Zehenfraktur

Im Allgemeinen ist bei einer Zehenfraktur keine aktive Behandlung notwendig, aber wenn Knochen aus der Position geraten sind, müssen sie gerichtet werden.

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Fuß

Der Fuß besteht aus insgesamt 26 Knochen. Im Hinterfuß befinden sich das Fersenbein (Calcaneus) und das Sprungbein (Talus). Im Mittelfuß befinden sich das Kahnbein (Os naviculare), das Würfelbein (Os cuboideum) sowie drei keilförmige Knochen, die sogenannten Keilbeine (Ossa cuneiformia). Der Vorderfuß besteht aus fünf Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia) und 14 Zehenknochen (Ossa digiti pedis). Röhrenknochen wie die Mittelfußknochen und die Zehenknochen haben ein inneres (proximales) und ein äußeres (distales) Ende. Der mittlere Teil ist schmal und lang (der Schaft), die äußeren Bereiche verdickt. Das proximale Ende wird als Basis bezeichnet, das distale Ende als Caput (Kopf).

Etwa 10 % aller Frakturen treten in den Füßen auf.

Diagnose

Frakturen des Fußes verursachen Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Funktion. Bei der Untersuchung werden Schwellungen, Hautblutungen und möglicherweise Fehlstellungen oder offene Wunden festgestellt. Der Arzt kann zudem Berührungsempfindlichkeit, eventuell Instabilität und ein knisterndes Geräusch feststellen, das zwischen den Bruchenden entsteht. Der Bewegungsradius und die Gelenkfunktion werden untersucht. Es ist wichtig, dass der Arzt auch die Durchblutung und die Nervenfunktionen im Fuß überprüft.

Eine Röntgenuntersuchung bestätigt die Diagnose. Frakturen der Mittelfußknochen und Zehenknochen können bei Kindern aufgrund der vielen Wachstumszonen nur schwer zu erkennen sein In solchen Fällen ist es deshalb notwendig, die Röntgenbilder mit denen des anderen Fuß zu vergleichen. Andere bildgebende Verfahren können manchmal erforderlich sein, so z.B. eine Isotopenuntersuchung, CT, MRT, oder Ultraschall.

Behandlung

Die Behandlung zielt darauf ab, eine gute Heilung zu gewährleisten und die normale Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen. Erste-Hilfe-Maßnahmen können das Ausmaß der Schädigung reduzieren: Kühlung, Immobilisation, Hochlagern des Fußes und schmerzstillende Medikamente.

Im Allgemeinen ist bei einer Zehenfraktur keine aktive Behandlung oder Immobilisation notwendig, aber wenn Knochen aus der Position geraten sind, müssen sie gerichtet werden. Danach kann es erforderlich sein, die verletzte Zehe drei Wochen lang, in manchen Fällen auch etwas länger, mit einem Verband an der benachbarten Zehe zu fixieren (legen Sie hierzu Gaze oder vergleichbares Verbandsmaterial zwischen die beiden Zehen). Schuhe mit steifen Sohlen sind oft hilfreich, um die Schmerzen zu lindern. Auch wenn es drei bis acht Wochen dauert, bis der Bruch ausgeheilt ist, verschwinden die Schmerzen in der Regel bereits deutlich früher. Es ist keine Routinekontrolle erforderlich.

Andere Frakturen im Fuß

Prognose

Das Kompartmentsyndrom (Muskelkompressionssyndrom) als Folge einer starken Schwellung des Fußes ist die schwerste akute Komplikation bei Frakturen des Fußes. Es ist in der Regel mit Frakturen der Mittelfußknochen infolge von Quetschverletzungen verbunden, die zu einer starken Schwellung (Frühphase) und Schädigungen an Blutgefäßen und Nerven (im späteren Verlauf) führen.

Später auftretende Komplikationen sind Verschleißerscheinungen, ausbleibende Heilung (Pseudoarthrose), Instabilität des Fußes und/oder Schwierigkeiten beim Gehen.

Bei richtiger Behandlung und zufriedenstellenden Behandlungsergebnissen in der Akutphase ist die Prognose gut.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Röntgenbild eines gesunden Fußes
Röntgenbild eines gesunden Fußes

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Metatarsalfraktur. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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