Ein leichteres Leben mit rheumatoider Arthritis

In Deutschland schätzt man die Zahl der Patienten mit rheumatoider Arthritis auf rund 800.000, wobei Frauen rund dreimal so häufig betroffen sind wie Männer. Die Erkrankung ist schmerzhaft und beeinträchtigt die Betroffenen im Alltag oft stark. Es gibt jedoch Maßnahmen, um die Gelenke zu schützen, die Schmerzen zu lindern und die Mobilität zu verbessern.

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Ratschläge für den Alltag von Patienten mit rheumatoider Arthritis

Es wird Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) zuallererst geraten, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören. Eine Überlastung der Gelenke mit RA kann zu Schmerzen, Schwellungen und weiteren Schäden an den Gelenken führen. Ergo- und Physiotherapeuten können den Betroffenen zeigen, wie sie alltägliche Aufgaben leichter erledigen können, wie Energie gespart werden kann oder wie die Gelenke geschützt werden können.

Die jeweiligen Therapiemaßnahmen der rheumatoiden Arthritis müssen zusätzlich durchgeführt werden. Hier sollen nur einigen praktische Ratschläge für den Alltag angeführt werden.

Rheumatoide Arthirits kann mit einigen Komplikationen wie z. B. einer sekundären Osteoporose, Nervenschäden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen.
Es ist wichtig regelmäßige Kontrollen durch die Ärzte wahrzunehmen und selbst achtsam zu sein, ob neue Beschwerden auftreten. Gegebenenfalls sind weitere spezielle Maßnahmen zur Behandlung und Erleichterung des Alltags notwendig.

Entlastung der betroffenen Gelenke und Vereinfachung des täglichen Lebens

  • Es ist wichtig, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis in Bewegung bleiben. Bei sitzenden Tätigkeiten sollten die Patienten jeweils nach 15 Minuten vom Stuhl aufstehen und Dehnungsübungen machen.
  • Bewegungen oder Stellungen, die zu vermehrter Belastung der Gelenke führen, sollen vermieden werden. Es wird dazu geraten insbesondere geschwollene und entzündete Gelenke zu entlasten, z. B. durch Veränderungen belastender Arbeitstechniken und Gewohnheiten. Dies kann Änderungen der Hebetechnik, der Schreibposition und viele weitere entlastende Techniken umfassen, welche mit Ergo- und Physiotherapeuten besprochen und eingeübt werden können.
  • Die stärksten Muskeln und Gelenke sollten am meisten verwendet werden. Um Finger und Handgelenke zu schützen, kann man z. B. schwere Türen mit der Schulter oder dem seitlichen Arm öffnen. Um Hüft- oder Kniebeschwerden beim Treppensteigen zu vermeiden, sollte man beim Hochsteigen das stärkere Bein zuerst aufsetzen, und beim Abwärtssteigen das schwächere.
  • Alltägliche Aufgaben sollten vereinfacht werden, um für unnötige Aktivitäten nicht zu viel Zeit und Mühe aufzuwenden. Dazu kann z. B. zählen, dass man Kleidung kauft, die nicht gebügelt werden muss. Oft verwendete Gegenstände sollten so platziert werden, dass sie einfach erreichbar sind.
  • Es sollten Hilfsmittel eingesetzt werden, mit denen die Gelenke entlastet werden, sodass unnötige Beugungen oder Streckungen vermieden werden und die vorhandene Energie stattdessen bei der Arbeit eingesetzt werden kann. Eine Greifzange kann beispielsweise hilfreich sein, wenn sich etwas außerhalb der eigenen Reichweite befindet. Durch einen Schuhlöffel mit einem langen Griff muss man sich beim Anziehen der Schuhe nicht bücken. Es kann erleichternd sein, Schuhe zu verwenden, in die man einfach hineinschlüpfen oder die man mit Klettverschluss öffnen/verschließen kann sowie Kleidung mit Reiß- oder Klettverschlüssen anstelle von Knöpfen zu tragen. Auch entsprechend angepasste Küchenausstattung ist hilfreich.
  • Indem das jeweilige Zuhause an die individuellen Bedürfnisse angepasst wird, kann der Alltag stark vereinfacht werden. Ein Duschstuhl kann z. B. vorteilhaft sein, wie auch Griffe in der Dusche oder Badewanne und eine Antirutschbadematte. Auch Stützbandagen und Gelenkstützen können helfen.
  • Nicht zuletzt sollte man um Hilfe bitten, wenn es erforderlich ist. Für das Selbstvertrauen ist es wichtig soweit wie möglich selbständig zu sein, dennoch ist es genauso wichtig zu sehen, wenn damit Schmerzen und Belastungen verbunden sind, die die Krankheit verschlechtern und dann keine Skrupel zu haben Hilfe zu erfragen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Rheumatoide Arthritis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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