Epilepsie

Zusammenfassung

  • Definition: Generalisierte oder fokale (partielle) epileptische Anfälle, die entweder mehrfach im Abstand von mindestens 24 Stunden auftreten oder mit einem hohen Rückfallrisiko behaftet sind.
  • Häufigkeit: Die Prävalenz liegt bei 0,5‒1,0 %.
  • Symptome: Anfälle mit fokaler oder generalisierter neurologischer Symptomatik wie tonisch-klonischen Muskelkrämpfen oder kurzzeitigem Bewusstseinsverlust (Absence).
  • Befunde:Während des Anfalls evtl. Blickdeviation in Richtung Herd oder invertierte Plantarreflexe; nach dem Anfall oft Müdigkeit bis Somnolenz, evtl. Bisswunden der Zunge, evtl. Muskelschmerzen; im anfallsfreien Intervall nur gelegentlich neurologische Auffälligkeiten.
  • Diagnostik: Zusatzuntersuchungen sind EEG, kranielle MRT und/oder CT.
  • Therapie: Aufklärung, Antikonvulsiva, ggf. invasive Verfahren wie Vagusnerv-Stimulation oder Epilepsiechirurgie.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Eine Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns, die durch eine der folgenden Bedingungen definiert ist (laut aktueller Definition der Internationalen Liga gegen Epilepsie, ILAE):1
    • Mindestens 2 nicht provozierte Anfälle oder Reflexanfälle (s. u.), die im Abstand von mehr als 24 Stunden auftreten.
    • Ein nicht provozierter Anfall oder Reflexanfall verbunden mit einer Wahrscheinlichkeit, während der nächsten 10 Jahre weitere Anfälle zu erleiden, die vergleichbar ist mit dem allgemeinen Rückfallrisiko (mindestens 60 %) nach 2 nicht provozierten Anfällen.
    • Diagnose eines Epilepsie-Syndroms
  • Eine Epilepsie gilt unter folgenden Voraussetzungen als überwunden:1
      • Bei Patienten mit einem altersabhängigen Epilepsie-Syndrom, die jenseits des entsprechenden Alters sind.
      • Bei Patienten, die mindestens 10 Jahre anfallsfrei sind und seit mindestens 5 Jahren keine Antiepileptika mehr einnehmen.
  • Kritik der Leitlinienkommission der Deutschen Gesellschaft für Neurologie:2
    • „Diese neue Definition ist deshalb nicht ganz befriedigend, weil ein Rezidivrisiko von 60 % in vielen Fällen durch entsprechende Studien
      nicht belegt ist.“
    • „Für eine operative Umsetzung der Definition gilt daher die in der Leitlinie
      gegebene Empfehlung für den Beginn der Therapie nach einem ersten (unprovozierten) Anfall. Dies ist vor allem ein wichtiger Aspekt beim Abschluss von Versicherungen.“
    • „Die Definition, wann eine Epilepsie als überwunden gelten kann,
      basiert nicht auf Evidenz. Es liegen zur Zeit keine Studien vor, wie hoch das Rezidivrisiko ist bei Menschen, die mindestens 10 Jahre anfallsfrei sind, davon mindestens 5 Jahre ohne Antiepileptika.“
    • „Problematisch ist auch das Beenden einer Epilepsietherapie. Hier suggeriert die neue Definition, dass Epilepsie 'ausheilen' kann, ohne dass dafür – abgesehen von bestimmten Epilepsien in der Kindheit – Evidenzen bestehen.“
    • „Eine praktische operative Handlungsweise oder therapeutische Konsequenzen lassen sich aus der Definition nicht ableiten.“

Diagnostik

Therapie

Fertilität, Schwangerschaft, Geburt

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

Illustrationen

Quellen