Überaktive Blase (ÜAB)

Zusammenfassung

  • Definition:Die „überaktive Blase“ (ÜAB, gleichbedeutend mit Overactive Bladder: OAB) geht mit Pollakisurie, imperativem Harndrang und Nykturie mit oder ohne Inkontinenz einher.
  • Häufigkeit:Die Prävalenz liegt bei ca. 15 % und steigt mit dem Alter. Keine geschlechtsspezifischen Unterschiede.
  • Symptome:Symptome sind starker Harndrang und häufige Harnentleerung und Nykturie. Liegt eine Harninkontinenz vor, spricht man von „ÜAB nass/OAB wet“; liegt Drangsymptomatik ohne Inkontinenzsymptomatik vor, spricht man von „ÜAB trocken/OAB dry“.
  • Befunde:Die klinische Untersuchung ist häufig unauffällig.
  • Diagnose:Die überaktive Blase ist eine Ausschlussdiagnose, die voraussetzt, dass keine lokalen, metabolischen, neurologischen oder endokrinen Erkrankungen vorliegen.
  • Behandlung:Zur Behandlung steht ein mehrstufiges Schema zur Verfügung:Verhaltenstherapie und Physiotherapie, Pharmakologie,elektrische Neuromodulation,Botulinumtoxin A,sakrale Neuromodulation,Blasenaugmentation, Harnblasenersatz, Harnableitung.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Das Krankheitsbild „überaktive Blase“ (ÜAB, gleichbedeutend mit Overactive Bladder: OAB) beinhaltet die Symptome Pollakisurie, imperativer Harndrang und Nykturie mit oder ohne Inkontinenz.1
  • Die International Continence Society definiert die überaktive Blase (früher Dranginkontinenz oder Reizblase) als imperativer Harndrang, der schwer unterdrückbar ist, typischerweise begleitet von häufigem Harndrang und Nykturie mit oder ohne Inkontinenz (Overactive Bladder Syndrome, kurz OAB, nass oder trocken, engl.: wet oder dry).2-3
  • Die Diagnose ist eine klinische Diagnose und nicht mehr von einem urodynamischen Befund abhängig.4
  • Es darf dabei keine lokale, metbolische, neurologische oder endokrine Pathologie ursächlich sein.1
  • Beim Vorliegen dieser Symptome darf lediglich die Verdachtsdiagnose „ÜAB“ gestellt werden, die Diagnose steht erst nach Ausschluss anderer differenzialdiagnostisch infrage kommender Ursachen für das Krankheitsbild.1
  • Pollakisurie: mindestens 8 Miktionen/24 Stunden bei normaler Harnmenge (bis 2,8 l/24 h).1
  • Imperativer Harndrang: Plötzlicher, ohne Vorwarnung einsetzender Harndrang, der mit der Gefahr des Harnverlustes einhergeht.1
  • Nykturie: Gewecktwerden durch Harndrang und Blasenentleerung in der Nacht.1
  • Dranginkontinenz: unfreiwilliger Harnverlust in Zusammenhang mit imperativem Harndrang1; nach Definition der International Continence Society ist dies der veraltete Begriff für die ÜAB.4

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen