Neurologische Untersuchung

Die Neurologie ist ein medizinisches Spezialgebiet, das sich mit Symptomen und Erkrankungen des Nervensystems beschäftigt. Dazu zählen sowohl Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark (zentrales Nervensystem) als auch Erkrankungen der übrigen Nerven/Nervenbahnen im Körper (periphere Nerven).

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Neurologie – Was ist das?

Die Neurologie ist ein medizinisches Spezialgebiet, das sich mit Symptomen und Erkrankungen des Nervensystems beschäftigt. Dazu zählen sowohl Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) als auch Erkrankungen der übrigen Nerven/Nervenbahnen im Körper (periphere Nerven). Ein Neurologe ist ein Spezialist auf dem Gebiet der Neurologie, der aufgrund seiner besonderen Ausbildung eine neurologische Untersuchung vornehmen kann und über umfangreiches Wissen darüber verfügt, wie sich neurologische Erkrankungen erkennen und behandeln lassen.

Neurologische Untersuchung

Die neurologische Untersuchung besteht aus mehreren Teilen: der Anamnese, der körperlichen Untersuchung des Patienten und gegebenenfalls zusätzlichen Untersuchungen. Die Untersuchung ist recht umfangreich, sodass Sie mit einer Dauer von einer halben Stunde bis zwei Stunden rechnen sollten.

Anamnese

Die Krankengeschichte, auch Anamnese genannt, erhebt der Neurologe in einem Gespräch mit Ihnen. Das Thema richtet sich dabei natürlich zunächst ganz nach Ihren jeweiligen Beschwerden. Der Arzt möchte sich dadurch ein klares Bild von der Art und der zeitlichen Entwicklung Ihrer Symptome verschaffen. Falls Sie sich nicht sicher sind, dass Sie alle Angaben allein machen können (etwa weil bei Ihnen Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen aufgetreten sind), ist es wichtig, dass eine Ihnen nahe stehende Person beim Gespräch dabei ist und gegebenenfalls ergänzende Informationen bereitstellen kann. Im Laufe des Gesprächs wird Sie der Arzt unter anderem fragen, ob Sie Bewegungsstörungen, einen Verlust von Kraft oder Geschicklichkeit in Armen und Beinen oder Gleichgewichtsstörungen bemerkt haben, ob es Ihnen schwerfällt, Arme und Beine zu kontrolliert zu bewegen, ob Sie unter Zittern oder Krämpfen leiden, ob Ihr Gefühlssinn in verschiedenen Bereichen des Körpers intakt ist, ob und wo Sie Schmerzen haben, ob Probleme bei der Konzentration oder mit dem Sprechen auftreten oder ob Sie im Beruf oder im Alltag Schwierigkeiten haben.

Außerdem wird er Sie nach vorherigen Beschwerden oder Erkrankungen sowie möglicherweise auch nach Krankheiten fragen, die in Ihrer Familie vorgekommen sind. Am besten denken Sie bereits vor der ärztlichen Untersuchung über diese Fragen nach. Dann fallen Ihnen die Antworten leichter, und Sie können genauere Angaben machen. Dadurch helfen Sie dem Arzt, die richtige Diagnose und Behandlung zu finden.

Wahrscheinlich wird der Arzt noch weitere Fragen haben, die je nach vermuteter Krankheit verschieden sind, aber die oben genannten sind die häufigsten.

Die körperliche Untersuchung

Sie werden einer umfassenden und gründlichen körperlichen Untersuchung unterzogen. Der Neurologe testet dabei, wie gut Ihr Nervensystem funktioniert. Dazu kann unter anderem Folgendes untersucht werden:

  • Mentale Funktionen: Sind Sie zeitlich, örtlich und in Bezug auf Ihre eigene Situation und Person orientiert?
  • Hirnnerven: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Augenbewegungen, Gesichtsbewegungen
  • Sprechen, Sprache und Verständnis: Fällt es Ihnen schwer, sich auszudrücken? Können Sie problemlos sprechen? Können Sie alles verstehen, was der Arzt Ihnen sagt?
  • Muskulatur: Gibt es Anzeichen von Muskelschwund, herabgesetzter Muskelkraft oder unwillkürlichen Bewegungen, Zittern oder Muskelanspannungen?
  • Gleichgewicht und Koordination: Sind Ihre Bewegungen gleichmäßig und normal?
  • Gefühlssinn: Nehmen Sie Berührungen sowie Schmerz- und Temperaturreize in verschiedenen Teilen des Körpers genau wahr?
  • Reflexe (der Arzt klopft dabei mit einem Reflexhammer auf bestimmte Stellen oder streicht mit einem dünnen Stift über Ihre Haut): Sind Ihre Reflexe normal und auf beiden Seiten gleich stark?
  • Gangbild: Gehen Sie normal?

Ergänzende Untersuchungen

Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Tests und Untersuchungen, die ergänzend durchgeführt werden können. Für Untersuchungen wie die EEG oder EMG muss normalerweise ein weiterer Termin ausgemacht werden. Bei der EEG wird die elektrische Aktivität des Gehirns aufgezeichnet. Bei der EMG wird die elektrische Aktivität der Muskeln aufgezeichnet. Je nach Beschwerdebild ist es auch sinnvoll, die Funktion der Nerven (Test der Nervenleitgeschwindigkeit) zu prüfen. Bei dem Verdacht auf bestimmte Krankheiten ist es zudem wichtig, verschiedene Blutwerte und auch den Liquor (Hirnwasser, d.h. Flüssigkeit, die Hirn und Rückenmark umgibt) zu überprüfen. Dafür nimmt die Ärztin eine Liquorpunktion vor: Mit einer dünnen Nadel wird unter örtlicher Betäubung etwas Flüssigkeit aus dem Bereich des Rückenmarks im unteren Teil der Wirbelsäule entnommen.

Bildgebende Untersuchungen

Bildgebende Untersuchungen finden gesondert in Radiologie- oder MRT-Zentren statt. Zur weiteren Abklärung neurologischer Krankheiten dienen v.a. die CT des Gehirns und/oder der Wirbelsäule, die MRT des Gehirns und/oder der Wirbelsäule sowie verschiedene Röntgenuntersuchungen.