Guillain-Barré-Syndrom (GBS)

Zusammenfassung

  • Definition: Akut oder subakut verlaufende, häufig postinfektiös auftretende Polyneuritis im Bereich der Rückenmarkswurzeln und der peripheren Nerven.
  • Häufigkeit: 0,9‒1,9 Fälle pro 100.000 Personen pro Jahr.
  • Symptome: Plötzlich auftretende Schwäche, Taubheitsgefühl, Parästhesien und Schmerzen in den Extremitäten, symmetrisch lokalisiert.
  • Befunde: Paresen und abgeschwächte Reflexe, Störungen des vegetativen Nervensystems, seltener eingeschränkte periphere Sensibilität.
  • Diagnostik: Klinische Diagnose, die durch Liquoruntersuchungen und elektrophysiologische Messungen der Nervenleitung bestätigt wird.
  • Therapie: Krankenhausaufenthalt mit Überwachung der Vitalfunktionen. Gleichwertige Behandlungsalternativen sind intravenöses Immunglobulin oder eine Plasmapherese. Glukokortikoide sind bei den häufigsten Varianten nicht indiziert.
  • Prognose: Funktionseinschränkungen bilden sich in der Remissionsphase nur langsam und bei Erwachsenen häufig unvollständig zurück. Bei Kindern mit GBS ist die Langzeitprognose jedoch besser.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine akut oder subakut verlaufende, häufig postinfektiös auftretende Polyneuritis mit multifokaler Demyelinisierung und/oder axonaler Schädigung im Bereich der Rückenmarkswurzeln und der peripheren Nerven.1
  • Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS)
    • ist akut oder subakut verlaufend.
    • ist immunvermittelt.
    • betrifft mehrere periphere Nerven und das Rückenmark.
    • führt zu einer progressiven neuromuskulären Funktionsstörung.2
  • Es tritt eine Polyneuritis mit multifokaler Demyelinisierung und/oder axonaler Schädigung im Bereich der Rückenmarkswurzeln und der peripheren Nerven auf.1
  • Es gibt eine Reihe von verschiedenen klinischen Varianten.
    • Die akute inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (AIDP) liegt bei mehr als 90 % aller GBS-Fälle vor und ist damit die häufigste Variante in Europa.1
    • In insgesamt 5 % der Fälle liegt eine akute motorische axonale Neuropathie (AMAN) oder eine akute  motorisch-sensorische axonale Neuropathie (AMSAN) vor.3
  • Die Krankheit tritt meist nach einem auslösenden Ereignis auf, in ca. 75 % der Fälle nach einer Infektion, manchmal auch nach Impfungen.
  • Patienten mit mäßig schwerem bis schwerem GBS sollten aufgrund der Gefahr der respiratorischen Insuffizienz und von kardialen Arrhythmien in einer Klinik mit Möglichkeit zur intensivmedizinischen Versorgung behandelt werden.4
    • Dies gilt besonders für ältere und multimorbide Patienten.

Diagnostik

Therapie

Beobachtung

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen