Spannungskopfschmerz

Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Art des Kopfschmerzes. In den meisten Fällen tritt der Kopfschmerz episodisch auf und hält vorübergehend an, aber bei einigen Patienten kann er häufiger auftreten oder chronisch werden.

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Was ist der Spannungskopfschmerz?

Diese Art der Kopfschmerzen tritt entweder gelegentlich, manchmal häufiger und auch chronisch auf. Kopfschmerzen werden als chronisch bezeichnet, wenn sie während eines Zeitraums von mindestens drei aufeinander folgenden Monaten an mehr als 15 Tagen pro Monat auftreten. Spannungskopfschmerzen treten häufiger in Stresssituationen auf, bei der chronischen Verlaufsform sind häufig auch eine depressive Grundstimmung oder Angstzustände nachweisbar. 

Die Schmerzen werden oft als ein straffes Band über der Stirn und um den Kopf beschrieben, wie ein zu enger Hut. Der Kopfschmerz hat einen drückenden oder einengenden, aber nicht pulsierenden Charakter. Er ist nur selten bereits morgens vorhanden, tritt meist im Laufe des Tages auf und nimmt an Stärke zu. Manche Patienten können etwas Übelkeit empfinden, aber Erbrechen kommt beim Spannungskopfschmerz nicht vor. Manche Patienten können lärm- oder lichtempfindlich sein, aber weit seltener als dies bei Migränepatienten der Fall ist. Schwindel kommt nicht selten vor. Der Kopfschmerz verschlimmert sich meistens nicht durch körperliche Aktivitäten.

10 % der Patienten, die an Spannungskopfschmerz leiden, haben auch eine Migräne. Bei manchen Patienten kann der Spannungskopfschmerz von einer depressiven Störung oder Angststörungen begleitet werden.

Der Spannungskopfschmerz macht mehr als 75 % der Fälle von Kopfschmerzen aus, wegen denen Patienten in der allgemeinmedizinischen Praxis Hilfe suchen, aber viele Patienten mit gelegentlichen Spannungskopfschmerz benötigen keinen ärztlichen Rat. Frauen sind von dieser Kopfschmerzart etwas häufiger betroffen als Männer.

Ursachen

Der Kopfschmerz ist vermutlich mit einer erhöhten Spannung in der Kopf- und Nackenmuskulatur verbunden, aber es steht nicht fest, ob dies eine Ursache oder eine Folge der Beschwerden ist. Schmerzen und Empfindlichkeit in den Muskeln und Muskelansätzen rund um den Kopf, Nacken und Hinterkopf treten bei manchen Patienten auf, aber nicht bei allen.

Psychischer Stress ist ein häufiger auslösender Faktor für den Spannungskopfschmerz. Oft verursacht bereits nur das, was als „normaler“ psychischer Stress bezeichnet wird, den Kopfschmerz bei Patienten, die dafür prädisponiert sind. Manche Patienten empfinden eher Schmerzen als andere, und starke Schmerzbeschwerden können im Laufe der Zeit dazu führen, dass sich diese Tendenz verstärkt. Wahrscheinlich können die Ursachen teilweise dadurch erklärt werden, dass die schmerzleitenden Nervenfasern bei manchen Personen empfindlicher sind.

Diagnostik

Die Diagnose beruht in erster Linie auf der Beschreibung der typischen Symptome. Bei einer Untersuchung der Mobilität und Funktion des Nackens wird von dem Kopfschmerz unterschieden, bei dem die Beschwerden von den Nackenwirbeln her stammen. Typische Befunde beim Spannungskopfschmerz können eine empfindliche Muskulatur und empfindliche Muskelansätze im Nacken sein; sie treten aber nicht bei allen Patienten auf. Bei vielen Patienten führt ein leichter Druck auf die Muskelansätze im Nacken dazu, dass die Schmerzen nach vorne zur Stirn ziehen.

