Chronische Nierenkrankheit

Zusammenfassung

  • Definition:Vorliegen einer die Gesundheit beeinträchtigenden morphologischen oder funktionellen Nierenschädigung und/oder GFR < 60 ml/min/1,73 m2 über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten. Albuminurie ist der wichtigste Indikator für die Prognose. Häufigste Ursachen: diabetische Nephropathie, Glomerulonephritiden, polyzystische Nierenerkrankungen.
  • Häufigkeit:Inzidenz in Westeuropa: ca. 10/100.000/Jahr. Prävalenz (GFR < 60 ml/min/1,73m): ca. 5 %
  • Symptome:Frühsymptome: Polyurie mit Isosthenurie, Hypertonie, Ödeme der unteren Extremitäten, Lidödeme. Spätsymptome: Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Blässe (renale Anämie), Kopfschmerzen, Sehstörungen, Appetitverlust, Übelkeit, Juckreiz, Restless-Legs-Syndrom. Endstadium: Erbrechen, Gewichtsverlust, Anurie, Enzephalopathie, Blutungsneigung, Dyspnoe.
  • Befunde:Hypertonie. Spätphase: Anämie, urämischer Foetor, Ödeme, Parästhesien, Lungenödem, Perikarditis, Pleuritis.
  • Diagnostik:Blut- und Urinuntersuchungen, Messung der glomerulären Filtrationsrate (GFR): Ausmaß der Niereninsuffizienz; weitere Untersuchungsmethoden je nach zugrunde liegender Ursache.
  • Therapie:Hauptsächlich Maßnahmen, die die Progression der Krankheit verzögern; bei weit fortgeschrittenen Erkrankung Dialyse und Transplantation.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Die chronische Nierenkrankheit (Chronic Kidney Diasease) ist definiert als:1-2
    • Vorliegen pathologischer Veränderungen der Nierenstruktur oder der Nierenfunktion (Reduktion der GFR < 60 ml/min/1,73m2)
      • über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten
      • mit Auswirkungen auf den Gesundheitszustand.
  • Marker der chronischen Nierenschädigung sind:1
    • Albuminurie
    • pathologisches Urinsediment
    • Wasser-/Elektrolytstörungen und andere pathologische Veränderungen infolge von Tubulopathien
    • histologische Nierenschäden
    • Nachweis pathologischer Nierenveränderungen durch bildgebende Verfahren.
  • Neben dem Verlust der Nierenfunktion hat eine chronische Nierenerkrankung außerdem ein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Hospitalisierung und Tod zur Folge.
  • Normalerweise handelt es sich um eine irreversible, progressive und schrittweise Einschränkung der Filtrationsfähigkeit der Nieren mit einem ungeachtet der Grunderkrankung relativ gleichartigen Krankheitsbild.
  • Eine chronische Nierenkrankheit kann sich normalerweise in unterschiedlicher Geschwindigkeit zu einer chronischen Niereninsuffizienz entwickeln.
  • Eine Urämie markiert das Endstadium der chronischen Nierenkrankheit.
  • Frühe Diagnose und Behandlung verzögern die Progression der chronischen Nierenkrankheit.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrollen

Patienteninformationen

Illustrationen