Harnsteine/Nierensteine

Steine in den Harnwegen können sehr starke und krampfartige Schmerzen verursachen. Diese sogenannte Nierenkolik kann über wenige Minuten bis hin zu Tagen andauern.  Eine ausreichende Trinkmenge und eine entsprechende schmerzlindernde Behandlung wirken oft schnell gegen die Schmerzen. Um den Stein zu entfernen und einen Rückfall zu verhindern, sind jedoch häufig noch weitere therapeutische Maßnahmen nötig.

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Fakten

  • Urolithiasis (Harnsteinleiden) wird die Ausbildung bzw. das Vorkommen von Konkrementen (Harnsteinen) in den Harnwegen (Nierenkelche und Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre) genannt.
  • Je nachdem, wo sich die Steine befinden, heißt das Nierensteinleiden (Nephrolithiasis = Steine in Nierenkelchen und -becken), Harnleitersteine oder Blasensteine.
  • Die Konkremente können sich in den Harnwegen festsetzen und den Urinabfluss blockieren.
  • Zu den klassischen Symptomen zählen plötzlich einsetzende, einseitige und oftmals starke Koliken.
  • Nicht selten findet sich Blut im Urin, auch Übelkeit und Erbrechen treten häufig auf.
  • Etwa 4,7 % der Erwachsenen in Deutschland leiden an Harnsteinen, Männer häufiger als Frauen.
  • Werden die Steine nicht von selbst mit dem Urin ausgespült, so kann eine Behandlung erforderlich werden.

Was sind Harnsteine/Nierensteine?

Niere und Harnblase - normal
Niere und Harnblase - normal


Harnsteine (Urolithen) sind Steine in den Nieren oder Harnwegen. Die Substanzen, die an der Steinbildung beteiligt sind, liegen bei jedem Menschen in gelöster Form im Urin vor: Kalziumoxalat, Kalziumphosphat, Magnesiumammoniumphosphat (Struvit), Harnsäure oder Zystin. Diese Substanzen werden auch als lithogene (steinbildende) Substanzen bezeichnet. Sie bleiben normalerweise im Urin gelöst und werden mit ihm ausgeschieden. Überschreitet aber die Konzentrationen einzelner Substanzen bestimmte Grenzwerte im Urin, bilden sich daraus Kristalle. Wenn sich mehrere Kristalle über einen längeren Zeitraum verbinden, so bilden sich schließlich Steine. Zuweilen verbleiben die Steine an ihrem Entstehungsort (z. B. im Nierenbecken), ohne Symptome zu verursachen. Sie können aber auch in den Harnleiter hinabwandern. Ab einer bestimmten Größe können die Steine die ableitenden Harnwege nicht mehr passieren und blockieren den Harnfluss. Dies führt durch die Dehnung des Gewebes zu starken Schmerzen.

Bei manchen Menschen besteht ein erhöhtes Risiko für Harnsteine, sie leiden also immer wieder daran. Ursache hierfür sind bestimmte Krankheiten bzw. Faktoren, die das Risiko für solche Steine erhöhen: Dies ist der Fall, wenn die Harnsteine infolge einer Veränderung im Stoffwechsel (z. B. bei der Kalziumverwertung im Körper), in Verbindung mit Infektionen der Harnwege oder aufgrund von Verletzungen bzw. angeborenen Fehlbildungen der Harnwege entstanden sind. Auch Übergewicht, längere Zeit anhaltender Bewegungsmangel bzw. Bettruhe (mehr als 1–2 Wochen), zu wenig Flüssigkeitszufuhr oder vermehrtes Schwitzen, Gicht (Störung des Harnsäurestoffwechsels), chronisch entzündliche Darmkrankheiten sowie eine stark oxalat- oder eiweißreiche Ernährung gehen gehäuft mit Harnsteinen einher (siehe auch Ursachen).

Je nach Art des Steins (entsprechend der o. g. lithogenen Substanzen) unterscheiden sich die Ursachen und Risikofaktoren etwas voneinander. Für die Mehrheit der Harnsteine, die kalziumhaltigen Konkremente, ist beispielsweise ein zu hoher Kalzium- sowie Oxalatgehalt im Urin entscheidend. Ursachen hierfür sind eine zu hohe Kalziumzufuhr bzw. -aufnahme im Darm, eine zu hohe Oxalsäurezufuhr (mit der Nahrung oder stoffwechselbedingt) oder auch eine zu hohe Zufuhr von Natrium und Eiweiß mit der Nahrung. Auch ein Hyperparathyreoidismus, eine Erkrankung des Hormonstoffwechsels, führt zu einer hohen Kalziumkonzentration im Körper. Hingegen entstehen bei einer Niereninfektion eher sogenannte Struvitsteine.

Häufigkeit

Harnsteine treten häufig auf; in Deutschland sind insgesamt etwa 4,7 % der Einwohner. Insgesamt nimmt die Häufigkeit von Harnsteinen zu, wahrscheinlich aufgrund ungünstiger Ernährungsgewohnheiten und zu wenig körperlicher Bewegung. Zudem lassen sich Harnsteine jedoch auch besser (und damit häufiger) als früher erkennen.

Während einer Schwangerschaft ist das Risiko um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Etwa 50–80 % der Betroffenen erleiden in den folgenden Jahren einen Rückfall. Menschen zwischen 30 und 50 Jahren sind am häufigsten betroffen. Kinder und Jugendliche machen etwa 1 % der Patienten mit Harnsteinen aus. In warmen Ländern und bei Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit treten Harnsteine besonders häufig auf.

Symptome

Insgesamt hängen die Symptome von der Lage, Größe und Beweglichkeit der Harnsteine ab. Steine innerhalb des Nierengewebes verursachen häufig keinerlei Beschwerden und werden oft nur zufällig bei einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung entdeckt. Dagegen verursachen Nierenkelch- oder Nierenbeckensteine leichte Druckschmerzen in der Flanke. Durch Verletzung der Schleimhaut kann es zu Blutbeimischungen im Harn, der sogenannten (Makro-)Hämaturie, kommen. Steine können den Harnfluss blockieren, sodass sich sogar ein Harnverhalt entwickelt.

Treten Steine in den Harnleiter über, verursachen sie eine Kolik, weil der schmale Harnleiter durch den Stein und den aufgestauten Urin schmerzhaft gedehnt wird.

Die typische Nieren- bzw. Steinkolik beginnt meistens plötzlich in Form von krampfartigen und anfallsartigen Schmerzen im Bereich der Flanke, die in Richtung der Genital- oder Oberschenkelregion ausstrahlen. Je nach Sitz des Steins kann sich der Schmerz von der Nierenregion in den Unterbauch bis hin zur Leiste verlagern. Typisch ist dabei der wehenartige Charakter der Schmerzen: Phasen der Schmerzfreiheit wechseln sich ab mit Phasen von starken seitlichen Schmerzen. Meist bewegen die Patienten sich bzw. sind unruhig.

Die Intensität der Schmerzen kann im Verlauf allerdings variieren. Auch allgemeines Unwohlsein oder ein dumpfer, nicht ausstrahlender Schmerz in der Nierengegend können auf Steinleiden hinweisen. Übelkeit und Erbrechen sind häufig vorhanden. Infolge von Harn-/Nierensteinen entwickeln sich leicht Harnwegs- und Niereninfektionen.

Ursachen

Harnsteine bilden sich, wenn bestimmte Mineralsalze im Urin so hoch konzentriert sind, dass sie auskristallisieren. Nach und nach lagert sich immer mehr Material am Kristallisationskeim an – zumeist in den Nieren. Die Ursachen der Harnsteinbildung sind nicht für alle Harnsteinarten vollständig geklärt. Gesichert ist, dass als auslösende Faktoren für die Entstehung der am häufigsten vorkommenden Harnsteinarten oft die Lebensweise des einzelnen Menschen (wie Fehlernährung und zu geringe Flüssigkeitszufuhr) und in vielen Fällen auch das Vorliegen von Stoffwechselerkrankungen (z. B. Hyperurikämie [erhöhter Harnsäuregehalt im Blut], Gicht) verantwortlich sind. Nicht umsonst gelten Harnsteine auch als Wohlstandskrankheit.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für Harnsteine:

  • Negative Flüssigkeitsbilanz: Die Flüssigkeitsaufnahme ist geringer als die Menge an Flüssigkeit, die vom Körper ausgeschieden wird. Der Körper verliert Flüssigkeit sowohl über den Urin, als auch über Schweiß und Verdunstung. Bei höheren Temperaturen kommt es schneller zu einer negativen Flüssigkeitsbilanz und infolgedessen zu einer erhöhten Salzkonzentration im Urin.
  • Hoher Fleischkonsum (bzw. zu eiweißreiche Kost)
  • Veränderungen im Harnsäuregehalt (ca. 25 % der Fälle)
  • familiäre Veranlagung zu Nierensteinen (dreifach erhöhtes Risiko)
  • Übergewicht
  • Immobilisierung und Bettlägerigkeit, die 1–2 Wochen andauern.
  • Harnwegsinfekte und Fehlbildungen der unteren Harnwege
  • Anatomische Veränderungen des Nierenbeckens und des Harnleiters.

