Hautkrebs: Basalzellkarzinom

Neben dem Melanom sind die häufigsten Arten von Hautkrebs das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom.

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Was ist ein Basalzellkarzinom?

Das Basalzellkarzinom (Basaliom) ist die häufigste Form von Hautkrebs. Im Gegensatz zum malignen Melanom gehören das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom zum „weißen Hautkrebs“. Basalzellkarzinome entstehen in der untersten Hautschicht (Basalzellschicht) der Oberhaut. Der Tumor kann lokal in andere Gewebe hineinwachsen, bildet aber nur sehr selten Tochtergeschwulste (Metastasen). Die Erkrankung verläuft daher nur selten lebensbedrohlich und ist in den meisten Fällen gut behandelbar. Nach der Entfernung des Tumors sind die meisten Betroffenen wieder gesund.

Das Basalzellkarzinom stellt weltweit die häufigste Krebsart unter Menschen europäischer Abstammung dar. In Deutschland gibt es jedes Jahr ca. 170 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren, wobei zunehmend auch Jüngere erkranken. Am häufigsten sind hellhäutige Menschen in sonnenreichen Gegenden betroffen.

Ursachen

Als häufigste Ursache für die Entstehung von Hautkrebs gilt die ultraviolette Strahlung der Sonne. Typischerweise entstehen Basalzellkarzinome in Körperregionen, die nicht von Kleidung bedeckt und dadurch häufig und längerfristig der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Rund 80 % aller Basalzellkarzinome treten im Kopf- und Halsbereich auf.

Das Risiko für ein Basalzellkarzinom steigt mit dem Alter und dem Ausmaß der Sonneneinstrahlung an. Besonders gefährdet sind Personen mit heller Haut, die in der Kindheit wiederholt Sonnenbrände hatten. Auch die Nutzung von Solarien führt zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko.

Aber auch länger andauernde immunsuppressive Therapien, wie z. B. nach einer Organtransplantation, Röntgenstrahlung und Arsenbehandlungen erhöhen das Risiko beträchtlich. Weitere Risikofaktoren sind langfristiger Kontakt (z. B. berufsbedingt) mit krebserregenden Stoffen, wie z. B. Ruß, Teer und Kohlenwasserstoffen, Alkoholkonsum, die Einnahme von photosensibilisierenden Medikamenten und einige seltene, erblich bedingte Hauterkrankungen.

Symptome

Basalzellkarzinome können das Gesicht, den Nacken, die Ohren und den oberen Bereich des Rumpfes, seltener auch die Handrücken befallen. Sie erscheinen als Geschwüre oder Knoten an Stellen der Haut, die der Sonne ausgesetzt sind, können aber auch wie schlecht verheilende Wunden aussehen und evtl. leicht bluten. Insbesondere am Oberkörper treten auch oberflächliche, leicht schuppende Basalzellkarzinome auf, die mehrere Zentimeter im Durchmesser haben können.

Diagnose

Zur Diagnosestellung begutachtet Ihre Ärztin/Ihr Arzt die Haut und verdächtige Hautveränderungen, ggf. mit einem speziellen Auflichtmikroskop (Dematoskop). Bei Verdacht auf ein Basalzellkarzinom wird eine Gewebeprobe entnommen und untersucht.

Um die Ausbreitung des Tumors zu beurteilen, können bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT oder MRT) eingesetzt werden.

Behandlung

Ziel der Therapie ist die Entferung des Tumors, um die Erkrankung zu heilen. Die jeweilige Therapie ist abhängig von der Größe und der Lokalisation des Tumors.

Basalzellkarzinome werden in der Regel durch eine Operation entfernt. Dabei wird der Tumor möglichst vollständig aus dem gesunden Gewebe herausgeschnitten, mit einem Sicherheitsabstand von 3–10 mm. Mit speziellen Verfahren kann der Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe möglichst klein gehalten werden, diese kommen somit besonders im Gesicht zum Einsatz.

Bei oberflächlichen Basalzellkarzinomen kann alternativ eine photodynamische Therapie (Lichttherapie kombiniert mit sensibilisierender Hautcreme) angewendet werden. Sie wird eingesetzt, wenn eine Operation zu entstellenden Narben oder Konturveränderungen führen würde. Die Behandlung hinterlässt keine Narben, ist jedoch sehr schmerzhaft.

Für kleine, oberflächliche Basalzellkarzinome eignet sich auch eine Behandlung mit immunmodulierenden Salben (Imiquimod oder 5-Fluorouracil). Da diese Salben nur oberflächlich wirken, sind Rückfälle häufiger als bei anderen Behandlungsmethoden.

Ist eine Operation von größeren Basalzellkarzinomen nicht möglich, so stellt die Strahlentherapie eine alternative Behandlungsmethode dar. Einigen Forschungsstudien zufolge lassen sich mit einer Bestrahlung gute Behandlungserfolge und kosmetische Ergebnisse erzielen.

Vorbeugung

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist ausreichender Sonnenschutz. Vermeiden Sie übermäßige Exposition gegenüber Sonnenlicht, und verzichten Sie auf den Besuch von Solarien. Verwenden Sie ausreichend Sonnenschutzmittel und tragen Sie Kopfbedeckung und Sonnenbrille.

Zudem ist es wichtig, Hautkrebs frühzeitig zu erkennen. Dazu sollten Sie Ihre Haut regelmäßig selbst auf Veränderungen untersuchen. Alle 2 Jahre haben gesetzlich Krankenversicherte ab einem Alter von 35 Jahren Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Dabei untersucht eine Ärztin/ein Arzt mit bloßem Auge die gesamte Haut. Der Nutzen der Untersuchung ist jedoch umstritten, und die Teilnahme ist freiwillig.

Prognose

Basalzellkarzinome können über mehrere Jahre hinweg klein bleiben und nur wenig wachsen, insbesondere bei älteren Menschen; sie können in manchen Fällen aber auch schnell wachsen. Der Tumor bildet nur sehr selten Tochtergeschwulste (Metastasen).

Über 95 % der Patienten können mit einer rechtzeitigen Behandlung geheilt werden. Rückfälle sind relativ häufig, können aber ebenso gut behandelt werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Basalzellkarzinom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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