Es kann sehr hilfreich sein, einen sogenannten  (ein Tagebuch) zu verwenden, in dem die Beschwerden einige Wochen lang aufgezeichnet werden. Der Kopfschmerzkalender kann als Hilfsinstrument verwendet werden, um die richtige Diagnose zu stellen, er kann aber auch als Instrument verwendet werden, um die Therapiewirkung zu messen.

Behandlung

Es ist wichtig zu wissen, dass die Schmerzen nicht von einer schweren Erkrankung verursacht werden. Ein weiteres Ziel ist es, Schmerzen vorzubeugen und sie zu lindern. Sie können selber verschiedene Entspannungstechniken erlernen, für ausreichend körperliche Aktivität sorgen und darauf achten, dass Sie genug Schlaf bekommen. Vermeiden Sie den übermäßigen Gebrauch von schmerzstillenden Medikamenten, da diese selber Kopfschmerzen verursachen können (arzneimittelinduzierter Kopfschmerz).

Wenn schmerzstillende Medikamente empfohlen werden, ist es wichtig, Medikamente zu vermeiden, die abhängig machen können. Bei akuten und kurz anhaltenden Episoden des Spannungskopfschmerzes wird der Gebrauch von Paracetamol oder nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), wie z. B. Ibuprofen, empfohlen. Eine solche Therapie kann bei akuten Schmerzen sehr wirksam sein, die Medikamente sollten jedoch höchstens zwei Wochen lang täglich bzw. nicht mehr als 10 Tage pro Monat eingenommen werden.

Wenn eine medikamentöse Therapie empfohlen wird, die länger als zwei Wochen anhält, ist stattdessen eine sogenannte Schmerzprävention empfehlenswert. Hierbei handelt es sich um einen Medikamententyp, der die Empfindlichkeit der Nervenfasern im Körper reduzieren soll und somit allmählich die Schmerzen dämpft und ihnen vorbeugt. Der Effekt einer solchen präventiven Therapie wird kontrovers diskutiert, einige Patienten können hiervon profitieren. Solche schmerzstillenden Medikamente werden täglich über einen Zeitraum von ein paar Monaten eingenommen, auch an schmerzfreien Tagen. Amitriptylin wird am häufigsten verwendet, aber auch Mirtazapin und Venlafaxin haben eine positive Wirkung gezeigt. Dies sind Medikamente, die eigentlich zur Behandlung von Depressionen verwendet werden, aber wenn sie zur Schmerzlinderung eingesetzt werden, werden sie in niedrigeren Dosen verabreicht.

Eine physikalische Therapie, eine Manualtherapie und insbesondere das Training von Entspannungstechniken und Biofeedback können hilfreich sein. Auch für Akupunktur gibt es vorsichtig positive Empfehlungen. Naturheilkundlich kann Pfefferminzöl, in die Nacken- und Schläfenmuskulatur massiert, verwendet werden. 

Prognose

Gelegentlich auftretender Spannungskopfschmerz wird nicht chronisch. Häufiger auftretender Kopfschmerz (bis 14 Tage/Monat) hat ein gewisses Risiko, chronisch zu werden. Für viele Patienten können Informationen über den Spannungskopfschmerz nützlich sein. Ihnen hilft es zu wissen, dass der Kopfschmerz eine normale Folge von Stress und anderen psychischen Belastungen ist. Es kann jedoch schwierig sein, den Kopfschmerz vollständig loszuwerden. Dennoch ist es wichtig, sich auf die Bewältigung der Situation zu konzentrieren. Versuchen Sie zu vermeiden, dass der Kopfschmerz Ihre ganzen Aktivitäten steuert.

Wie bereits erwähnt, verschlimmert sich der Kopfschmerz nicht durch körperliche Aktivität. Bewegung kann sogar ein sehr gutes Mittel gegen die Schmerzen und negative Stimmung sein. Versuchen Sie daher, regelmäßig körperlich aktiv zu sein.

Weitere Informationen

Autoren

  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Spannungskopfschmerz. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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