Was ist die Ursache der Parkinson-Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems bei der es zur fortschreitenden Schädigung von Nervenzellen kommt. Bis heute ist nicht eindeutig bekannt, welche Ursache hinter der Schädigung der Nervenzellen im Gehirn, insbesondere in der Substantia nigra steht. Umfassende Forschungsarbeit auf dem Gebiet erklärt jedoch immer mehr, wie der Krankheitsprozess abläuft.

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Nervenzellen und Dopamin

Die Parkinson-Krankheit ist eine komplexe und umfassende Erkrankung des Nervensystems. Die Ursachen der Krankheitsentstehung sind noch nicht eindeutig geklärt. Es wird jedoch intensive Forschungsarbeit geleistet und das Verständnis des Krankheitsvorganges wird zunehmend umfangreicher.

Das Parkinson-Syndrom wurde bereits im Jahr 1817 vom britischen Arzt James Parkinson beschrieben. Erst in den 1960er-Jahren entdeckten Wissenschaftler die zugrundeliegende Hauptursache: den Mangel an einem chemischen Botenstoff im Gehirn, dem sogenannten Dopamin. Dieses Dopamin hat die Aufgabe, bestimmte Arten von Nervensignalen zwischen den Nervenzellen im Gehirn (Neurone) zu übertragen. Chemische Substanzen mit dieser Signalwirkung werden als Neurotransmitter bezeichnet.

Der Grund für den Mangel an Dopamin ist, dass Nervenzellen (Neurone) in bestimmten Bereichen des Gehirns, geschädigt werden und zugrunde gehen. Eine dieser wichtigen Gehirnareale ist die Substantia nigra, deren Nervenzellen über den Neurotransmitter Dopamin kommunizieren. Die Substantia nigra kommuniziert eng mit den Basalganglien, die dafür verantwortlich sind, dass Bewegungen gleichmäßig und kontrolliert ausgeführt werden. Ist diese Funktion gestört, kommt es zu den typischen Symptomen des Parkinson-Syndroms. Die charakteristischen Symptome sind steife Bewegungen (Rigor), Zittern (Tremor), verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) und Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität). Diese Beschwerden treten jedoch erst auf, wenn bereits 50 % der Nervenzellen in der Substantia nigra verloren gegangen sind. Auch andere Nervenzellen im Gehirn, die beispielsweise für Denkvorgänge, Gefühle, Schlaf und das Riechen notwendig sind, können beeinträchtigt werden.

Warum werden die Nervenzellen geschädigt?

Man weiß bis heute nicht mit Sicherheit, welche Ursache hinter der Schädigung der Nervenzellen, insbesondere in der Substantia nigra des Gehirns bei der Parkinson-Krankheit steht. Es gibt einige Theorien, und auf diesem Gebiet wird viel Forschungsarbeit geleistet. Letztlich handelt es sich vermutlich um eine Krankheit, die durch eine Vielzahl an Faktoren, z. B. Alter, Genetik und Umwelt, verursacht wird.

Einige Experten glauben, dass sogenannte freie Radikale (Moleküle, die mit anderen Substanzen reagieren und in kleinen Mengen auf natürliche Weise im Körper gebildet werden) eine der Hauptursachen sein könnten. Andere Theorien vermuten, dass die Krankheit auf Umweltgiften beruht, die wir zum Beispiel während der Berufstätigkeit oder über die Nahrung aufnehmen. So hat eine Studie gezeigt, dass das Risiko der Erkrankung durch Kontakt mit landwirtschaftlich eingesetzten Pestiziden erhöht wird. Einige Forscher vermuten, das Parkinson-Syndrom stehe im Zusammenhang mit Virusinfektionen und weise möglicherweise Charakteristika einer Autoimmunerkrankung auf. Bei der Parkinson-Krankheit gibt es zudem eine erbliche Komponente mit gehäuftem Auftreten der Erkrankung in einigen Familien. Etwa 15 % aller Parkinson-Patienten haben einen engen Verwandten mit der Erkrankung. Insbesondere die Parkinson-Krankheit mit frühem Beginn ist häufiger erblich bedingt.

Was ist der Unterschied zwischen der Parkinson-Krankheit und dem Parkinson-Syndrom?

In der Medizin wird zwischen einem Parkinson-Syndrom und der Parkinson-Krankheit unterschieden. Das Parkinson-Syndrom bezeichnet lediglich das Auftreten der typischen Symptome mit Zittern, Muskelsteifheit, Verlangsamung der Bewegung und Gleichgewichtsstörungen, trifft jedoch keine Ursache über die zugrunde liegende Ursache.

In den meisten Fällen werden die Symptome eines solchen Parkinson-Syndroms durch die Parkinson-Krankheit mit fortschreitender Schädigung der Nervenzellen verursacht. Insbesondere bei untypischem oder frühem Auftreten der Symptome, sollten auch andere Ursachen in Frage kommen.

In Fällen, in denen die Beschwerden aufgrund einer anderen Erkrankung oder Nebenwirkung entstehen, spricht man von einem symptomatischen Parkinson-Syndrom. Ein häufiger Auslöser sind Medikamente, besonders die in der Behandlung psychischer Krankheiten gebräuchlichen Antipsychotika. Andere Medikamente, die ein Parkinson-Syndrom verursachen können, sind Valproat, das zur Behandlung von Epilepsie, und Metoclopramid, das gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird. Auch bestimmte schädigende Substanzen, wie z. B. Mangan kann die Symptome eines Parkinson-Syndroms verursachen. Daneben können Stoffwechselerkrankungen wie der Morbus Wilson, bei dem es zu Kupferablagerungen kommt, verantwortlich sein. Letztlich kann das Parkinson-Syndrom auch im Rahmen eines Tumors oder durch Verletzungsfolgen entstehen.

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Patientenorganisationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Parkinson-Syndrom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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