Knorpelschaden im Sprunggelenk

Bei wiederholten Knöchelverletzungen steigt das Risiko für Schäden des Knorpels im Sprunggelenk.

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Ein solcher kann anhaltende Schmerzen und Beschwerden im Sprunggelenk verursachen, was eine Operation erfordern kann.

Was ist ein Knorpelschaden im Sprunggelenk?

Das Sprunggelenk besteht aus drei Knochen: den beiden Knochen des Unterschenkels – Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) – sowie dem Sprungbein (Talus) des Fußes. Die Gelenkflächen zwischen den drei Knochen sind mit Knorpel überzogen. Beim Umknicken mit dem Knöchelgelenk können Schäden an Knorpel und Knochen auftreten. Dies gilt besonders für das Sprungbein (Talus), doch auch das Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) sind betroffen. Da Knorpelgewebe sich kaum selbst regenerieren, also kaum neuen Knorpel bilden kann, können nach Verletzungen anhaltende Beschwerden auftreten.

Die Erkrankung kommt am häufigsten bei Menschen vor, die mit dem Sprunggelenk schon häufig umgeknickt sind. Allerdings kann der Schaden auch nach nur einem Ereignis auftreten. Anhaltende Schmerzen, v.a. bei starker Beugung oder Steckung des Fußes, sind die Folge. Bei einigen wird das Sprunggelenk steifer, bei manchen besteht eine Gelenksperre. Letzteres wird durch ein losgelöstes Knochenteil verursacht, das sich im Gelenk verklemmen kann (siehe auch Osteochondrosis dissecans) und das Gelenk bei bestimmten Bewegungen blockiert. Dies ist jedoch eine seltene Erkrankung.

Diagnose

Solange nur Schmerzen vorliegen, ist die Diagnose nicht immer leicht zu stellen. Lässt sich das Gelenk jedoch kaum noch bewegen bzw. liegt eine Gelenksperre vor, erhärtet sich der Verdacht. Die Diagnose wird durch bildgebende Untersuchungen bestätigt, entweder durch MR oder CT. In der Regel führt der Orthopäde eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) durch, um sowohl die Diagnose zu stellen als auch zugleich die Verletzung zu behandeln.

Therapie

Wenn lediglich eine Verletzung des Knorpels ohne die Loslösung von Knochenteilen vorliegt, besteht die Therapie aus Ruhigstellung im Knöchelgips oder in einer Orthese für eine Dauer von 6–8 Wochen. Wenn Absprengungen von Knochenteilen vorliegen, muss operiert werden. Hierbei entfernt der Chirurg das Knochenfragment oder er fixiert es wieder an seinen Platz. Normalerweise geschieht das mittels einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung). Nach dem Eingriff muss der Knöchel mit einem Gips oder einer Orthese ruhiggestellt werden.

Nach der Gipsbehandlung kann die Belastung auf den Knöchel schrittweise erhöht werden. Bei Sportlern ist es wichtig, dass man einem Trainingsprogramm folgt, das die Belastung im Lauf der Zeit steigert.

Prognose

Bei jüngeren Patienten und kleineren Verletzungen ist die Prognose am besten. Aber auch bei schwereren Verletzungen können 70–90 % der normalen Funktion des Sprunggelenks wiedererlangt werden. Die Langzeitprognose nach einer Operation ist wegen der Gefahr einer sekundären Arthrose, d.h. degenerativer Veränderungen, unterschiedlich gut.

Weiterführende Informationen

Illustrationen

Fussknochen, lateral
Fussknochen, lateral
Fussknochen von hinten
Fussknochen von hinten

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Ankel, bruskskader. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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