Darüber hinaus sind Patienten mit einem künstlichen Darmausgang, mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa anfällig für Harnsteine. Der Mineral- und Flüssigkeitsverlust bei diesen Erkrankungen ist stark erhöht.

Diagnostik

Die Diagnose ist meist sehr einfach anhand des typischen Krankheitsverlaufs und der Symptome zu stellen. Der Urin der Patientin/des Patienten wird auf eventuelle Infektionen oder Anzeichen von Nierenschäden untersucht. Häufig lässt sich Blut im Urin nachweisen. Anhand eines Blutbilds werden die Werte für Kalzium, Harnsäure und andere Substanzen im Blut bestimmt und die Nierenfunktion beurteilt.

Baldmöglichst wird eine Ultraschalluntersuchung veranlasst, die in der Regel kurzfristig und ohne besondere Vorbereitungen durchgeführt werden kann. Leider lassen sich Nierensteine mit Ultraschall oftmals nicht zuverlässig erkennen. Daher sind oft Röntgenaufnahmen oder eine Computertomografie ohne oder mit Kontrastmittel erforderlich. Mithilfe der Ureterpyelografie lassen sich zusätzlich die Harnwege genau darstellen; diese Untersuchung ist oft nötig, wenn ein Eingriff zur Harnableitung geplant ist.

Harnsteinleiden weisen eine hohe Rückfallrate auf. Spätestens wenn erneut Harnsteine auftreten, empfiehlt sich für eine individuelle Behandlung eine eingehendere Untersuchung zur Bestimmung der Steinart. Der wichtigste Hinweis ist in diesem Zusammenhang die Kenntnis der chemischen Zusammensetzung des Steins. Hierzu ist es erforderlich, dass Steinfragmente bei der Entfernung oder beim Abgang mit dem Urin aufgefangen und untersucht werden.

Etwa 80 % aller Harnsteine sind Kalziumoxalatsteine. In bis zu 10 % findet man Harnsäuresteine; Männer erkranken drei- bis viermal häufiger an Harnsäuresteinen als Frauen. Phosphatsteine treten vor allem im Zusammenhang mit Infektionen auf (z. B. Struvit-Steine, etwa 10 %). Seltener findet man Zystinsteine als Folge von angeborenen Stoffwechselstörungen.

Je nach Steinzusammensetzung sollten weitere Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt werden, um eventuell bestehende Stoffwechselstörungen zu erkennen. Daneben ist es für die Ärztin/den Arzt wichtig, Kenntnisse über das Ernährungs- und Trinkverhalten der Patienten zu gewinnen.

Therapie

Eine Harnsteinkolik kann äußerst schmerzhaft sein. Daher werden in der Regel zuerst Schmerzmittel (Metamizol) oder entzündungs-/schmerzhemmende Medikamente, sog. nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR-Präparate), verabreicht. Schmerzen und sonstige Beschwerden lassen sich zusätzlich durch Wärmebehandlung, z. B. mit einer elektrischen Heizdecke, lindern.

Besteht zudem eine Infektion (Fieber, reduzierter Allgemeinzustand) ist zusätzlich eine antibiotische Therapie erforderlich, ggf. im Krankenhaus.

Grundsätzlich lautet die Empfehlung – außer während einer akuten Nierenkolik –, reichlich zu trinken. Etwa 80–90 % der Steine werden mithilfe der erhöhten Urinmenge von selbst ausgeschieden, denn häufiges und reichliches Wasserlassen unterstützt den Körper beim Ausspülen der Nierensteine. Gleichzeitig wird der Urin verdünnt und das Ausfallen von Salzen somit reduziert. Die tägliche Flüssigkeitszufuhr sollte bei mindestens 2 bis 2,5 Litern liegen. Trinken sie stets so viel, dass sich der Urin nicht dunkel verfärbt. Hilfreich ist es zudem, regelmäßig aufzustehen und sich zu bewegen. 

Kleine Steine mit einem Durchmesser von weniger als 7 mm werden in den meisten Fällen von selbst ausgeschieden. Insbesondere Harnsäuresteine lassen sich durch bestimmte Medikamente auflösen.

Ist der Harnfluss von den Nieren komplett unterbrochen, so muss zunächst der Harn künstlich abgeleitet und anschließend die Steine entfernt werden, um die Funktionsfähigkeit der Niere zu erhalten. Eine längere Blockade des Harnleiters kann nämlich zu einer dauerhaften Schädigung der Niere sowie Ausweitung von Harnleiter und Nierenbecken führen.

Heute lassen sich viele Steine mit der sogenannten Stoßwellentherapie (ESWL) von außen erfolgreich behandeln. Dabei werden die Steine mithilfe energiereicher Schallwellen von außen zertrümmert. Da sich die akustischen Eigenschaften von Steinen und Weichgewebe unterscheiden, wird das umliegende Gewebe dabei nicht geschädigt.

