Nierensteine, Operation

Ein offener operativer Eingriff zur Entfernung von Nieren-/Harnsteinen ist heute nur noch in Einzelfällen notwendig. Die Methode ist vor allem dann erforderlich, wenn besonders große Steine vorliegen, die Niere entfernt werden muss oder anatomische Korrekturen notwendig sind.

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Behandlung von Nieren-/Harnsteinen

 

Die Notwendigkeit einer chirurgischen Entfernung der Steine in den Harnwegen (Urolithiasis) liegt dann vor, wenn die Steine die Nierenfunktion beeinträchtigen oder die Beschwerden für die Patienten unerträglich sind und andere weniger invasive Verfahren nicht angezeigt sind oder unwirksam waren. Vor der Überweisung an eine Spezialistin/einen Spezialisten wird eine Urinprobe genommen und ein Blutbild erstellt, evtl. auch bereits eine Computertomografie von Nieren und Harnwegen durchgeführt.

Die meisten Patienten mit Steinen in den oberen Harnwegen werden entweder mit Medikamenten (Auflösung und Ausschwemmen der Steine) oder mittels Stoßwellentherapie behandelt, bei der die Nierensteine zertrümmert werden. Ist dies nicht möglich, entfernt die Ärztin/der Arzt die Nierensteine über eine sogenannte perkutane Nephrolithotomie (Schlüssellochchirurgie) oder mittels Ureterorenoskopie. Ein offener Eingriff hingegen ist nur selten (bei weniger als 2 % der Patienten) notwendig.

Wann wird die offene Chirurgie eingesetzt?

Mit Ausnahme von Situationen, bei denen die Entfernung der gesamten Nieren oder von Teilen der Nieren (auch aus anderen Gründen) indiziert ist, wird ein offener Eingriff nur durchgeführt, wenn die modernen Behandlungsmethoden nicht erfolgreich waren, oder bei bestimmten sog. Korallensteinen, bei denen häufig auch die Korrektur anatomischer Veränderungen im Nierenbecken erforderlich ist.

Operationsmethoden

Der operative Zugang zur Niere erfolgt über einen Flankenschnitt. Die Blutzufuhr zur Niere wird teilweise oder komplett abgeklemmt. Das Nierenbecken wird eröffnet, die Steine extrahiert, und die Ärztin/der Arzt wird auch eventuell nötige anatomische Korrekturen am Nierenbecken vornehmen. Der Eingriff ist technisch anspruchsvoll und wird von Chirurgen mit besonderer Spezialisierung durchgeführt.

Wie zuverlässig ist die Methode?

Bei 70–90 % der Patienten sind nach dem Eingriff keine Steine mehr vorhanden, bei einigen bilden sich jedoch innerhalb von mehreren Jahren neue Steine. Der Eingriff kann die Nierenfunktion beeinträchtigen. Nach dem Eingriff kann es wie bei jeder größeren Operation zu Blutungen kommen, die eine Therapie oder sogar eine erneute Operation erfordern. 

Grundsätzlich ist es für Patienten mit Nierensteinen wichtig, ausreichend zu trinken und – je nach chemischer Struktur der jeweiligen Steine – bestimmte Nahrungsmittel zu meiden. Auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente lässt sich erneuter Steinbildung vorbeugen. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt genau beraten.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

 

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Urolithiasis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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