Migräne bei Frauen

Frauen leiden zwei- bis dreimal so oft unter Migräne wie Männer. Eine Rolle spielt dabei das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Bei einigen Frauen treten die Migräneattacken abhängig von der Menstruation auf.

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Migräne ist eine Erkrankung, von der vor allem Frauen betroffen sind. Die Erkrankung bei Frauenzwei- bis dreimal so häufig bei Frauen wie bei Männern. 

Die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen wird stark durch die Hormone beeinflusst, und viele Frauen erleben, dass die Schmerzen in Abhängigkeit von den häufigen Hormonschwankungen, die im Körper auftreten, variieren. Es ist jedoch nicht so, dass alle Betroffenen einen Zusammenhang zwischen Hormonstatus und Migräne erleben.

Vorkommen

In der Kindheit tritt Migräne bei Jungen und bei Mädchen etwa gleich häufig auf. Doch ab dem Beginn der Pubertät, wenn die Wirkung des Hormons Östrogen einsetzt, steigt die Häufigkeit bei Mädchen. Das Jahr, in dem bei einem Mädchen die Menstruation einsetzt, ist das Jahr, in dem viele Frauen mit Migräne ihren ersten Schmerzanfall bekommen.

Nach der Pubertät steigt die Häufigkeit von Migräne bei Frauen bis zum Alter von etwa 45 Jahren, um dann wieder zurückzugehen. Untersuchungen zeigen, dass etwa 15 % der erwachsenen Frauen und 7 % der Männer Migräne haben. 

Viele Frauen erleben, dass die Migränebeschwerden durch die Menstruation, hormonelle Verhütung, Schwangerschaft und Wechseljahre (Menopause) beeinflusst werden. Mit dem derzeitigen Kenntnisstand kann jedoch nichts über die Entwicklung der Krankheit für die einzelne Frau vorhergesagt werden.

Menstruelle Migräne

Viele Frauen, die unter Migräne leiden, erleben eine Verschlechterung im Zusammenhang mit der Menstruation. Menstruelle Migräne ist ein Anfall, der von zwei Tagen vor bis zu drei Tage nach dem Beginn der Menstruation entsteht. Bei den meisten Betroffenen treten die Anfälle in dieser Zeit häufiger und stärker auf. Einige Betroffene erleben sehr schwere und anhaltende Anfälle zu Beginn der Menstruation. Es wird berichtet, dass mehr als 10 % aller Frauen eine menstruelle Migräne erleben. Die meisten dieser Frauen haben Migräne aber auch zu anderen Zeiten während des Monats.

Bei der gleichen Frau können sich die Anfälle von menstrueller Migräne in Bezug auf die Dauer, Intensität, Symptome und Ansprechen auf die Behandlung von anderen Anfällen unterscheiden.

Östrogen allein ist nicht die Ursache. Es gibt noch andere hormonelle Schwankungen, insbesondere wenn die Menge an Östrogen während des Menstruationszyklus fällt, die Migräne auszulösen scheinen.

Menstruelle Migräne wird mit den üblichen Migräne-Medikamenten behandelt. Wenn die menstruelle Migräne einer Frau so stark ist, dass sie nicht effektiv mit Medikamenten behandelt werden kann, sollte eine hormonelle Kontrazeption als Behandlung in Betracht gezogen werden.

Hormonelle Kontrazeption

Hormonelle Verhütungsmittel beeinflussen Frauen in unterschiedlicher Weise. Einige Frauen mit Migräne erleben weniger Kopfschmerzen, während andere mehr Kopfschmerzen erleben, und einige finden, dass ihre Migräne gar nicht beeinflusst wird. Die Pille enthält Hormone, und bei manchen Frauen verschlimmern sich die Migränebeschwerden mit Einnahme der Pille.

Manche Frauen bekommen Migräne zum ersten Mal, wenn sie mit der Einnahme der Pille beginnen, vor allem wenn es Fälle von Migräne in der Familie gibt. Verhütungsmittel, die zu einer Verringerung oder zum Wegfall der Menstruation führen, werden gelegentlich verwendet, um eine schwere menstruelle Migräne zu behandeln.

