Komplikationen von Hirntumoren

Je nach Größe und Lage kann ein Hirntumor verschiedene Hirnschäden verursachen.

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Durch den Tumor bedingte Komplikationen

Je nach Größe und Lage kann ein Hirntumor verschiedene Hirnschäden verursachen. Wird ein Tumor recht bald nach Auftreten von Beschwerden entfernt, kann sich das Gehirn oft wieder erholen und seine Funktion wiedererlangen. Es sind jedoch auch bleibende Hirnschäden möglich.

Das Gehirn ist in verschiedene Bereiche unterteilt, die für eine Reihe unterschiedlicher Funktionen zuständig sind. Zum Beispiel hat der vordere Teil des Gehirns wichtige Aufgaben im Zusammenhang mit dem Denken und dem Steuern unserer Bewegungen. Ein Hirntumor in diesem Bereich kann Druck auf das Hirngewebe dieses Bereichs ausüben oder ins Gewebe hineinwachsen, was zu Lernproblemen und verschlechtertem Gedächtnis führen kann. Er kann auch das Sprechen und Gehen erschweren. Ein Hirntumor im hinteren Teil des Gehirns, im Okzipitallappen, kann Sehprobleme verursachen. Dies liegt daran, dass hier das Sehzentrum des Gehirns befindet, das die Fähigkeit steuert, zu sehen und zu verstehen, was man sieht.

Hirntumoren können auch eine akute Komplikation verursachen, die Hydrozephalus genannt wird. Ursache dafür ist ein erhöhter Hirndruck durch vermehrte Hirnflüssigkeit (Zerebrospinalflüssigkeit) im Inneren des Schädels. Ein Hydrozephalus tritt auf, wenn ein Tumor die Zirkulation und den Abfluss der Zerebrospinalflüssigkeit im und um das Gehirn blockiert. Der erhöhte Druck führt dazu, dass die empfindlichen Hirnzellen nicht mehr korrekt arbeiten können: es kommt zu Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit/Erbrechen oder auch spezifischeren neurologischen Störungen. Im schlimmsten Fall wird Druck auf das Atemzentrum im Hirnstamm ausgeübt und es kommt zu Atemproblemen. Unbehandelt können diese zum Tod führen. Bei erhöhtem Hirndruck muss die überschüssige Flüssigkeit möglichst schnell abgeleitet (drainiert) werden, um den Druck zu senken und damit das Risiko einer dauerhaften Hirnschädigung zu verringern.

Auch Blutungen im Gehirn, die von einem Tumor verursacht werden, erfordern oft akute Maßnahmen, weil sie akut großen Druck auf das Hirngewebe ausüben können. Die enstehenden Symptome sind die eines (schweren) Schlaganfalls.

Durch die Therapie bedingte Komplikationen

Da das Hirngewebe sehr empfindlich gegenüber Schäden ist, kann auch die Therapie von Hirntumoren vorübergehende oder bleibende Beschwerden nach sich ziehen. Bei einer Operation zur Entfernung des Tumors wird der Chirurg daher so zielgenau wie möglich Tumorgewebe zerstören ohne umliegendes Nervengewebe zu schädigen. Dennoch kann es nachfolgend zu Problemen der neurologischen Funktionen kommen.

Auch die Bestrahlung kann sich auf die Hirnfunktionen auswirken: Vor allem bei Kindern sind kognitive Funktionsstörungen, Entwicklungsprobleme, Wachstumsstörungen oder auch eine beeinträchtigte Feinmotorik mögliche Folgen. Grundsätzlich erhöht eine Strahlentherapie zudem das Risiko für die Entstehung eines anderen Tumors und wird daher so gering dosiert wie es zur Therapie des Hirntumors nötig ist.

Wahrscheinlich können auch einige Chemotherapeutika zu kognitiven bzw. neurologischen/psychologischen Problemen führen.

Diese möglichen Komplikationen wägen Ärzte bei der Planung der Therapie genau ab.

 

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Hirnfunktionen
Hirnfunktionen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Intrakranielle Tumoren bei Erwachsenen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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