Multiple Sklerose, Ursachen

Trotz langjähriger intensiver Forschung konnte die genaue Ursache der Multiplen Sklerose (MS) bisher nicht geklärt werden.

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Ursachen

Die Ursache für die Entwicklung einer Multiplen Sklerose (MS) ist bisher nicht eindeutig geklärt. Es wird angenommen, dass es sich bei der MS um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der die Immunabwehr durch unbekannte Auslöser körpereigene Zellen angreift, was zu deren Untergang führt. Im Falle der MS wird das Myelin der Nervenscheiden im Gehirn und im Rückenmark angegriffen, was dazu führt, dass die beschädigten Nerven die elektrischen Informationen nur noch langsam oder gar nicht mehr weiterleiten können. Man geht davon aus, dass genetische Faktoren und Umwelteinflüsse hierbei eine Rolle spielen. Dafür spricht auch das häufigere Auftreten bei Personen europäischer Abstammung in Regionen mit gemäßigtem Klima.

Die Rolle des Immunsystems bei MS

Das Immunsystem hat die Aufgabe, den Körper vor Krankheitserregern zu schützen. Bei einer Infektion oder Verletzung werden weiße Blutkörperchen an die betroffene Stelle transportiert, um die Erreger zu bekämpfen. An dem betroffenen Ort entsteht eine Entzündung.

Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe an. Es entsteht eine Entzündung, obwohl kein Krankheitserreger vorhanden ist. Diese Entzündung kann sich von alleine zurückbilden. Es gibt allerdings auch langwierige Verläufe autoimmuner Entzündungen. Bei der MS wird das nervenumhüllende Myelin angegriffen. Man geht davon aus, dass ein autoimmuner Prozess hierfür verantwortlich ist. Die Zerstörung der Myelinscheiden führt dazu, dass die Nervenfasern langsamer leiten oder sogar untergehen können.

Warum greift das Immunsystem bei MS das Myelin an?

Die MS tritt häufig in Assoziation mit Virus-Erkrankungen, z. B. dem Epstein-Barr-Virus oder bestimmten Herpesviren, auf. Theorien gehen davon aus, dass das Immunsystem fehlgeleitet wird, weil das Myelin ähnlich aufgebaut ist wie die Oberfläche bestimmter Krankheitserreger. Allerdings wurden bisher keine eindeutigen „MS-Erreger" festgestellt. Viele Menschen erkranken an Virus-Infektionen, ohne dass eine MS auftritt. Ebenso sind viele Patienten, die an MS erkrankt sind, nicht mit den Erregern infiziert gewesen. Letztendlich bleibt also weiterhin unklar, warum hauptsächlich die Myelinscheiden von der Entzündung betroffen sind.

Weitere mögliche Aspekte, die mit MS assoziiert sind

Genetik

Bei etwa 15 % aller Patienten mit MS tritt die Erkrankung in der Verwandtschaft auf, es existiert also eine genetische Komponente. Allerdings ist keine direkte Vererbung für die MS bekannt. Man geht eher davon aus, dass bei familiär gehäuftem Auftreten eine sogenannte Prädisposition für die Erkrankung vorliegt, d. h. es besteht eine „Neigung" für die Entwicklung der MS.

Rauchen

Das Risiko für Raucher, an MS zu erkranken, ist 1,5-mal so hoch wie bei Nichtrauchern. Warum dies der Fall ist, konnte bisher nicht geklärt werden.

Vitamin D

Unter Sonneneinstrahlung wird in der Haut Vitamin D gebildet. In Regionen mit geringer Sonneneinstrahlung und entsprechend niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln tritt MS vermehrt auf. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel vor MS schützen kann. Dieser Zusammenhang ist dennoch als Ursache für die MS nicht ausreichend belegt.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marleen Mayer, Ärztin, Mannheim

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Multiple Sklerose (MS). Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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