Es existieren auch andere Behandlungsmethoden, wenn eine ESWL nicht durchgeführt werden kann. Hierzu zählen endoskopische Methoden wie die Ureterorenoskopie (Einführung eines Endoskops über die Harnwege zur Entfernung eines Steins) und die perkutane Nephrolithotomie (Einführung eines Endoskops durch die Haut). Offene Operationen müssen heute nur noch selten durchgeführt werden.

Allgemeine nichtmedikamentöse vorbeugende Maßnahmen

Das wichtigste, was Sie selbst tun können, ist ausreichend zu trinken, sobald die akute Phase mit starken Schmerzen vorüber ist. Dadurch kann erneuten Koliken wirkungsvoll vorgebeugt werden. Sie sollten so viel Wasser, kalorienarme Säfte, Mineralwasser und Ähnliches trinken, dass Sie im Laufe des Tages mindestens 2 Liter Flüssigkeit ausscheiden. In der Praxis entspricht dies etwa einem Glas Wasser stündlich. Sie können hin und wieder die Urinmenge messen, um sicherzugehen, dass Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn Sie ausreichend trinken, werden Sie feststellen, dass Ihr Urin hell und klar ist.

Auch die Umstellung auf eine weitgehend vegetarische, salzarme Ernährung wird empfohlen. Ballaststoffe, Getreideprodukte und Gemüse helfen vermutlich dabei, Koliken vorzubeugen. Seien Sie vorsichtig mit zu viel Eiweiß und Kochsalz, denn diese Stoffe können die Ausscheidung von Kalzium über den Urin erhöhen. Die Ernährungsempfehlungen unterscheiden sich jedoch je nach Steinart zusätzlich etwas (siehe unten). In jedem Fall ist eine individuelle Ernährungsberatung zu empfehlen.

Übergewicht erhöht das Risiko für Nierensteine. Eine Gewichtsreduktion sowie zusätzlich ausreichend körperliche Bewegung können das Risiko für Harnsteine verringern. Zu beachten ist dabei jedoch, dass während der Phase einer raschen Gewichtsreduktion das Steinrisiko bei manchen vorübergehend steigen kann. Reichlich Flüssigkeitszufuhr ist also dann besonders wichtig.

Spezielle nichtmedikamentöse vorbeugende Maßnahmen

Bei wiederholter Steinbildung ist die Vorstellung in einem auf Harnsteine spezialisierten Zentrum erforderlich, da eine individuell angepasste vorbeugende Behandlung nur nach vorausgehender Stoffwechseluntersuchung möglich ist.

Die verschiedenen Steinarten haben unterschiedliche Risikofaktoren, auf die die vorbeugenden Maßnahmen abzustimmen sind. Beispiele sind:

  • Kalziumoxalatsteine
    • Ernährung: verminderte Oxalataufnahme (Spinat, Rhabarber, Mangold, Kakao, Nüsse), normale Kalziumzufuhr (kein Meiden von Milchprodukten/Studien zufolge geht eine sehr geringe Kalziumzufuhr mit höheren Risiko einher).
    • evtl. medikamentöse Vorbeugung: Alkalizitrate, Magnesium oder Thiazide
  • Harnsäuresteine
    • Ernährung: verminderte Purinaufnahme (wenig/kein Fleisch, Wurst, Innereien, Soja, Hülsenfrüchte, Sardinen), mehr pflanzliche Lebensmittel
    • evtl. medikamentöse Vorbeugung: Alkalizitrate, Allopurinol (bei Gicht)
  • Phosphatsteine
    • evtl. medikamentöse Vorbeugung: Thiazide.

Zur Dauer der medikamentösen Prophylaxe existieren keinen allgemeingültigen Vorgaben. Sie sollte allerdings mindestens so lange anhalten, bis Sie über einen längeren Zeitraum beschwerdefrei sind. Mitunter ist eine lebenslange Behandlung notwendig. Einige Ärzte empfehlen, nach einigen Jahren die Behandlung ausschleichen zu lassen.

Prognose

Bis zu 80 % der Patienten mit Harnsteinen erleiden einen Rückfall. Durch vorbeugende Maßnahmen, insbesondere der oben genannten Eigenbehandlung, können jedoch 70–90 % der Patienten Beschwerdefreiheit erlangen.

Bei vielen Betroffenen nimmt die Tendenz zur Steinbildung mit dem Alter ab. Das gilt insbesondere für über 60-Jährige.

Harnsteine führen nur selten zu schwerwiegenden Komplikationen wie Nierenschäden oder Nierenversagen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen
  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Urolithiasis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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