Epilepsie, Diagnostik

Epilepsie ist eine Erkrankung, die sich in Form von vermehrten epileptischen Krampfanfällen äußert. Bei solchen epileptischen Anfällen kann es beispielsweise zu unkontrollierten Muskelzuckungen und Bewusstseinsverlust kommen. Die Untersuchungen nach epileptischen Anfällen haben das Ziel, eine mögliche Ursache festzustellen. Dazu gehören Untersuchungen der elektrischen Aktivität im Gehirn und bildgebende Untersuchungen.

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Was ist Epilepsie?

Etwa 4–10 % der Bevölkerung erleidet in ihrem Leben einen epileptischen Anfall. Diese Anfälle entstehen durch eine plötzliche, synchrone Aktivierung von Nervenzellen im Gehirn und können sich auf vielfältige Art und Weise äußern. Von einer Epilepsie spricht man allerdings erst bei vermehrtem Auftreten solcher Anfälle und hier ist der Anteil der Betroffenen deutlich geringer.

Bei einem epileptischen Anfall kommt es zur übermäßigen Aktivität von Nervenzellen im Gehirn. Dies kann sich für den Betroffenen beispielsweise durch Zuckungen und Krämpfe bis hin zu Bewusstseinsverlust äußern. Man unterscheidet generalisierte Anfälle, die beide Gehirnhälften betreffen und häufig mit Bewusstseinsverlust auftreten von fokalen Anfällen, die ein bestimmtes Areal des Gehirns betreffen. Einem epileptischen Anfall folgt häufig eine Phase starker Erschöpfung und Müdigkeit.

Diagnostik

Nach einem ersten epileptischen Anfall oder bei dem Verdacht auf Epilepsie werden Untersuchungen durchgeführt, um festzustellen, ob es sich um eine Epilepsie handelt und ob diese Erkrankung behandelt werden sollte. Dazu gehören die Umstände des epileptischen Anfalls und einige spezielle Untersuchungen. Nach einem erstmaligen epileptischen Anfall wird der Betroffene häufig in ein Krankenhaus eingewiesen. Bei Menschen mit vorbekannter Epilepsie ist dies nicht unbedingt bei jedem erneuten Anfall notwendig.

Beschreibung des Anfalls

Die meisten Betroffenen treffen erst auf einen Arzt, wenn der epileptische Anfall bereits vorbei ist. Für den Arzt ist es wichtig zu wissen, wie der Anfall verlaufen ist. Da Betroffene während eines epileptischen Anfalls das Bewusstsein verlieren können, werden häufig Angehörige und anderen Augenzeugen gebeten, das Geschehene zu schildern. Alle Informationen über den Hergang eines Krampfanfalls können von Bedeutung sein, um die Diagnose zu sichern. Insbesondere Angaben zur Dauer des Anfalls, einem möglichen Bewusstseinsverlust, Stürzen oder Muskelzuckungen sind dabei von Bedeutung. Wenn sich die Betroffenen auf die Zunge oder die Lippen gebissen haben, sollten sie dem Arzt ebenfalls davon berichten. Wichtige Hinweise sind auch seltsame körperliche Empfindungen direkt vor dem Anfall. Zusätzlich werden in der Regel die Umstände, in denen es zum Anfall kam, erfragt. Dazu gehört beispielsweise, ob die Betroffenen ausreichend geschlafen haben, Alkohol getrunken haben oder besonderem Stress ausgesetzt waren.

Klinische Untersuchung

Nach einem Anfall kann eine klinische Untersuchung komplett unauffällig sein. Gelegentlich finden sich aber Zeichen für einen stattgefundenen epileptischen Anfall. Das könnten beispielsweise ein Biss auf die Zunge, der ungewollte Verlust von Urin, muskelkaterartige Schmerzen oder starke Müdigkeit sein. Die Schläfrigkeit kommt nach einem Krampfanfall relativ häufig vor und kann mehrere Stunden anhalten. Falls sich bei der Untersuchung andere Auffälligkeiten ergeben, könnte dies Hinweis auf eine andere, der Epilepsie zugrundeliegende Erkrankung, geben.

Weitere Untersuchungen

In den meisten Fällen werden nach einem epileptischen Anfall weitere Untersuchungen durchgeführt. In der Laboruntersuchung des Blutes kann unter anderem auf Stoffwechselentgleisungen, wie einen niedrigen Blutzucker (z. B. bei Diabetes Typ 1 oder Typ 2) oder Störungen im Elektrolythaushalt getestet. Nach einem generalisierten Anfall mit ausgeprägtem Muskelzucken, können erhöhte Spiegel von Muskelenzymen nachweisbar sein.

Eine weitere wichtige Untersuchung ist die sogenannte Elektroenzephalografie, kurz EEG. Bei dieser Untersuchung werden die elektrischen Aktivitäten des Gehirns durch Elektroden, die auf den Kopf aufgeklebt werden, abgeleitet und aufgezeichnet. Für den Betroffenen ist die Untersuchung nicht unangenehm oder mit Schmerzen verbunden. In manchen Fällen wird jedoch zusätzlich mit betonter und tiefer Atmung oder flackernden Lichtern versucht, anfallsähnliche Muster zu provozieren. Bestimmte Muster und Rhythmen in der elektrischen Aktivität können auf die Form und den Ursprung der Epilepsie hinweisen. Während eines epileptischen Anfalls zeigt das EEG fast immer einen auffälligen Befund, jedoch ist dieser zu dem Zeitpunkt der Untersuchung meist schon wieder vorüber. Zwischen den Anfällen kann das EEG trotz Epilepsie einen normalen Befund ergeben.

Zuletzt wird in der Regel eine bildgebende Untersuchung durchgeführt, um mit Hilfe detaillierter Aufnahmen festzustellen, ob eine Schädigung des Gehirns als Ursache der Epilepsie in Frage kommt. Hierzu wird meist die Magnetresonanztomografie (MRT) oder seltener die Computertomografie (CT) eingesetzt. Der Patient liegt bei beiden Untersuchungsverfahren in einer Art Tunnel, während ein Apparat mehrere Aufnahmen des Gehirns vornimmt. Die Computertomografie geht sehr schnell. Die Magnetresonanztomografie dauert etwas länger.

Andere mögliche Diagnosen

Die genannten Untersuchungsverfahren dienen unter anderem auch dem Ausschluss anderer potenzieller Erkrankungen, die zu Symptomen führen können, die einem epileptischen Anfall ähneln. Ein wichtiges Phänomen ist die Ohnmacht (Synkope), die sehr ähnlich ablaufen kann. Im Rahmen von psychischen Erkrankungen kann es zu ähnlichen Episoden kommen, die aber nicht mit Epilepsie-Medikamenten behandelt werden sollten. Daneben gibt es einige weitere Erkrankungen, die entweder einer Epilepsie ähnliche Symptome verursachen oder einem epileptischen Anfall zugrunde liegen können. Im Rahmen der Untersuchungen wird oft auf diese Erkrankungen getestet.

Weitere Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Epilepsie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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