Was sind die Symptome bei Zöliakie?

Typische Symptome bei Zöliakie (Glutenintoleranz) sind häufiger Stuhlgang mit weichem Stuhl, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Schwäche. Viele Menschen sind jahrelang krank, bevor die richtige Diagnose gestellt wird.

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Welche Beschwerden kann Zöliakie hervorrufen?

Zöliakie kann sich auf viele verschiedene Arten äußern. Typische Symptome sind häufiger Stuhlgang mit weichem Stuhl. Der Stuhl ist oft reichlich, grauweiß und unangenehm riechend. Bauchschmerzen, Blähungen, Gewichtsverlust und Schwäche sind weitere Symptome. In manchen Fällen können sich die Verdauungsprobleme als Verstopfung äußern. Kinder mit Zöliakie haben oftmals ein verzögertes Wachstum, eine spät einsetzende Pubertät und wirken unter Umständen emotional oft gereizt. Möglich sind auch langwierige Gelenkbeschwerden, neurologische Symptome oder ungeklärter Eisen-, Folsäure- und Vitaminmangel. Es können auch mitunter undefinierbare, leichte oder gar keine Symptome auftreten. Erwachsene haben oft viele Jahre lang verschiedene Beschwerden, bevor die Diagnose gestellt wird.

Durchfall (Diarrhö) kann einerseits auch durch andere Erkrankungen, akute Infektionen, insbesondere gastrointestinale Infektionen oder durch chronische Entzündungen des Dickdarms verursacht werden. Andererseits haben viele Patienten mit Zöliakie nie Probleme mit Durchfall oder anderen Darmbeschwerden gehabt. Aufgrund solcher unklaren Verläufe wird die Diagnose Zöliakie bei vielen Betroffenen erst sehr spät gestellt (oft erst Jahre nach Auftreten der ersten Beschwerden).

Zöliakie ist eine Autoimmunkrankheit, die durch den Kontakt mit Gluten (einem Getreideprotein) ausgelöst wird. Im Rahmen der Krankheit wird die Dünndarmschleimhaut, genauer die Darmzotten, zerstört. Infolgedessen können bestimmte Nährstoffe im Dünndarm nicht mehr effektiv aufgenommen werden. Dies gilt unter anderem für Fette und fettlösliche Vitamine (v. a. Vitamin D), Kalzium, Eisen und die Vitamine Folsäure und B12. Eine gesonderte Zufuhr von Eisen ist in der Regel von geringer Wirkung, bevor die Diagnose erfolgt ist und man mit glutenfreier Ernährung begonnen hat.

Wenn die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt wird, können Mangelerscheinungen auftreten. Ein Mangel an fettlöslichen Vitaminen kann beispielsweise zu schlechterer Nachtsicht und Osteoporose führen. Auch Kalziummangel kann nach langer Zeit zu Osteoporose führen. Eisenmangel und Mangel an Folsäure und Vitamin B12 können zu Blutarmut (Anämie) führen, die sich durch Symptome wie Schwäche und verringerte Leistungsfähigkeit bemerkbar machen. Lang andauernder Mangel an Folsäure und Vitamin B12 kann auch zu Nervenschäden führen, die sich als Gedächtnisprobleme oder unsichere Bewegungen manifestieren können.

Auffallende Müdigkeit, Osteoporose und Magenschmerzen sind alles Anzeichen, die auf Zöliakie beruhen können. Unbehagen und eine ausbleibende Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust treten bei Kleinkindern und Säuglingen häufig auf. Ältere Kinder können ein verzögertes Wachstum zeigen.

Welche anderen Krankheiten ähneln der Zöliakie?

Da Zöliakie oft mehrdeutige und vage Beschwerden hervorruft, ist sie nicht immer leicht zu diagnostizieren. Es gibt mehrere Krankheiten, die die gleichen Symptome verursachen können, und oft wird eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt, bevor klar wird, dass Zöliakie die Ursache ist.

Nahrungsmittelunverträglichkeit kann zu vielen der Symptome von Zöliakie führen.

Milchallergie und Laktoseintoleranz sowie eine Weizenallergie können ähnliche Beschwerden hervorrufen.

Andere Erkrankungen, die weichen Stuhl, Bauchschmerzen und rasche Erschöpfbarkeit verursachen können, sind chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (chronische Pankreatitis) und sogenannte chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa). Auch Mukoviszidose und verschiedene Darminfektionen können zu ähnlichen Problemen führen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Zöliakie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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