Trigeminusneuralgie

Zusammenfassung

  • Definition:Die Trigeminusneuralgie ist ein Gesichtsschmerzsyndrom im Versorgungsgebiet von mindestens einem Ast des Nervus trigeminus. Unterschieden werden die klassische, die sekundäre und die idiopathische Form. Die klassische Trigeminusneuralgie wird durch eine arterielle Kompression des N. trigeminus am Austrittspunkt aus dem Hirnstamm bedingt und ist die häufigste Form. 
  • Häufigkeit:Ca. 4 je 100.000 Einwohner.
  • Symptome:Paroxysmale Anfälle von intensiven, kurzen, scharfen, blitzartigen Schmerzen im Versorgungsbereich eines oder mehrerer Trigeminusäste.
  • Befunde:Klinisch meist kein objektivierbarer neurologischer Befund bei der klassischen T., Sensibilitätsstörungen und Zeichen der Grunderkrankung bei der sekundären Trigeminusneuralgie.
  • Diagnose:Die Diagnose wird primär klinisch gestellt, weitere Untersuchungen wie MRT des Hirnstamms und elektrophysiologische Tests dienen der Ursachenabklärung.
  • Behandlung:Anfallsprophylaxe mit Carbamazepin, ggf. andere neurologische Medikamente, die größtenteil in Deutschland jedoch off label sind. Akuttherapie mit Phenytoin intravenös. Invasive Verfahren können im Verlauf notwendig werden, hier hat die mikrovaskuläre Dekompressionsoperation bessere Ergebnisse als die minimalinvasiven destruierenden Verfahren, jedoch auch ein erhöhtes Operationsrisiko.

Allgemeine Informationen

Definition

  • In der internationalen Kopfschmerzklassifikation wird die Trigeminusneuralgie den schmerzhaften Läsionen der Hirnnerven und anderen Gesichtsschmerzen zugeordnet (Teil III, 13.1: „Schmerzen, die auf eine Läsion oder eine Erkrankung des Trigeminus zurückzuführen sind“).1
  • Die Trigeminusneuralgie ist ein Gesichtsschmerzsyndrom.
    • Anders als beim Cluster-Kopfschmerz und den trigeminoautonomen Kopfschmerzen fehlt bei der Trigeminusneuralgie weitgehend die autonome Komponente.
    • Der Nervus trigeminus (5. Hirnnerv) versorgt mit 3 Ästen den Gesichtsbereich hauptsächlich sensorisch.
    • Die beiden häufigsten Gesichtsschmerzen sind die Trigeminusneuralgie und der seltenere „anhaltende idiopathische Gesichtsschmerz“, der hiervon abgegrenzt wird.2
  • Die Trigeminusneuralgie tritt gewöhnlich einseitig auf, bei einigen der Patienten treten die Schmerzen jedoch rechts und links auf (aber fast nie gleichzeitig in beiden Gesichtshälften).1
  • Unterschieden werden die klassische, die sekundäre und die idiopathische Trigeminusneuralgie, abhängig von den möglichen feststellbaren Ursachen (siehe Einteilung und Diagnosekriterien).1
  • Es treten paroxysmale Anfälle mit intensiven, kurzen, scharfen, blitzartigen Schmerzen im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Äste des Nervus trigeminus auf.3
    • Der Nervus maxillaris und der Nervus mandibularis sind am häufigsten betroffen.4
    • Unwillkürliche Kontraktionen der Kaumuskulatur können parallel auftreten (Synonym daher Tic douloureux).

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen

Illustrationen