Zervikaler Diskusprolaps

Zusammenfassung

  • Definition: Bei einem zervikalen Diskusprolaps treten Teile des weichen Kerns der Bandscheibe durch den Anulus fibrosus in den Wirbelkanal vor und können Nervenwurzeln oder das Rückenmark komprimieren.
  • Häufigkeit: Die jährliche Inzidenz beträgt etwa 60–100 pro 100.000 Einwohner. Am häufigsten sind Menschen zwischen 40–60 Jahren betroffen. Etwa 90 % aller Prolapse treten in Höhe von C6 oder C7 auf. Viele Bandscheibenvorfälle bleiben asymptomatisch.
  • Symptome: Können akut auftreten oder allmählich über einen längeren Zeitraum entstehen. Es kommt zu Nackenschmerzen und radikulären Schmerzen, die sich durch Kopfbewegungen verschlimmern können.
  • Befunde: Klinisch kommt es zu einer eingeschränkten Mobilität im Nacken; Funktionstests lösen Schmerzen aus und radikuläre Ausfälle hängen davon ab, welche Nervenwurzel betroffen ist.
  • Diagnostik: Anamese und klinische Untersuchung. Wenn bildgebende Verfahren indiziert sind, ist eine MRT die Untersuchung der Wahl.
  • Therapie: In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend. Ein Großteil der Bandscheibenvorfälle wird spontan innerhalb weniger Monate resorbiert. Bei schweren neurologischen Ausfällen, nicht tolerierbaren Schmerzen oder Hinweisen auf eine Myelokompression stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Bei einer zervikalen Radikulopathie treten Symptome und Beschwerden auf, die einer zervikalen Nervenwurzel zuzuordnen sind.1-2
  • Dabei werden Wurzelreiz- (ohne Sensibilitätsstörung oder Parese im Bereich der jeweiligen Wurzel) und Wurzelkompressionssyndrome (mit Sensibilitätsstörung und/oder Parese im Bereich der jeweiligen Wurzel) unterschieden.1
  • Als Ursachen für die Radikulopathien im HWS-Bereich finden sich neben Bandscheibenvorfällen (häufiger bei jüngeren Patienten) auch degenerativ-knöcherne Veränderungen (Osteochondrose, Unkovertebralgelenkarthrose, Spondylarthrose, Spondylolisthese) mit Einengung der Foramina intervertebralia (häufiger bei älteren Patienten).
  • Pseudoradikuläre Syndrome bei orthopädischen Erkrankungen, z. B. des Schultergelenkes, müssen von zervikalen Radikulopathien abgegrenzt werden, was besonders bei Wurzelreizsyndromen nicht immer einfach ist.
  • Bei einem echten Diskusprolaps treten Teile des weichen gallertartigen Nucleus pulposus der Bandscheibe durch einen Riss im Anulus fibrosus in den Wirbelkanal vor (Bandscheibenvorfall).3
  • Bei der Bandscheibenprotrusion bleibt der Anulus fibrosus erhalten und wölbt sich lediglich vor, was jedoch auch zur Irritation der Nervenwurzel führen kann.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

Illustrationen