Harnblasenkrebs

Drei von hundert Männern und eine von hundert Frauen erkranken bis zum 75. Lebensjahr an Harnblasenkrebs. Rauchen ist ein wichtiger Risikofaktor. In vielen Fällen ist die Krebserkrankung nicht weit fortgeschritten, wenn sie – zum Beispiel bei einer Routineuntersuchung – entdeckt wird. Die Behandlung beschränkt sich oft auf einen kleinen operativen Eingriff. Manchmal ist die chirurgische Entfernung der Harnblase erforderlich. Die Prognose vieler Harnblasentumoren ist gut.

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Wie kommt es zu Harnblasenkrebs?

Krebserkrankungen zeichnen sich durch unkontrolliertes Wachstum und Entartung von Zellen aus. Bei Harnblasenkrebs geht diese Entwicklung von den Schleimhautzellen der Harnblase aus. Mit zunehmender Ausbreitung infiltriert der Tumor auch die Muskulatur der Harnblase, nahegelegene Lymphknoten und schließlich entfernte Organe wie Lunge und Leber.

Blasenkrebs ist die fünfhäufigste Krebsform bei Männern und die elfhäufigste bei Frauen. Männer haben ein bis zu 5-fach höheres Risiko als Frauen, an Blasenkrebs zu erkranken. Blasenkrebs ist eine Erkrankung des älteren Menschen. Das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung ist 73–75 Jahre.

Beim Harnblasenkrebs sind die Faktoren, die das Erkrankungsrisiko erhöhen, recht gut bekannt. An erster Stelle steht das Rauchen, weiterhin spielen bestimmte Chemikalien und Färbemitteln aus der Grafik-, Metall-, Maler- und Gummiindustrie eine wichtige Rolle. Auch eine frühere Bestrahlung des Beckenbereichs oder zurückliegende Chemotherapien fördern das Krebswachstum.

Symptome

Harnblasenkrebs ist in der Frühphase meist unauffällig. Erstes Anzeichen ist häufig Blut im Urin, teilweise sichtbar, teilweise nur im Urinstreifentest nachweisbar. Bei blutigem Urin sollte ein Arzt konsultiert werden. In vielen Fällen verbirgt sich eine andere Ursache dahinter wie etwa ein Harnwegsinfekt. Erst wenn häufigere Ursachen ausgeschlossen wurden oder immer wieder Blut im Urin zu finden ist, sollte eine weitere Krebsdiagnostik folgen.  

Ein Tumor in der Harnblase kann auch irritative Beschwerden und Schmerzen beim Wasserlassen auslösen. Häufiges Wasserlassen, starker Harndrang und Unterleibsschmerzen können auftreten.

In manchen Fällen fällt eine Krebserkrankung der Harnblase klinisch erst auf, wenn bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Lymphknoten, der Leber oder der Lunge vorliegen.

Diagnostik

Blut im Urin (Hämaturie) ist oftmals der erste Hinweis auf eine Krebserkrankung in der Harnblase. Handelt es sich um eine sichtbare Menge Blut, spricht man von einer Makrohämaturie. Eine kleine, nicht sichtbare Menge an roten Blutkörperchen oder rotem Blutfarbstoff im Urin ist oftmals nur im Urinstreifentest nachweisbar und wird Mikrohämaturie genannt.

Die Diagnostik der Hämaturie hängt ganz entscheidend von den Beschwerden, dem Alter, Geschlecht und den Risikofaktoren der betroffenen Person ab. Der wichtigste Personenkreis, der von Blut im Urin betroffen ist, sind junge, gesunde Frauen. Bei ihnen ist fast immer ein Harnwegsinfekt die Ursache und es muss keine Diagnostik erfolgen. 

An Harnblasenkrebs sollte jedoch dann gedacht werden, wenn immer wieder Blut im Urin erscheint (sichtbar oder im Urinstreifentest) und die Patientin oder der Patient ein erhöhtes Risiko für Harnblasenkrebs hat (Alter über 40 Jahre, Raucher, bestimmte Industriearbeiter, frühere Tumorbehandlungen). In solchen Fällen ist eine Überweisung zum Spezialisten (Urologen) sinnvoll.

Beim Spezialisten wird bei Verdacht auf Harnblasenkrebs eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) vorgenommen. Dabei können gleichzeitig Gewebeproben entnommen und diese auf bösartige Zellen untersucht werden. Bestätigt sich der Verdacht, folgt eine Bildgebung mittels Computertomographie. Zusammen mit der Magnetresonanztomographie kann so die Ausdehnung des Tumors bestimmt werden.

Von der Ausdehnung, bzw. der Tiefe des Tumors im Blasengewebe sowie dem Befall von Lymphknoten hängen Therapie und Prognose der Krebserkrankung ab.

Therapie

Bei oberflächlichen Tumoren, die in oder direkt unter der Schleimhaut der Harnblase wachsen, reicht es meist aus, den Tumor bei einem Eingriff durch die Harnröhre auszuschaben (die sogenannte transurethrale Resektion, TUR abgekürzt) und zusätzlich ein Medikament in die Harnblase zu spülen, das die entarteten Zellen bekämpft.

Infiltriert der bösartige Tumor tiefere Schichten der Blasenwand, reicht eine solche schonende Behandlung nicht aus. Im Normalfall muss die Harnblase zusammen mit den angrenzenden Lymphknoten operativ entfernt werden. Bei Männern wird zudem die Prostata entnommen, bei Frauen in aller Regel die Gebärmutter und die Eileiter sowie die Eierstöcke. Auf die Operation können eine systemische Chemotherapie und/oder eine Bestrahlung folgen.

Prognose

Insgesamt fallen ca. 75 % der Blasenkarzinome in die Kategorie der oberflächlichen Harnblasentumoren. Sie werden meist zurückhaltend behandelt und haben eine gute Prognose. Es kommt jedoch häufig zu sogenannten Rezidiven, das heißt Tumorgewebe kehrt trotz Behandlung zurück. Rezidive ziehen weitere Therapien nach sich. 

Karzinome, die tiefere Schichten der Blasenwand infiltriert haben, lassen sich in der Regel schwerer behandeln und bedürfen einer umfassenderen Therapie. Sie bilden häufiger Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten und entfernten Organen wie Leber und Lunge. Bei Vorliegen von Metastasen beträgt das durchschnittliche Überleben nur einige Monate.

Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung bei Harnblasenkrebs sind engmaschige Nachkontrollen über Monate und Jahre nach erfolgter Therapie.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Dorit Abiry, Doktorandin am Insitut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Blasenkarzinom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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