Baker-Zyste

Eine Baker-Zyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Schleimhautsack in der Kniekehle, der zu einer tastbaren Schwellung führen kann. Sie bildet sich in der Regel aufgrund erhöhter Produktion von Gelenkflüssigkeit im Kniegelenk, beispielsweise nach einer Verletzung oder bei degenerativen Gelenkveränderungen (Arthrose).

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Was ist eine Baker-Zyste?

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Eine Baker-Zyste (siehe Zeichnung) bezeichnet eine Art „Schleimhautbeutel“ in der Kniekehle, der mit gallertartiger Flüssigkeit gefüllt ist. Die Zyste ist mit den Strukturen des Kniegelenks verbunden, oft durch einen schmalen Stiel. Kleine Zysten verursachen keine oder kaum Beschwerden, größere jedoch lassen sich in der Kniekehle wie eine pralle Schwellung tasten und können die Beweglichkeit im Kniegelenk einschränken oder auch unangenehm oder schmerzhaft sein. Die Zyste verschwindet oft, wenn das Knie eine Weile ruhig gehalten wird, tritt dann aber in der Regel anschließend wieder auf. In seltenen Fällen kann die Zyste einreißen; dann wird auch das Bein sehr schmerzempfindlich.

Baker-Zyste
Baker-Zyste

Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Erwachsenen auf und kommt mit zunehmendem Alter öfter vor. Unter den wegen Kniebeschwerden überwiesenen Patienten lag laut einer Studie bei einem von fünf Betroffenen eine Baker-Zyste vor. Besteht eine Arthrose im Kniegelenk, liegt in etwa einem Drittel der Fälle auch eine Baker-Zyste vor. Bei Kindern sind solche Zysten selten, doch wenn sie auftreten, dann meist an beiden Knien gleichzeitig, evtl. auch angeboren.

Ursachen

Bei Erwachsenen kann eine Baker-Zyste als Folge einer anderen Erkrankung im Bereich des Kniegelenks auftreten, wenn vermehrt Gelenkflüssigkeit (Synovia) produziert und nicht wieder abgebaut wird. Durch den erhöhten Druck der Flüssigkeit in der Gelenkkapsel schwillt diese an, und die recht dehnbare Haut der Kapsel weicht in die Kniekehle aus, da an der Vorderseite des Knies kein Platz ist. Die häufigsten zugrunde liegenden Erkrankungen, die eine Überproduktion von Gelenkflüssigkeit mit sich führen, sind Unfälle bzw. Verletzungen (z. B. Meniskusschaden) und Gelenkverschleiß (Arthrose). Auch eine chronische Entzündung, wie bei rheumatoide Arthritis, kann eine Baker-Zyste zur Folge haben.

Diagnostik

Die Ärztin/der Arzt kann die Verdachtsdiagnose stellen, wenn die Patienten entsprechende Beschwerden (Schmerzen, Spannungsgefühl in der Kniekehle oder im ganzen Bein) beschreiben und sich eine typische Schwellung in der Kniekehle fühlen lässt. Häufig geht die Schwellung zurück, wenn das Bein einige Stunden (über Nacht) hochgelegt wird. Drückt die Zyste auf Nerven oder Blutgefäße, kann es zu Taubheitsgefühl oder Durchblutungsstörungen kommen.

Falls erforderlich, kann eine Ultraschalluntersuchung die Diagnose bestätigen. Es können Blutuntersuchungen durchgeführt und die Gelenkflüssigkeit untersucht werden, um zu bestimmen, ob eine Entzündung im Knie vorliegt, die die Zyste verursacht haben kann. Bei Unsicherheit über die Diagnose ist eine MRT gut geeignet. Röntgenuntersuchungen werden durchgeführt, um eventuell zugrunde liegende Verletzungen, degenerative Veränderungen (Arthrosen) u. a. im Knie festzustellen. Die Ärztin/der Arzt wird auch untersuchen, ob die Beschwerden nicht auf eine Baker-Zyste zurückzuführen sind, sondern eher auf eine Venenthrombose, eine Blutung oder Veränderungen einer Arterie im Kniegelenk, vergrößerte Lymphknoten oder einen Tumor.

Therapie

Die meisten Zysten werden zufällig entdeckt, und es besteht kein Grund für eine Therapie, solange die Patienten asymptomatisch sind (also keine Beschwerden haben). Auch Zysten bei Kindern bedürfen üblicherweise keiner Behandlung. Bei Erwachsenen zielt die Therapie auf die zugrunde liegende Ursache (Verletzung, Arthrose) ab. Lässt sich diese beheben, geht auch die Zyste zurück.

Leichte Schmerzmittel verschaffen oft vorübergehend Linderung, auch Krankengymnastik ist oft hilfreich. Ist die Zyste sehr groß, lassen sich die Schmerzen meist sehr schnell lindern, wenn die Flüssigkeit in der Zyste mit einer Nadel abgesaugt wird. Allerdings entsteht die Zyste dann meist nach einiger Zeit erneut. In hartnäckigen Fällen ist die direkte Injektion von Kortison in die Zyste eine Therapiemöglichkeit. Selten müssen große Zysten operativ (im Rahmen einer Gelenkspiegelung) entfernt werden.

Prognose

Bei Kindern verschwinden Zysten in der Regel von selbst wieder nach 2–3 Jahren. Auch bei Erwachsenen gehen die meisten Baker-Zysten im Lauf der Zeit zurück. Besteht die zugrunde liegende Ursache weiter, kommt die Zyste jedoch sehr oft wieder, verschwindet aber meist, wenn die zugrunde liegende Erkrankung des Knies erfolgreich behandelt wird. Baker-Zysten schränken die Mobilität der Betroffenen meist nicht ein.

Bei Erwachsenen kann sich die Zyste aber auch allmählich vergrößern und sich schließlich weit über das Kniegelenk hinaus erstrecken. Auch eine Entzündung der Zyste ist möglich. In anderen Fällen kann die Zyste einreißen: Die Flüssigkeit dringt dann zwischen die Wadenmuskulatur nach unten und verursacht dort eine Entzündung. Die Wade wird rot und schmerzempfindlich, und ein Strecken des Fußgelenks verursacht Schmerzen in der Wade. Dies erfordert eine rasche ärztliche Therapie.

Weitere Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen