Redeflussstörung: Stottern und Poltern

Zusammenfassung

  • Definition:Ungewollt mangelnde Flüssigkeit im verbalen Ausdruck sowie gestörter Sprechrhythmus. Es gibt immer mehr Belege dafür, dass eine der Ursachen eine entsprechende genetische Disposition ist, während Umweltfaktoren Einfluss auf die Schwere der Störung haben.
  • Häufigkeit:Etwa 1,4 % aller Kinder unter 10 Jahren ist betroffen.
  • Symptome:Stottern ist durch Unterbrechungen des Redeflusses gekennzeichnet, die häufiger sind als beim typischen Kleinkindstottern. Das Stottern kann von sekundären typischen Verhaltensweisen begleitet sein.
  • Befunde:Bei der klinischen Untersuchung ergeben sich keine auffälligen Befunde, zu beachten sind, ob Zeichen einer neurologischen Erkrankung vorliegen.
  • Diagnose:Bei einer logopädischen Untersuchung können formelle Tests durchgeführt werden, um den Schweregrad festzustellen.
  • Behandlung:Die Qualität bei der Dokumentation von Behandlungseffekten ist stark variierend. Es kommt sehr häufig zu einer Spontanheilung. 

Allgemeine Informationen

Definition

  • Die Bezeichnung Redeflussstörung wird als Überbegriff für Stottern und Poltern verwendet. Schwierigkeiten in diesem Bereich setzen sich häufig komplex zusammen. In diesem Dokument geht es vor allem um das Stottern.
  • Stottern:
    • Definiert als unwillentlich mangelnder Fluss des verbalen Ausdrucks mit Störungen des Sprechrhythmus.1
    • Laut WHO ist Stottern eine Störung des Sprechrhythmus, bei der die Betroffenen genau wissen, was sie sagen wollen, dies aufgrund einer unwillentlichen, wiederholten Verlängerung oder Unterbrechung des Lauts in eben diesem Moment aber nicht können.
    • Normalerweise zeigt sich Stottern in einer Wiederholung von Lauten, Silben oder Wörtern oder wie eine Sprechblockade bzw. verlängerte Pausen zwischen den Lauten und Worten.
    • Kinder mit Sprechstörungen wie Stottern haben ein erhöhtes Risiko, Lese- und Schreibprobleme zu entwickeln, wenn sie mit der Schule beginnen.2
    • Frühzeitige Maßnahmen können verhindern, dass es zu schwerwiegenden Folgen wie z. B. Lernschwierigkeiten, psychischen und sozialen Problemen kommt.3-4 Eine frühe Intervention reduziert auch die Wahrscheinlichkeit, dass das Stottern dauerhaft bleibt.
  • Sekundärphänomene beim Stottern:
    • Stottern wird oft von Augenzwinkern und Augenkneifen, Tics der Kiefer und unwillkürlichen Bewegungen des Kopfes oder anderer Körperteile begleitet. Mit diesen Verhaltensweisen versuchen Betroffene häufig, das Stottern zu reduzieren. Sie können allerdings die Verlegenheit der Betroffenen und die Angst vor dem Sprechen verschlimmern.
    • Ältere Kinder und Erwachsene entwickeln bisweilen solche ablenkenden Verhaltensweisen im Versuch, das Stottern zu verbergen. Dazu gehören auch der Austausch von Wörtern, die Verwendung von Interjektionen und das Abändern von Sätzen. Dies kann dazu führen, dass Betroffene etwas anderes sagen als das, was sie beabsichtigt hatten.
  • Poltern:
    • Kann unabhängig oder in Verbindung mit Stottern auftreten.
    • Beim Poltern handelt es sich in erster Linie um eine Störung des Redeflusses und des Sprechtempos, die Störung kann aber auch beim Lautsystem, im Satzbau und in der Sprachverwendung zum Ausdruck kommen. Poltern ist häufig durch unregelmäßiges, temporeiches Sprechen mit ungenügender artikulatorischer Präzision gekennzeichnet. Personen, die poltern, sind sich häufig dieses Problems gar nicht bewusst.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

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