Rückenmarksverletzungen und Querschnittlähmung

  • Definition:Eine traumatische oder nicht-traumatische Schädigung des Rückenmarks führt zu einem Querschnittssyndrom mit neurologischen Funktionsausfällen unterhalb der Läsion.
  • Häufigkeit:Die Inzidenz von traumatischen Querschnittslähmungen liegt bei etwa 10–50 Fällen pro Million Einwohner.  Hinzu kommen etwa ebenso viele nicht-traumatischen Rückenmarksschädigungen.
  • Symptome:Verletzungen des Rückenmarks können zu motorischen, sensorischen und autonomen Ausfallerscheinungen und neuropathischen Schmerzen führen. Häufig kommt es zu einer Lähmung der Beine (Paraplegie) oder aller Extremitäten (Tetraplegie), Taubheit sowie Blasen- und Mastdarmfunktionsstörungen
  • Befund:Komplette Querschnittslähmung: Kompletter sensomotorischer Ausfall unterhalb der Verletzungshöhe. Inkomplette Querschnittslähmung: Erhalt partieller Restfunktionen. Spastische Paresen, Hyperreflexie Pyramidenbahnzeichen, Hypästhesie und Hypalgesie, autonome Dysfunktion
  • Untersuchungen:Bildgebung der Wirbelsäule und des Rückenmarks: Röntgen, CT, MRT; Neurophysiologische Untersuchungen; Weitere Untersuchungen abhängig von der Verdachtsdiagnose
  • Behandlung:In der Akutphase intensivmedizinische Überwachung und Behandlung; Therapie reversibler Ursachen; Prävention und Behandlung von Komplikationen (u. a. kardiovaskulär, gastrointestinal, urogenital, respiratorisch); Rehabilitation; Lebenslange Nachsorge

Allgemeine Informationen

Definition

  • Eine Rückenmarksverletzung führt zu neurologischen Funktionsausfällen und kann verschiedene Ursachen haben:1-2
    • Traumatische Schädigung (direkte Einwirkung, z. B. bei Verkehrsunfall, Sturz, Gewalttaten)
    • Nicht-traumatische Schädigung (z. B. vaskulär, entzündlich, metabolisch oder neoplastisch)
  • Ein Querschnittssyndrom bzw. eine Querschnittslähmung entsteht durch eine Schädigung der auf- und absteigenden Nervenbahnen auf einer bestimmten Höhe des Rückenmarks.
    • Bezeichnung der Höhe einer Querschnittslähmung nach dem letzten intakten Rückenmarkssegment.
    • Vollständiger Funktionsverlust unterhalb der Läsion bei komplettem Querschnittssyndrom
    • Erhaltene Restfunktionen bei inkomplettem Querschnittssyndrom
  • Auch eine Schädigung von Conus medullaris und Cauda equina (Konus-Kauda-Läsion) ist möglich.1
    • Typische Symptome sind Rückenschmerzen, Reithosenanästhesie, motorischen Defizite der unteren Extremität, Impotenz sowie Blasen- und Mastdarmfunktionsstörungen.
  • Unterscheidung von akutem und chronisch-progredientem Querschnittssyndrom abhängig vom zeitlichen Verlauf:
    • Akutes Querschnittssyndrom (spinaler Schock) als kritische Situation, die einer raschen Diagnose und intensivmedizinischen Behandlung bedarf3-4
      • Verletzung oberhalb von C4 kann durch eine Zwerchfellparese lebensbedrohlich verlaufen1
    • Bei chronischem Querschnittssyndrom Prävention und Behandlung von Komplikationen (z. B. Thromboembolie) von großer Bedeutung5
  • Die Schädigung führt abhängig von der Schwere und dem Ort der Läsion zu neurologischen Ausfällen unterhalb der Läsionshöhe.
    • Motorische Funktionsstörungen: initial schlaffe, im Verlauf spastische Para- bzw. Tetraplegie
    • Sensible Funktionsstörungen: Sensibles spinales Niveau mit Störung des Berührungs- und Schmerzempfindens
    • Autonome Funktionsstörungen: Kardiovaskuläre Dysregulation, neurogene Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsstörung
  • Eine Querschnittslähmung hat umfassende, auch psychosoziale Folgen für die Betroffenen.
    • Einschränkung von Unabhängigkeit und Lebensqualität sowie erhöhte Mortalität2

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

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