Frauen mit Migräne sollten vorsichtig sein, wenn sie ein hormonelles Verhütungsmittel wählen, und zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.

Wenn Sie starke Migräneschmerzen oder Migräne mit Aura unter der hormonellen Kontrazeption bekommen, sollten Sie die Pille absetzen und stattdessen andere Verhütungsmittel verwenden, z. B. die Minipille. Es kann trotzdem nach dem Absetzen der Pille einige Monate dauern, bevor sich die Migräne normalisiert.

Schwangerschaft und Stillzeit

Eine Schwangerschaft bedeutet enorme hormonelle Veränderungen für den Körper, was sich auch auf die Migräne auswirken kann. Rund 60 % der betroffenen Frauen erleben eine Verbesserung der Migräne während des ersten Trimesters, und mehr als 75 % der Frauen erleben, dass sich die Symptome während der übrigen Schwangerschaft verringern oder verschwinden. Nach der Geburt kommt die Migräne jedoch meist schnell zurück, aber häufig nicht so stark wie zuvor. Stillen kann die Rückkehr der Migräne verzögern.

15 % der Frauen erleben, dass sich die Migräne während des ersten Trimesters verschlimmert, während ca. 10 % keinen Unterschied bemerken.

Einige der Medikamente, die gegen Migräne verwendet werden, führen dazu, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen, und dies kann dazu führen, dass das ungeborene Kind zu wenig Sauerstoff bekommt. Es ist daher wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin besprechen, welche Medikamente Sie verwenden dürfen (vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft wichtig).

Bei starken Schmerzen ist die Verwendung von Paracetamol wahrscheinlich unbedenklich. Andere Schmerzmittel, auch andere Migränemedikamente, sollten vermieden werden.

Viele Medikamente werden durch die Muttermilch ausgeschieden und können während der Stillzeit Einwirkungen auf das Kind haben. Paracetamol gilt als unbedenklich. Die Einnahme anderer Medikamente sollten Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt besprechen. Wenn Sie selten Anfälle haben, wird häufig empfohlen, dass Sie gegen diese Anfälle ein Migränemedikament einnehmen und danach für einige Zeit das Stillen aussetzen.

Nichtmedikamentöse Maßnahmen sind während der Schwangerschaft immer die erste Wahl! Dazu gehören Entspannungstechniken, Biofeedbackverfahren, regelmäßige körperliche Aktivität oder auch kognitive Verhaltenstherapie.

Die Wechseljahre

Die Wechseljahre (Menopause) sind ebenfalls eine Phase im Leben, in der im weiblichen Körper große hormonelle Veränderungen stattfinden. Viele Frauen erleben eine vorübergehende Verschlimmerung der Migräne in den Jahren um die Wechseljahre herum. Danach tritt bei zwei von drei Frauen üblicherweise eine Verbesserung ein oder die Migräne hört ganz auf.

Frauen, die eine natürliche Menopause durchleben, geht es deutlich besser. Dagegen leiden Frauen, die nach einem chirurgischen Eingriff (Entfernung der Eierstöcke) in die Wechseljahre kommen, häufig mehr.

Die Wirkung, die eine Zufuhr von Östrogenen zur Linderung der Wechseljahrsbeschwerden auf die Migräne hat, ist schwierig vorherzusagen.

Im späteren Leben

Die Prävalenz von Migräne nimmt mit dem Lebensalter ab, nur noch ca. 5 % der Frauen im Alter von über 60 Jahren klagen über Migräne. Nur 2 % aller Migränepatientinnen erleben ein erstmaliges Auftreten der Symptome im Alter von über 65 Jahren. Wenn Kopfschmerzen spät im Leben erstmals auftreten, ist es besonders wichtig, die Hausärztin oder den Hausarzt zu kontaktieren, um andere Ursachen auszuschließen.

Weitere Informationen

Deximed

IQWiG – Gesundheitsinformation.de

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen
  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Migräne. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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