Intelligenzminderung

Zusammenfassung

  • Definition:Geistige Behinderung/Intelligenzminderung wird als ein Zustand definiert, bei dem die Intelligenz in ihrer Entwicklung stehengebliebenen ist oder sich nur unvollständig entwickelt hat, und zwar in einem solchen Grad, dass eine Behandlung, eine persönliche Assistenz oder Trainingsmaßnahmen erforderlich werden. Prädisponierend sind eine angeborene Hirnschädigung, frühzeitige, schwere Erkrankungen sowie genetische Faktoren.
  • Häufigkeit:Die Gesamtprävalenz liegt in Deutschland bei ca. 1 %.
  • Symptome:Typische Anzeichen sind ein geringes Interesse für die Umgebung und die Feststellung, dass das Kind die Stufen der normalen kindlichen Entwicklung nicht oder nur verzögert erreicht; außerdem das Vorliegen prädisponierender Erkrankungen.
  • Befunde:Die klinische Untersuchung bleibt u. U. ohne besonderen Befund – abgesehen von einer oftmals anzutreffenden eingeschränkten Kontaktfähigkeit und motorischen Schwierigkeiten.
  • Diagnostik:Ausschlaggebend für die Diagnose sind Intelligenztests und Funktionsanalysen.
  • Therapie:Eine Kausaltherapie ist in den seltensten Fällen möglich. Entscheidende Bedeutung kommen einer möglichst frühen Förderung und individuell angepasstem Förderunterricht zu.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Intelligenzminderung, geistige Behinderung und mentale Retardierung werden synonym gebraucht.
  • Geistige Behinderung/Intelligenzminderung wird als ein Zustand definiert, bei dem die Intelligenz in ihrer Entwicklung stehen gebliebenen ist oder sich nur unvollständig entwickelt hat, und zwar in einem solchen Grad, dass eine Behandlung, eine persönliche Assistenz oder Trainingsmaßnahmen erforderlich werden.
  • WHO-Definition 2000
    • Intelligenzminderung wird definiert als „eine sich in der Entwicklung manifestierende, stehen gebliebene oder unvollständige Entwicklung
      der geistigen Fähigkeiten, mit besonderer Beeinträchtigung von Fertigkeiten, die zum Intelligenzniveau beitragen, wie z. B. Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten.“1
  • DSM-V 2013
    • Intellectual Disability (Intellectual Developmental Disorder) ersetzt den Begriff „Mental Retardation" aus dem DSM-IV. Die Diagnose umfasst Beeinträchtigungen allgemeiner psychischer Fähigkeiten, die wiederum das adaptive Funktionsniveau in 3 Bereichen behindern:
      1. konzeptionell: Sprache, Lesen, Schreiben, Mathematik, Urteilen, Denken, Wissen und Gedächtnis
      2. sozial: Empathie, soziales Urteilsvermögen, interpersonelle Kommunikationsfähigkeiten, Fähigkeiten zur Beziehungsaufnahme und Beziehungserhalten
      3. praktisch: Selbstmanagement, Hygiene, berufliche Verantwortlichkeit, Umgehen mit Geld, Freizeitverhalten, Schulbesuch und andere Arbeitsaufgaben.1
  • Fehlklassifikationen
    • Über- und Unterdiagnostizierungen sind häufig.
    • Eine korrekte Diagnosestellung ist im Falle geistiger Behinderung von entscheidender sozialer, persönlicher, rechtlicher, ökonomischer und pädagogischer Bedeutung.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle