Morton-Neuralgie

Es handelt sich um eine Verdickung der Nerven zwischen dem dritten und vierten Mittelfußknochen, die Schmerzen unter dem Fuß bis zu den Zehen verursachen kann. Der Erkrankung kann mit richtigen Schuhen, eventueller Kortisoninjektion oder chirurgischen Eingriffen verbessert werden.

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Was ist Morton-Neuralgie?

Der Schmerz tritt am häufigsten unter den Ballen des dritten und vierten Zehs auf (der erste Zeh ist der große Zeh, der fünfte Zeh ist der kleine Zeh). Der Schmerz ist das Problem, denn die Erkrankung selbst ist völlig ungefährlich.Mittelfuß ist die Bezeichnung von fünf Knochen in unserem Fuß. Sie verbinden die Fußknöchel mit den Zehenknochen. Algie bedeutet Schmerz. Entlang jeder dieser Knochen verläuft ein Nerv, der über diesen Weg zu einem Zeh führt. Diese Nerven können Druck-gefährdet sein – was zu Reizungen der Nerven führt und Schmerzen auslöst. Im Laufe der Zeit kann eine solche Reizung dazu führen, dass der Nerv anschwillt und sich ein Nervenknoten, ein sogenanntes Neurom, bildet. Der Nerv wird dann noch mehr zusammengedrückt und die Beschwerden und Schmerzen werden schlimmer.

Die Erkrankung ist relativ selten. Am meisten sind Jogger und Frauen mittleren Alters gefährdet, die Schuhe tragen, die schlecht sitzen.

Symptome

Brennende Schmerzen in der Fußsohle, die in die Zehen ausstrahlen können. Die Schmerzen treten erst beim Gehen auf oder wenn man die Schuhe auszieht, die die Beschwerden ausgelöst haben. Später sind die Schmerzen die ganze Zeit vorhanden, und sie können bis hoch in das Bein ausstrahlen. Läufer können in den betroffenen Zehen, in der Regel zwischen dem dritten und vierten Zeh, über ein Taubheitsgefühl oder Schmerzen klagen, die sich bei einer Aktivität erhöhen.

Diagnostik

Der Arzt stellt die Diagnose aufgrund der typischen Anamnese. Durch Druck von oben oder unten gegen den Nerv zwischen den Knochen im Mittelfuß werden Schmerzen ausgelöst. Das gleiche passiert, wenn der Mittelfuß von beiden Seiten gequetscht wird oder wenn die Zehen kräftig nach oben gebeugt werden. Es kann auch eine örtliche Betäubung durchgeführt werden. Die Diagnose wird bestätigt, wenn die Schmerzen vorübergehend verschwinden.

Ultraschall oder MRT können die Diagnose bestätigen, aber diese Untersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich.

Therapie

Schuhe oder Einlagen können angepasst werden, die ein gutes Fußgewölbe unterstützen und damit zu Entlastung und Schmerzlinderung beitragen. Ein geräumiger Schuh, der den Fuß nicht zusammenquetscht, wird die Erkrankung auch verbessern. Die Wirkung dieser Maßnahmen tritt oft innerhalb weniger Tage ein.

Kortison und örtliche Betäubung können auch eine positive Wirkung haben.

Manchmal ist eine Operation notwendig, bei der der Nerv und die Schwellung entfernt wird. Es gibt mehrere Operationsmethoden, die zum Einsatz kommen, und die meisten waren nach dem Eingriff symptomfrei. Es wird empfohlen, mit einer Operation zu warten, bis die oben genannten konservativen Behandlungsmethoden versucht wurden. Wenn nach 9 bis 12 Monaten keine Verbesserung eingetreten ist, kann eine Operation in Betracht gezogen werden.

Prognose

Die Erkrankung bessert sich in der Regel ziemlich schnell, wenn sie behandelt wird und lässt sich heilen. Selten kommt ein Neurom, das chirurgisch entfernt wurde, zurück.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Sprunggelenk, Sehnen und Nerven
Sprunggelenk, Sehnen und Nerven

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Morton-Metatarsalgie. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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