Schluckauf

Längerer Schluckauf, der mehr als zwei Tage oder bis zu mehreren Monaten anhält, kann auf eine Erkrankung oder Verletzung zurückgehen.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Was ist Schluckauf?

  • Schluckauf sind unwillkürliche, periodische Kontraktionen des Zwerchfellmuskels, der Interkostalmuskeln und der Stimmbänder mit gleichzeitiger Schließung des Kehldeckels.

Ursache

Häufige Ursachen:

  • Kurzzeitiger Schluckauf:
    • Kann durch schnelle Nahrungsaufnahme, kalte Getränke, Alkohol, Stress, Operationen, bestimmte Medikamente ausgelöst werden.

Seltene Ursachen

Was kann der Patient selbst tun?

  • Es gibt viele „Hausmittel“, und einige davon können tatsächlich Abhilfe verschaffen, z. B.:
    • Die Bewegung des Zwerchfells zu reduzieren und den Kohlendioxidgehalt zu erhöhen, indem man tief einatmet und mindestens 20 Sekunden den Atem anhält. Dies ruft einen Würgereflex hervor, der den Zwerchfellnerv beeinflusst, so dass der Zwechfellmuskel anders arbeitet; auch ein Heimlich-Handgriff (eine andere Person stellt sich hinter diejenige, die Schluckauf hat, fasst sie um den Brustkorb und drückt kräftig nach oben und innen) kann helfen
    • Andere Hausmittel, wie z. B. gebückt zu stehen und ein Glas Wasser zu trinken, indem man vom gegenüberliegenden Rand des Glases trinkt, und viele weitere haben keinen nachgewiesenen Einfluss, sind aber in der Regel ungefährlich

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

  • Bei längerem oder regelmäßigem, ständig wiederkehrendem Schluckauf

Wie geht der Arzt vor?

Anamnese

Der Arzt kann Ihnen folgende Fragen stellen:

  • Seit wann haben Sie Probleme mit Schluckauf?
  • Wie oft haben Sie die Beschwerden?
  • Tritt der Schluckauf in bestimmten Situationen auf?
  • Haben Sie andere Erkrankungen und welche Medikamente nehmen Sie?

Ärztliche Untersuchung

  • Der Arzt untersucht den Patienten, um zu sehen, ob eine Grunderkrankung vorliegt.

Weitere Untersuchungen

  • Hängen davon ab, ob der Arzt bestimmte Erkrankungen vermutet.
  • In den meisten Fällen sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich.

Überweisung an einen Spezialisten oder ein Krankenhaus

  • Ist nur selten erforderlich.

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Schluckauf (Singultus). Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Wilkes G. Hiccups. Mescape 2017. emedicine.medscape.com
  2. Eisenächer A, Spiske J: Case report: persistent hiccups (singultus) as the presenting symptom of medullary cavernoma. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(48): 822–6. www.aerzteblatt.de
  3. Becker DE. Nausea, vomiting, and hiccups: a review of mechanisms and treatment. Anesth Prog. 2010 Winter;57(4):150-6; quiz 157. doi: 10.2344/0003-3006-57.4.150. www.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Chang FY, Lu CL. Hiccup: Mystery, Nature and Treatment. J Neurogastroenterol Motil. 2012;18:123–130. www.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Vecellioa M, Bloch KE, Bassettia CL. Chronischer zentralnervös bedingter Singultus. Schweiz Med Forum 2007;7:158–161. medicalforum.ch
  6. Erbguth, Frank & Dietrich, Wenke. Hirndruck und Hirnödem. Der Anaesthesist. 62.2013 www.researchgate.net
  7. Deutsche Krebsgesellschaft. Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen - interdisziplinäre Querschnittsleitlinie. AWMF-Leitlinie Nr.032-054OL. Stand 2016. www.awmf.org
  8. Kuhn M . Reinhart W, Singultus, Schweiz Med Forum 2004;4:1138–1141 medicalforum.ch
  9. Moretto EN, Wee B, Wiffen PJ, et al. Interventions for treating persistent and intractable hiccups in adults. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(1):CD008768. www.cochranelibrary.com
  10. Neurologie-Netz. Nichtepileptische- anfallsartige- Erkrankungen. Zugriff 16.12.2019 www.neurologienetz.de