Arzneimittelinduzierter Kopfschmerz

Zusammenfassung

  • Definition:Kopfschmerz, der durch Medikamente zur Behandlung von Kopfschmerz ausgelöst wird. Die zugrunde liegenden primären Kopfschmerzformen sind am häufigsten Migräne und Spannungskopfschmerz.
  • Häufigkeit:Häufig, bei etwa der Hälfte der Patienten mit einem chronischen Kopfschmerz liegt ein arzneimittelinduzierter Kopfschmerz vor.
  • Symptome:Nahezu tägliche Kopfschmerzen, die mit Medikamenten behandelt werden.
  • Anamnese:Die Diagnose beruht auf der Anamnese. Der Kopfschmerz ist ein diffuser holokranieller, dumpf drückender Kopfschmerz ohne vegetative Begleiterscheinungen. Depression und Angst erhöhen das Risiko eines Medikamentenübergebrauchs. 
  • Diagnostik:Normalerweise sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich. Die neurologische Untersuchung ist unauffällig. Ein Teil der Patienten erfüllt die Kriterien für eine Suchterkrankung.
  • Therapie:Die wesentliche therapeutische Maßnahme ist das Absetzen aller schmerzstillenden Medikamente. Vorher kann eine Behandlung mit Topiramat oder Onabotulinumtoxin A versucht werden. Nach erfolgreichem Entzug sollte eine prophylaktische Therapie des zugrunde liegenden Kopfschmerzes erwogen werden.
  • Prognose:Eine langfristige Reduktion des Schmerzmittelgebrauchs gelingt maximal 2/3 der Patienten, eine intensive Begleitung und Unterstützung verbessert diese Rate.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Kopfschmerz, der durch Medikamente zur Behandlung von Kopfschmerz ausgelöst wird.1-2
  • Der Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln ist ein chronischer (≥ 15 Tage pro Monat) Kopfschmerz, der infolge einer regelmäßigen (an 10–15 Tagen pro Monat, seit ≥ 3 Monaten) Schmerz- oder Migränemitteleinnahme entsteht.2
  • Der Übergebrauch jeglicher Kopfschmerzmittel (Analgetika, Ergotamin, Triptane, Benzodiazepine, Opioide, Barbiturate) kann zur Entwicklung eines Kopfschmerzes führen.
  • Diese Form des Kopfschmerzes tritt meist bei Patienten mit Migräne oder Spannungskopfschmerz auf, die regelmäßig und über lange Zeit Medikamente zur Symptomlinderung einnehmen.3
  • Das Risiko arzneimittelinduzierter Kopfschmerzen scheint bei der Einnahme von Kombinationspräparaten und bei der Migränetherapie am größten zu sein.4

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen

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