Was sind die Ursachen für Migräne?

Vieles im Zusammenhang mit den komplexen Prozessen, die während einer Migräneattacke im Gehirn ablaufen, ist nach wie vor ungeklärt.  Es scheint eine Fehlregulation im vegetativen Nervensystem und eine Fehlsteuerung der Gefäße vorzuliegen, deren Ursachen noch unbekannt sind.

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Was passiert während einer Migräneattacke im Gehirn?

Wissenschaftler wissen nicht genau, was Migräne verursacht. Dass während eines Migräneanfalls Veränderungen im Gehirn auftreten, steht jedoch außer Frage. Im Rahmen von hoch entwickelten Untersuchungen des Gehirns wurde gezeigt, dass es während einem Anfall zu Veränderungen sowohl der elektrischen Aktivität der Gehirnzellen als auch der Durchblutung kommt. Aktuellen Theorien zufolge ist in der veränderten Aktivität der Gehirnzellen die zugrundeliegende Ursache für Migräne zu suchen, während die Veränderungen in der Durchblutung eine Folge davon sind.

In der Vergangenheit nahm man an, dass die Anfälle mit krampfartigen Kontraktionen der Blutgefäße beginnen würden, gefolgt von einer schmerzhaften Gefäßerweiterung. Dieses Geschehen wurde als Ursache für die Veränderungen der Nervensignale betrachtet. Jüngere Untersuchungen legen nahe, dass die Anfälle damit beginnen, dass sich Wellen von schwächeren elektrischen Nervensignalen im Gehirn vom Hinterkopf nach vorne bewegen. Dies geschieht an der Oberfläche des Gehirns (Großhirnrinde). Die veränderten Nervensignale bewirken zunächst einen Rückgang und später eine Zunahme der Durchblutung. Wahrscheinlich ist die Minderdurchblutung für die Auraphase verantwortlich.

Einzelne Studien deuten darauf hin, dass bei Migränepatienten eine chemische Substanz namens Serotonin in Teilen des Gehirns, zumindest während des Anfalls, vermindert ist. Eine zu geringe Serotoninmenge kann eine zusätzliche Erweiterung der Blutgefäße bewirken. Serotonin-ähnliche Substanzen (Triptane) gehören zu den wirksamsten Medikamenten gegen Migräneattacken.

Wie entsteht Migräne?

Wodurch erhöht sich das Risiko für Migräne?

Viele Migränepatienten haben nahe Angehörige, die ebenfalls an Migräne leiden; dies deutet auf eine gewisse erbliche Veranlagung hin.

Was kann Migräne auslösen?

Viele Betroffene glauben, dass bestimmte Faktoren einen Migräneanfall bei ihnen auslösen können. Solche Faktoren werden Trigger genannt. Es sind zahlreiche unterschiedliche Trigger für Migräne bekannt. Auf welche Trigger die Betroffenen reagieren, ist individuell verschieden; manche Menschen reagieren nur auf einige wenige Trigger mit Migräne.

Bestimmte Lebensmittel gelten als häufige Trigger. Hierbei sind besonders Schokolade, Zitrusfrüchte, Käse, Alkohol und Rotwein zu nennen. Einige Patienten scheinen auf Hefe, Kaffee und Nüsse zu reagieren. Bestimmte Zusatzstoffe wie Aspartam (Süßungsmittel), Mononatriumglutamat (Geschmacksverstärker) und Konservierungsstoffe, können Anfälle bei manchen Migränepatienten verursachen.

Des Weiteren können einige Medikamente Migräne verschlimmern oder auslösen. Dazu gehören bestimmte Herzmedikamente, die Antibabypille und Östrogen. Erheblicher Konsum von schmerzstillenden Medikamenten kann die Beschwerden ebenfalls verschlimmern.

Hormonschwankungen haben Einfluss auf Migräneattacken, die Anfälligkeit sinkt häufig während der Schwangerschaft. Bei vielen Frauen sind die Beschwerden im Zusammenhang mit der Menstruation und im Klimakterium besonders ausgeprägt.

Auch eine Reihe unterschiedlicher Lebensbedingungen kann für Migräne verantwortlich sein. Typisch sind Hunger, Schlafmangel oder ein Übermaß an Schlaf, Stress oder Erholung nach einer Stressphase, starke Sinneseindrücke, starke Gerüche und aktives oder passives Rauchen.

Weitere Informationen

Bei Deximed

IQWiG – Gesundheitsinformation.de

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft

Autoren

  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Migrene. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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