Oberarmfraktur des Knochenschaftes

Diese Fraktur wird meist durch ein direktes Trauma des Arms oder der Schulter oder eine längsverlaufende Belastung durch den Ellenbogen, zum Beispiel einen Sturz bei ausgestrecktem Arm, verursacht.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Der Oberarmknochen

Der Oberarmknochen (Humerus) ist der zweitlängste Knochen des Körpers (nach dem Oberschenkelknochen) und ist ein typischer Röhrenknochen. Der obere Teil des Oberarmknochens wird als Kopf bezeichnet und der lange Mittelteil als Schaft. Frakturen des Schaftes des Oberarmknochens sind relativ häufig und werden in drei Arten eingeteilt: querverlaufend, schräg oder spiralförmig.

Schädigungsmechanismen

Eine Fraktur des Oberarms wird meist durch ein direktes Trauma des Arms oder der Schulter oder eine längsverlaufende Belastung durch den Ellenbogen, zum Beispiel einen Sturz bei ausgestrecktem Arm, verursacht. Der Betroffene bemerkt die Fraktur durch das Auftreten von Schwellungen, Schmerzen und von Schwierigkeiten, den Arm zu bewegen.

Manchmal kommt es zu schweren Schädigungen von Blutgefäßen und Nerven, die in den Arm führen. Symptome davon können sein, dass der Unterarm blass und kalt wird und Sie das Gefühl in den Fingern verlieren. Sie sollten bei diesen Beschwerden umgehend einen Arzt aufsuchen.

Diagnose

Zur Diagnosestellung ist eine Röntgenuntersuchung von Oberarm und Ellenbogen erforderlich. Die Röntgenaufnahmen zeigen, ob eine Knochenfraktur vorliegt und wo sie sich in diesem Fall befindet. In seltenen Fällen, wenn die Diagnose nicht eindeutig durch die Röntgenuntersuchung gestellt werden kann, wird zusätzlich eine Computertomografie (CT) durchgeführt.

Therapie

Die überwiegende Mehrzahl der Oberarmschaftfrakturen kann mit einer sogenannten Orthese behandelt werden. Dies ist eine Stützschiene, die dafür sorgt, dass sich der Knochen in einer ruhigen Lage befindet, um gut wieder zusammenwachsen zu können.

In der Regel müssen Sie nach ungefähr zwei und sechs Wochen zur ärztlichen Kontrolle kommen, damit man sehen kann, ob die Fraktur gut heilt. In diesem Zeitraum sollten Sie es vermeiden, den Arm zu großen Belastungen auszusetzen. Es ist jedoch wichtig, dass Sie fleißig die Handgelenke und Finger bewegen, damit sich das Handgelenk und die Finger nicht versteifen und die Muskeln nicht geschwächt werden.

In seltenen Fällen kann es erforderlich sein, diese Frakturen zu operieren, um zu verhindern, dass es später zu Beschwerden kommt. Bei der Operation werden die zwei abgebrochenen Knochenstücke zusammengeschraubt.

Prognose

Die Prognose ist in der Regel gut. Die überwiegende Mehrzahl der Frakturen wächst wieder richtig zusammen, und auch bei leichten Verschiebungen der Frakturenden wird meist wieder eine gute Funktion erreicht. Regelmäßige Physiotherapie kann in einigen Fällen zur Wiederherstellung der Funktion eine wichtige Rolle spielen.

Wenn beim Eintreten der Fraktur Nerven oder Blutgefäße geschädigt wurden, können Sie Beschwerden in Form von leichter Muskelschwäche und herabgesetzter Sensibilität in Unterarm, Hand und Fingern bekommen. Meist bessern sich solche Beschwerden in den ersten Jahren nach der Verletzung allmählich wieder.

Weitere Informationen

Illustrationen

Humerus, häufigste Bruchstellen
Humerus, häufigste Bruchstellen

  

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Humerusschaftfraktur. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Lawless M. Midshaft humerus fractures. Medscape, last updated Oct 15, 2014. emedicine.medscape.com
  2. Mahabier KC, Vogels LM, Punt BJ, Roukema GR, Patka P, Van Lieshout EM. Humeral shaft fractures: Retrospective results of non-operative and operative treatment of 186 patients. Injury 2013; 44(4):427-30. PubMed