Rauchen und Krebsrisiko

Das Rauchen stellt einen hohen Risikofaktor für das Entstehen von verschiedenen Krebserkrankungen dar. Dazu tragen vor allem die enthaltenen Teersubstanzen bei, die über einen langjährigen Konsum bekanntlich nicht nur für das Lungenkarzinom verantwortlich sind.

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Warum ist Rauchen so gefährlich?

Die Erkenntnisse der Wissenschaft sind eindeutig: Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für die Krebsentstehung. Die Beziehung zwischen Tabakkonsum und Lungenkrebs ist besonders auffallend. In Deutschland sind bei Männern vermutlich neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Lungenkrebserkrankungen auf das aktive Rauchen zurückzuführen. Alleine diese Tatsache sollte dazu ermuntern das Rauchen einzustellen, um seine Lebenserwartung und damit einhergehend seine Lebensqualität nicht einzuschränken. 
Aber nicht nur das Lungenkarzinom ist auf das Rauchen zurückzuführen. Krebserkrankungen der Speiseröhre, des Kehlkopfes und der Mundhöhle stehen in engem Zusammenhang mit Tabakkonsum, entweder als alleinige Ursache oder in Verbindung mit Alkohol. Auch Krebserkrankungen der Blase, der Bauchspeicheldrüse, der Niere, des Magens und des Gebärmutterhalses können durch das Rauchen verursacht sein. Weiter hat das Rauchen einen negativen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und die Funktionsfähigkeit der Lunge mit einer zunehmenden Zerstörung der Lungenstruktur. Der lebenswichtige Gasaustausch wird dadruch behindert. Das Atmen fällt schwer und die Leistungsfähigkeit sinkt. Das Rauchen in der Schwangerschaft birgt zudem eine Gefahr für das ungeborene Kind und hat einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes im Mutterleib.

In Deutschland sterben jedes Jahr rund 120.000 Menschen an den direkten Folgen des Rauchens. Dies entspricht für 19,7% aller Todesfälle bei Männern und 7,8% bei Frauen. Krebserkrankungen verursachen den größten Anteil der tabakbedingten Todesfälle– 52 Prozent bei den Männern und rund 41 Prozent bei den Frauen, gefolgt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (29 bzw. 32%) und Atemwegserkrankungen (19 bzw. 27,5%).

Dies sind überzeugende Gründe, weshalb Sie auf das Rauchen verzichten und junge Menschen davon abhalten sollten dieser gesundheitsschädigenden Gewohnheit überhaupt zu verfallen. Denn immernoch sind es Jungendliche und junge Erwachsene, die am anfälligsten sind nikotinsüchtig zu werden. Zwar ist in Deutschland bei den 12- bis 17-jährigen seit 2001 ein starker Rückgang des Rauchens zu erkennen. Trotzdem rauchten im Jahr 2014 immer noch 9 Prozent der Mädchen und 11 Prozent der Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren und 30% der 18-25-Jährigen.1

Passivrauchen

Unter Wissenschaftlern herrscht Konsens, dass auch Passivrauchen schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Unter anderem wurde festgestellt, dass Nichtraucher, die mit einer Person zusammenleben, die zu Hause raucht, ein größeres Risiko haben, an Lungenkrebs zu erkranken, als Nichtraucher, die rauchfrei wohnen. Auch Personen, die bei der Arbeit passiv Tabakrauch ausgesetzt sind, haben ein höheres Krebsrisiko als diejenigen, die in einer rauchfreien Umgebung arbeiten. Das Risiko für einen Herzinfarkt steigt ebenfalls, wenn man sich viel in Räumen aufhält, wo geraucht wird.

Kinder mit rauchenden Eltern haben ein erhöhtes Risiko, unter anderem an Asthma, Atemwegsinfektionen und Mittelohrentzündungen zu erkranken. Passivrauchen führt auch dazu, dass diese Beschwerden stärker sind, als sie es sonst gewesen wären.

Aufhören mit dem Rauchen und Risiko senken

Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, sinkt das Risiko für gesundheitliche Schäden.  Je früher dies geschieht, desto stärker gleicht sich das Risiko wieder an das Niveau für einen Nichtraucher an. Dies dauert allerdings einige Jahre, unter Umständen auch Jahrzehnte.
Diesen Effekt kennen Wissenschaftler schon länger für rauchende Männer. Frauen profitieren jedoch ebenfalls: Dies belegt eine 2012 erschienene Studie: Rauchende Britinnen verlieren statistisch im Vergleich zu Nichtraucherinnen bis zu elf Lebensjahre. Wer im Alter von 30 von der Zigarette loskommt, kann diesen Unterschied fast vollständig wieder wettmachen. Frauen, die den Rauchverzicht erst mit 40 schaffen, gewinnen durchschnittlich immerhin noch neun zusätzliche Lebensjahre.2

Zehn Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören3

Zigarette, Zigarre, Pfeife: Macht es einen Unterschied, was man raucht?

Nein! Rauchen egal in welcher Form ist ein gesundheitliches Risiko. Vergleicht man verschiedene Untersuchungen, fallen zwar geringfügige Unterschiede in der Beurteilung des Risikos verschiedener Formen des Tabakgenusses auf. Unstrittig ist aber, dass nicht nur Zigaretten, sondern auch Zigarren und Pfeife gesundheitsschädigend wirken, so die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC). Auch Zigarren- und Pfeifenraucher haben, im Vergleich zu Nichtrauchern, ein gesteigertes Risiko für verschiedene Tumoren. Dies sind vor allem Krebsarten am und im Mund sowie im Rachen, aber auch Lungenkrebs.2

Wasserpfeifen, Shishas: Sind sie weniger gefährlich als Zigaretten?

Vor allem bei Jugendlichen sind seit einigen Jahren Wasserpfeifen beliebt (auch als "Shisha", "Schischa" oder "Hookah" bezeichnet). Sie werden im Vergleich zu Zigaretten oft als weniger gefährlich eingeschätzt. Das stimmt nach Ansicht von Experten nicht.
Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind die vom Wasserpfeifenrauch ausgehenden Gefahren für die Gesundheit ähnlich hoch wie bei Zigaretten.2Sie sollten deshalb keineswegs verharmlost werden.

Weiterführende Informationen

 Literatur

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Raucherquote bei Kindern und Jugendlichen. Köln 2014. www.rauchfrei-info.de
  2. Krebsinformationdienst. Rauchen als Krebsrisiko. Heidelberg 2016. www.krebsinformationsdienst.de
  3. Deutsches Krebsforschungszentrum. 10 Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Heidelberg 2008. www.dkfz.de
  4. Pötsche-Langer M. et al. Tabakatlas Deutschland 2015. Deutsches Krebsforschungszentrum 2015. www.dkfz.de

Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.