nahrungsmitteln und Flüssigkeit sowie zu wenig körperliche Aktivität sind häufige Ursachen für Verstopfung.

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Was sind die Ursachen für Verstopfung?

Hafergrütze

Häufige Ursachen für Verstopfung sind eine geringe Zufuhr von ballaststoffreichen Nahrungsmitteln und Flüssigkeit, zu wenig körperliche Aktivität oder unregelmäßiger Stuhlgang. Ältere Menschen und Kleinkinder sind häufig davon betroffen. Gelegentlich können Erkrankungen die Ursache von Verstopfung (Obstipation) sein.

Was hilft gegen Verstopfung?

Ballaststoffe

Ballaststoffe binden Flüssigkeit und sorgen dafür, dass der Darminhalt weicher wird und an Volumen zunimmt. Dadurch wird die Passagedauer der Nahrung durch Dick- und Dünndarm verkürzt. Verschiedene Arten von Ballaststoffen haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Darmfunktion. Besonders günstig bei Verstopfung sind Zellulose und Hemizellulose aus Getreide. Der größte Teil dieser beiden Substanzen passiert den Dickdarm unverändert und wird mit dem Stuhl ausgeschieden.

Bei leichter bis mäßiger chronischer Verstopfung kann sich eine ballaststoffreiche Ernährung positiv auswirken. Allerdings sind die wissenschaftlichen Belege für diese Empfehlung derzeit noch begrenzt. Weitere Studien sind notwendig, um die langfristige Wirkung von ballaststoffreicher Ernährung sicher einschätzen zu können.

Flohsamenschalen oder Weizenkleie sind Ballaststoffe im Sinne einer Nahrungsergänzung. Sie sind indiziert, wenn die Optimierung von Ernährung, Trinkmenge, körperlicher Aktivität und Stuhlganggewohnheiten nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die Wirkung solcher Zusätze kann mit der Zeit nachlassen. Bei einigen Patienten verstärken sie die Beschwerden.

Unwohlsein infolge von Ballaststoffen?

Nach einer vermehrten Zufuhr von Ballaststoffen kann es vorübergehend zu Blähungen und Unwohlsein kommen. Die Zufuhr von Ballaststoffen sollte aus diesem Grund allmählich gesteigert werden. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird (1,5–2 Liter). Eine darüberhinausgehende Flüssigkeitszufuhr hat keine therapeutischen Effekte mehr. Kleie kann die Resorption von Kalzium, Eisen und anderen Spurenelementen hemmen. Dies ist besonders bei älteren Menschen und Kindern zu beachten, da Mangelerscheinungen auftreten können.

Gesunde Alltagskost

Brot, Getreideprodukte, Körner und Mehl mit einem hohen Vollkornanteil (mindestens 50 %) sind empfehlenswert. Kartoffeln, Gemüse und Früchte haben ebenfalls einen günstigen Einfluss auf die Darmfunktion. Sauermilch und Joghurt sind normaler Milch vorzuziehen. Aus Milch und Weißmehl gekochte Gerichte können Verstopfung begünstigen.

Zwetschgen und getrocknete Pflaumen können bei Patienten mit chronischer Verstopfung genauso wirkungsvoll sein wie Abführmittel und Flohsamenschalen. Sechs Zwetschgen jeweils zweimal täglich sorgen für einen weicheren Stuhl und weniger Verstopfungsbeschwerden.

Siehe auch Ratschläge für eine ausgewogene Ernährung.

Was können Sie selbst tun?

Neben der richtigen Ernährung sind regelmäßige Mahlzeiten und Stuhlganggewohnheiten sowie körperliche Aktivität entsprechend den individuellen Möglichkeiten von großer Bedeutung. Die Anwendung von Abführmitteln sollte soweit möglich vermieden werden.

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Autoren

  • Hannah Brand, Cand. med., Berlin