Adenovirus-Infektion

In der Regel erkranken Kinder unter 7 Jahre am Adenovirus, Erwachsene leiden an einer milden Form. Fast alle Arten der Adenoviren führen zu Fieber.

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Was ist eine Adenovirusinfektion?

Adenoviren verursachen sehr häufig Infektionen bei Kleinkindern. In einigen Fällen führt eine Untergruppe des Virus (es gibt ca. 50 sogenannte Serotypen) auch zu Halsschmerzen und Bindehautentzündung bei älteren Kindern.

Wie verläuft eine Infektion mit dem Adenovirus?

Die Krankheit verläuft je nach Untergruppe des Virus unterschiedlich. In der Regel erkranken Kinder unter 7 Jahren am Adenovirus, Erwachsene leiden an einer milderen Form. Fast alle Arten der Adenoviren führen zu Fieber. Zusätzlich können Atembeschwerden auftreten.

Die Symptome können von Fieber und Halsschmerzen über Husten bis hin zu einer Lungenentzündung reichen. Bei Halsschmerzen wird häufig fälschlicherweise eine bakterielle Infektion vermutet. Bei einigen Untergruppen kommt es zu Fieber, geschwollenen Lymphknoten und schweren Bindehaut-und Hornhautentzündungen, die hoch ansteckend sind.1

Adenoviren sind die zweithäufigstem Verursacher von Durchfallerkrankungen mit Fieber bei Kindern nach den Rotaviren.

Ursache

Die Übertragung der Adenoviren erfolgt über Tröpfcheninfektion (z. B. Husten) sowie fäkal-oral bei Kindern mit Durchfall. Das Virus kann lange außerhalb des Körpers überleben, und bei einer schlechten Handhygiene kann das Virus leicht übertragen werden.

Diagnostik

Der Arzt stellt anhand der Beschwerden eine Verdachtsdiagnose, sodass ein direkter Nachweis des Adenovirus in den meisten Fällen nicht nötig ist. Es kann ein Entzündungswert gemessen werden, wozu eine Blutentnahme nötig ist. Dieser sogennante CRP-Wert kann bei einer Infektion mit dem Adenovirus erhöht sein. Er ist aber auch bei bakteriellen Infektionen erhöht, sodass häufig eine Fehldiagnose gestellt wird und der Patient Antibiotika verschrieben bekommt, die bei Virusinfektionen wirkungslos sind und zu keiner Besserung führen.

Therapie

Es erfolgt eine unterstützende Therapie. Das Virus selbst kann nicht behandelt werden. Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden zu lindern. Es gelten keine gesonderten Diätempfehlungen für Kinder. Darüber hinaus können Paracetamol oder Ibuprofen zur Schmerzlinderung und Fiebersenkung verabreicht werden, was sich positiv auf den Appetit des Kindes auswirken kann. Es handelt sich in aller Regel um eine harmlose Erkrankung, die von selbst ausheilt. Es ist möglich, dass das Kind zusätzlich zu der Adenovirusinfektion auch an einer bakteriellen Infektion erkrankt. In diesem Fall sollten Antibiotika verabreicht werden. Wichtig ist, auf eine gute Händehygiene zu achten. Bei einer Beteiligung der Augen sollte wegen der hohen Ansteckungsgefahr auf gemeinschaftlich genutzte Handtücher u. Ä. dringend verzichtet werden.

Kann das Kind in den Kindergarten gehen?

Kinder mit Fieber und schlechtem Allgemeinzustand sollten zu Hause bleiben und erst wieder in den Kindergarten gehen, wenn das Fieber ganz abgeklungen ist und der Allgemeinzustand sich deutlich verbessert hat.

Kinder mit akuten Durchfallerkrankungen dürfen nach 48 Stunden Symptomfreiheit wieder Kita- und Vorschuleinrichtungen besuchen. Dies gilt auch für Kleinkinder im Windelalter.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Impfstoffe gegen das Virus stehen in Deutschland nicht zur Verfügung.
  • Wichtig sind Hygienemaßnahmen: HÄNDE WASCHEN.1

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

  • Säuglinge mit schwerem Durchfall oder Erbrechen sollten immer von einem Arzt untersucht werden.
  • Kleinkinder, die mitgenommen und schlapp wirken, nicht mehr spielen wollen etc. sollten von einem Arzt untersucht werden.
  • Konsultieren Sie einen Arzt, wenn Sie Anzeichen von Austrocknung feststellen (kleine Urinmengen, dunkler Urin, trockener Mund und ausgeprägter Durst).
  • Bei schweren Bauchschmerzen, hohem Fieber, blutigem Auswurf oder Blut im Stuhl sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

Bei Anzeichen eines ernsten Flüssigkeitsmangels, Blut im Stuhl oder starken Bauchschmerzen kann eine Überweisung in ein Krankenhaus notwendig sein. Im Krankenhaus kann der Flüssigkeitsverlust durch eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr (Kochsalzlösung direkt in den Blutkreislauf) ausgeglichen werden. Ein Krankenhausaufenthalt ist jedoch nur selten erforderlich.

Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.

Literatur

  1. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Adenoviren. Informationen, Hygienemaßnahmen. Köln, 2014. www.infektionsschutz.de

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Adenovirus-Infektion. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Flomenberg P. Epidemiology and clinical manifestations of adenovirus infection. UpToDate 19.2 2011; oppslag oktober 2011. UpToDate
  2. Robert-Koch-Institut. Adenovirus-Konjunktivitis. RKI-Ratgeber für Ärzte. Stand März 2010. www.rki.de
  3. DEGAM. Halsschmerzen.Leitlinie Nr. 14. AWMF-Register 053 - 010. 2009. www.awmf.org
  4. Appenzeller C, Ammann RA, Duppenthaler A. Serum C-reactive protein in children with adenovirus infection. Swiss Med Wkly 2002; 29: 345-50. PubMed
  5. Cheng CC, Huang LM, Kao CL, et al. Molecular and clinical characteristics of adenoviral infections in Taiwanese children in 2004-2005. Eur J Pediatr 2008; 167: 633-40. PubMed
  6. Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM). Mikrobiologische Diagnostik bei Infektionendes Auges. AWMF-Leitlinie Nr.067/008. 2011. www.awmf.org
  7. Robert-Koch-Institut. Adenovirus-Pneumonien. März 2014. www.rki.de
  8. Häusler M. Nicht-eitrige ZNS Infektionen von Gehirn und Rückenmark im Kindes- und Jugendalter. AWMF-Leitlinie Nr. 022/004. Juni 2015. www.awmf.org