Status epilepticus

Zusammenfassung

  • Definition: Anhaltende epileptische Aktivität oder mehrere Anfälle in Folge. Bei der Hälfte der Fälle liegt keine bekannte Epilepsie vor; vorbestehende Erkrankungen können z. B. Infektionen, Schlaganfälle, Tumoren oder akute toxische und metabolische Erkrankungen sein.
  • Häufigkeit: Die Inzidenz des Status epilepticus beträgt 10–60 von 100.000 Personenjahren.
  • Symptome: Die epileptische Aktivität kann zu Krämpfen führen, es können jedoch auch nichtkonvulsive Status epileptici mit Absencen oder komplex-partiellen Anfällen vorkommen.
  • Untersuchung: Die klinischen Befunde sind von der Art des Anfalls abhängig: Krämpfe, unwillkürliche Augenbewegungen, Bewusstseinsstörungen.
  • Diagnostik: Die Diagnose wird klinisch gestellt, keine speziellen Untersuchungen während der Akutphase. Im Verlauf laborchemische Untersuchungen, cCT/cMRT und EEG.
  • Therapie: Ein wichtiger Teil der Initialtherapie besteht in der Gewährleistung freier Atemwege. Die intravenöse, bukkale oder rektale Gabe von Benzodiazepinen – Lorazepam ist Mittel der Wahl – sollte vor/während des Transports ins Krankenhaus versucht werden. Die intravenöse Gabe von Thiamin und Glukose sollte inital in Betracht gezogen werden.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Siehe auch Definitionen für Epilepsie bei Erwachsenen und Epilepsie bei Kindern.
  • Ein Status epilepticus (SE) ist ein prolongierter epileptischer Anfall bzw. durch rezidivierende, d. h. mindestens 2 epileptische Anfälle ohne zwischenzeitliche Wiedererlangung des vorbestehenden neurologischen Befundes in einem umschriebenen Zeitraum gekennzeichnet.1
  • Als Status epilepticus wurde früher eine Anfallsaktivität mit einer Dauer von über 30 Minuten definiert; bei generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, die länger als 5 Minuten andauern, oder wenn zwischen mehreren Anfällen keine Restitution eingetreten ist, sollte jedoch ebenfalls ein beginnender Status epilepticus angenommen werden.
  • Da eine spontane Terminierung eines epileptischen Anfalls nach der Dauer von 5 Minuten zunehmend unwahrscheinlich wird, sollte eine pharmakologische Intervention spätestens 5 Minuten nach Beginn des SE erfolgen.1
  • Alle Arten von epileptischen Anfällen können länger als 30 Minuten andauern.
  • Beim Status epilepticus verändert der Anfall häufig seinen klinischen Charakter, z. B. mit Krampfanfällen, fokalen Kloni und unterschiedlich starkem Bewusstseinsverlust, sodass es schwierig ist, den Anfall auf Grundlage der üblichen Klassifikation zu definieren.2
  • Es existieren verschiedene Klassifikationssysteme. Aus praktischen Gründen kann zwischen den folgenden Formen unterschieden werden:
    • konvulsiver Status epilepticus mit Krampfanfällen
    • nichtkonvulsiver Status epilepticus mit Absencen oder komplexen partiellen Anfällen
    • Status epilepticus mit anderer Symptomatik
  • Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt bis zum Vorliegen einer aktuellen Überarbeitung der Klassifikation eine Orientierung an der traditionellen Einteilung des Status epilepticus (SE):
    • Status generalisierter tonisch-klonischer Anfälle (SGTKA)
      • konvulsiver SGTKA (Initialphase, etablierter SGTKA, therapierefraktärer SGTKA)
      • Subtle SE (längere Dauer und elektromechanische Entkopplung)
    • fokaler konvulsiver und nonkonvulsiver Status epilepticus (einfach- und komplex-fokaler SE)
    • Absence-Status (nonkonvulsiver generalisierter SE)1

Diagnostik

Therapie

Beobachtungen

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen