Zittern

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Was versteht man unter Zittern?

Unter Zittern versteht man rhythmische Bewegungen eines Körperteils, die am häufigsten in den Händen, Armen oder am Kopf vorkommen. Ein solches Zittern kann aber auch in den Beinen auftreten.

Rhythmisches, unwillkürliches Zittern wird in der medizinischen Fachsprache als Tremor bezeichnet.

Handelt es sich um unregelmäßige, unkoordinierte Bewegungen ohne bestimmten Rhythmus, spricht man hingegen eher von Ataxie.

Medizinische Beurteilung des Zitterns

Die meisten Formen des Tremors verschlimmern sich durch Angst, Anspannung oder Nervosität. Gleichzeitig kann es sich hier aber auch um ein harmloses Zittern handeln, das durch die Situation bedingt ist.
Man unterscheidet zwischen unterschiedlichen Arten des Zitterns, abhängig von dem Zeitpunkt des Auftretens.

Ruhetremor: Zittern, wenn sich das betreffende Körperteil in Ruhe befindet, z. B. wenn die Hände entspannt im Schoß liegen.

Haltetremor: Zittern in Körperteilen, die aktiv in einer bestimmten Position gehalten werden, z. B. ausgestreckte Arme.

Intentionstremor: Zittern bei gezielten Bewegungen, z. B. beim Trinken aus einem Glas.

Ursache

Häufige, nicht behandlungsbedürftige Ursachen

Normales Zittern bei Angst und Nervosität, das bei allen Menschen auftreten kann.

Häufige Ursachen, die möglicherweise behandlungsbedürftig sind

Gutartiger essenzieller Tremor

  • Oft familiäre Häufung, beginnt meist im Erwachsenenalter und verstärkt sich schrittweise.
  • Variiert in Häufigkeit und Schwere, tritt beidseits an den Händen auf, kann aber auch den Kopf betreffen.
  • Ruhetremor ist selten. Dagegen ist der Haltetremor am häufigsten und ein Intentionstremor kommt meist zusätzlich hinzu.
  • Das Zittern nimmt durch Stress, Angst oder Müdigkeit zu.

Parkinson-Krankheit

  • Tritt in der Regel bei Personen über 60 Jahren auf, zunächst einseitig. Der Zustand verschlechtert sich im Lauf der Zeit, da andere Symptome hinzukommen und weitere Körperbereiche betroffen sind.
  • Typische Symptome sind Zittern, das bei körperlicher Belastung zunimmt, langsame Bewegungen, Verlust der Mimik, monotone Stimme.
  • Das Zittern ist jedoch kein Maßstab für die Schwere der Parkinson-Erkrankung.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

  • Diese Erkrankung tritt deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern auf.
  • Typische Symptome sind Zittern, Gewichtsverlust trotz gutem Appetit, Schwitzen und Wärmeempfindlichkeit, Herzklopfen, Unruhe, Reizbarkeit.

Chronischer Alkoholismus

  • Häufig kommt es nach längerem Alkoholkonsum zu einem Zittern der Hände.
  • Chronischer Alkoholkonsum kann das Kleinhirn schädigen.
  • Ursache eines Tremors kann ebenso ein Alkoholentzug sein.

Durch Arzneimittel ausgelöster Tremor

  • Zu den auslösenden Medikamenten zählen u. a. Lithium, Antidepressiva (SSRI), und bestimmte Neuroleptika.

Seltene Ursachen, die eventuell eine Behandlung erfordern

Erkrankungen des Kleinhirns

  • Diese verursachen einen Intentionstremor und Ataxien, also unkontrollierte und unsichere Bewegungen.
  • Führt zu starkem Zittern; unregelmäßigen, unkontrollierten und unsicheren Bewegungen, Tremor insbesondere bei zielgerichteten Bewegungen.
  • Hinzu kommt eine reduzierte Fähigkeit, entgegengesetzt gerichtete Bewegungen nacheinander auszuführen.
  • Ursache ist meist ein Schlaganfall oder eine multiple Sklerose.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn das Zittern die alltägliche Lebensführung einschränkt oder eine Belastung darstellt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der Ihnen weiterhelfen kann.

Wie geht der Arzt vor?

Anamnese

Der Arzt kann Ihnen folgende Fragen stellen:

  • Seit wann tritt das Zittern bei Ihnen auf? Wie hat sich Ihr Zustand entwickelt?
  • Besteht ein Zusammenhang mit Angst und Nervosität?
  • Gibt es andere Fälle von Zittern in Ihrer Familie?
  • Zittern Sie, wenn Sie ruhig liegen?
  • Zittern Sie am insbesondere, wenn Sie eine Tätigkeit ausführen müssen?
  • Entstehen Ihnen durch das Zittern praktische Probleme oder Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen?
  • Haben Sie neben dem Zittern noch andere Symptome bemerkt?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?

Ärztliche Untersuchung

Der Arzt bewertet, um welchen Typ von Tremor es sich handelt und sucht zudem nach Anzeichen für andere Erkrankungen.
Er wird eine körperliche und neurologische Untersuchung durchführen und – abhängig von der vermuteten Diagnose – eventuell Bluttests.
Bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Erkrankung des Nervensystems kann eine Untersuchung per CT oder MRT erforderlich sein.

Überweisung an einen Spezialisten oder ein Krankenhaus

Wenn der Verdacht auf eine neurologische Erkrankung besteht, erfolgt eine Überweisung an einen Spezialisten zur weiteren Abklärung und ggf. Einleitung einer entsprechenden Therapie.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Jonas Klaus, Arzt, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Zittern (Tremor). Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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