Zehenfraktur

Im Allgemeinen ist bei einer Zehenfraktur keine aktive Behandlung notwendig, aber wenn Knochen aus der Position geraten sind, müssen sie gerichtet werden.

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Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Allgemeines

Etwa 10 % aller Frakturen betreffen die Zehen. Ein Bruch der Großzehe ist am häufigsten und schwerwiegender als bei anderen Zehen, da sie biomechanisch am wichtigsten für die Balance und das Tragen des Gewichtes ist.

Frakturen der Zehen passieren häufig durch Stoß- oder Quetschverletzungen. Diese Verletzungen können sich auch auf benachbarte Knochen, Bänder, Sehnen und das Weichteilgewebe auswirken. Stressfrakturen treten vor allem bei Sportlern auf und zeichnen sich durch einen oft schleichenden Beginn aus. An den Sehnenansätzen kann eine abrupte Zugkraft der Sehnen zu einer Dislokation kleiner Knochenfragmente führen.

Diagnose

Frakturen des Fußes verursachen Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Funktion. Bei der Untersuchung werden Schwellungen, Hautblutungen und möglicherweise Fehlstellungen oder offene Wunden festgestellt. Oft kann zudem Berührungsempfindlichkeit, eventuell Instabilität und ein knisterndes Geräusch auftreten, das zwischen den Bruchenden entsteht. Der Bewegungsradius und die Gelenkfunktion werden untersucht. Es ist wichtig, dass auch die Durchblutung und die Nervenfunktionen im Fuß überprüft werden.

Eine Röntgenuntersuchung bestätigt die Diagnose und gibt Aufschluss über die Art der Verletzung. Eine Röntgenkontrolle nach der Heilung ist im Normalfall nicht erforderlich.

Behandlung

Die Behandlung zielt darauf ab, eine gute Heilung zu gewährleisten und die normale Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen. Erste-Hilfe-Maßnahmen können das Ausmaß der Schädigung reduzieren:

  • Kühlung
  • Immobilisation
  • Hochlagern des Fußes und
  • schmerzstillende Medikamente.

Im Allgemeinen genügt bei einer Zehenfraktur eine konservative Behandlung. Nur wenn Knochen aus der Position geraten sind, müssen sie operativ gerichtet werden. Die verletzte Zehe kann 3–6 Wochen lang mit einem Verband an der benachbarten Zehe fixiert werden (legen Sie hierzu Gaze oder vergleichbares Verbandsmaterial zwischen die beiden Zehen). Schuhe mit steifen Sohlen sind oft hilfreich, um die Schmerzen zu lindern.

Prognose

Mögliche Komplikationen sind Verschleißerscheinungen, ausbleibende Heilung (Pseudarthrose), Instabilität des Fußes und/oder Schwierigkeiten beim Gehen. Die Prognose ist aber sowohl bei konservativer Therapie als auch operativ zu behandelnden Frakturen gut.

Weitere Informationen

Autoren

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftjournalist, Wien

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Zehenfraktur. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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