Heberden-Knoten

Heberden-Knoten sind (harmlose) knorpelige Wucherungen an den Fingerendgliedern. Manchmal werden Heberden-Knoten als Arthrose in den Fingergelenken interpretiert, allerdings weist nur etwa die Hälfte der Patienten mit Heberden-Knoten eine Arthrose auf.

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Was sind Heberden-Knoten?

Heberden-Knoten sind knorpelige kleine Wucherungen an den Fingerendgliedern (DIP-Gelenken), die von außen zu sehen sind. Die Krankheit verdankt ihren Namen dem englischen Arzt Sir William Heberden (1710–1801), der sie als Erster beschrieb.

Diese Knoten schränken die Beweglichkeit der Finger in der Regel nicht ein, es sei denn, es treten zusätzlich Schmerzen auf. Bei etwa 50 % der Betroffenen liegt auch eine Arthrose verschiedener Gelenke vor; Heberden-Knoten sind jedoch an sich kein Zeichen für eine Arthrose. Diese knotigen Veränderungen entwickeln sich meist bei Personen im mittleren Lebensalter, häufiger bei Frauen als bei Männern.

Ursachen

Heberden-Knoten scheinen auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen zu sein. Die Knoten bilden sich in der Regel nach Abklingen einer akuten, schmerzhaften Entzündung an einem DIP-Gelenk langsam aus. Heberden-Knoten können auch nach einer Verletzung oder im Rahmen einer Gicht auftreten.

In der akuten Phase können die Gelenke rot, warm, geschwollen und bei Berührung schmerzempfindlich sein. Nach einiger Zeit, wenn die Erkrankung die chronische Phase erreicht hat, gehen die entzündlichen Veränderungen zurück und die knorpeligen Wucherungen bilden sich über den DIP-Gelenken. Dann sind die Gelenke und Knoten in der Regel schmerzfrei.

Die Verbindung zwischen Heberden-Knoten und Arthrose

Der Zusammenhang zwischen Heberden-Knoten und Arthrose ist unklar. Studien haben gezeigt, dass zwischen Heberden-Knoten und Arthroseveränderungen lediglich eine schwache Verbindung besteht. Die beiden Erkrankungen sind also wohl nicht auf denselben zugrunde liegenden Prozess zurückzuführen. Als Indikatoren für Arthrose in anderen Gelenken haben sich radiologisch nachweisbare knöcherne Veränderungen (DIP-Osteophyten) als spezifischer erwiesen (81 % gegenüber 52 %) als Heberden-Knoten. Heberden-Knoten sind an sich sind also kein guter Marker für das Vorhandensein von Arthrose in anderen Gelenken.

Symptome

Einige Patienten mit Heberden-Knoten leiden zudem an Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit der Gelenke und an einer reduzierten Beweglichkeit der äußeren Gelenke aufgrund zusätzlicher Schmerzen. Die knorpeligen Knoten sind sichtbar und schmerzen unter Umständen, wenn man darauf drückt.

Die Knoten selbst sind kein Grund für eine eingeschränkte Beweglichkeit der Finger; hier sind zusätzliche Schmerzen die Ursache.

Diagnostik

Die Diagnose wird basierend auf der Krankengeschichte und den typischen Wucherungen gestellt, die sich an den Fingerendgliedern bilden. In der Regel besteht kein Bedarf an weiteren Untersuchungen. Bei Patienten mit Psoriasis kann es in einigen Fällen schwierig sein, zwischen Heberden-Knoten und rheumatoider Arthritis infolge von Psoriasis zu unterscheiden.

Therapie

In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich. In der schmerzhaften Phase können allerdings leicht bis mäßig starke Schmerzmittel oder NSAR-Präparate sinnvoll sein. Wenn die Knötchen auftreten, ist die schmerzhafteste Phase in der Entwicklung der Heberden-Knoten meist vorüber. Ist die Beweglichkeit der Finger eingeschränkt, sind regelmäßige Fingerübungen bzw. eine geeignete Physiotherapie sinnvoll.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Heberden-Knoten. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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