Bronchiolitis, akute

Eine akute Bronchiolitis kann als Erkältung oder Angina beginnen. Das Kind ist geschwächt, hustet und atmet oft schwer mit Pfeif- oder Piepsgeräuschen. In der Regel ist das Fieber nur mäßig hoch.

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Was ist akute Bronchiolitis?

Die Atemwege
Die Atemwege

Akute Bronchiolitis ist eine Virusinfektion, die eine Entzündung der Schleimhäute auf der Innenseite der dünnsten Luftröhren bewirkt, die sich ganz außen und tief in der Lunge befinden. Dabei bilden sich kleine Schleimklumpen, die diese engen Atemwege zusetzen, wodurch sich bestimmte Teile des Lungengewebes verdichten bzw. zusammenkleben. Die dabei entstehenden Atemprobleme sind mit Asthma vergleichbar. Die Krankheit trifft vor allem Kleinkinder im Alter zwischen drei Monaten und zwei Jahren und tritt oft im Spätwinter auf. Der Zustand wird in den meisten Fällen durch das RS-Virus (respiratorisches Syncytial-Virus) oder das Metapneumo-Virus hervorgerufen.

Eine akute Bronchiolitis kann als Erkältung oder Angina beginnen. Das Kind ist geschwächt, hustet und atmet oft schwer mit Pfeif- oder Piepsgeräuschen. In der Regel ist das Fieber nur mäßig hoch.

Fast alle Kinder bekommen eine RS-Virusinfektion vor ihrem zweiten Lebensjahr, aber nur rund 10% davon erkranken dabei mit deutlichen Symptomen. Trotzdem sind RS-Virusinfektionen häufig der Grund, dass Neugeborene und Säuglinge ins Krankenhaus eingewiesen werden.

Ursache

Die Krankheit ist eine Virusinfektion; meist ist das sog. RS-Virus der Auslöser, aber es kommen auch andere Viren infrage. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen aus Nase und Rachen der damit erkrankten Personen; die Ansteckungsgefahr ist hoch. Kinder ab zwei Jahre und Erwachsene, die mit dem RS-Virus angesteckt werden, empfinden oft nur Erkältungsbeschwerden und mäßigen Husten. Sie können aber Klienkinder anstecken, die dann schwerer erkranken. In Kinderabteilungen ist die Ansteckungsgefahr ein großes Problem. Die erste Infektion mit dem RS-Virus bringt keine volle Immunität und es ist möglich, später eine erneute Infektion zu bekommen.

Bei Kindern unter 2 Jahren kann der Verlauf ernsthafter sein und einige müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Bestimmte Kinder sind anfälliger für einen ernsthaften Verlauf der Bronchiolitis. Dies betrifft vor allem Kinder, die jünger als 6 Wochen sind, Frühgeborene, Kinder mit Lungenkomplikationen während der Geburt, Kinder mit chronischen Lungen- oder Herzkrankheiten und Kinder mit Immunschwäche. Bei diesen Kindern ist man schneller geneigt, eine Krankenhausbehandlung vorzuschlagen, wenn der Verdacht auf Bronchiolitis oder eine solche Diagnose besteht.

Weitere Risikofaktoren sind Raucher im Haushalt der Kinder, mehrere größere Geschwister, Unternährung oder sehr enge Wohnverhältnisse.

Diagnostik

Die typischen Symptome mit Husten und rasselnder, schwerer Atmung bei einem Kleinkind erlauben oft, eine solche Diagnose nur durch Untersuchung des Kindes stellen. Dabei ist es wichtig, das Atemverhalten des Kindes zu prüfen. Dies lässt sich am einfachsten feststellen, wenn man den Oberkörper des Kindes freimacht. Fällt dem Kind die Atmung schwer, so kann man sehen, dass sich die Haut unter dem Kehlkopf und zwischen den Rippen beim Einatmen einzieht. Zudem atmet das Kind dann meist schneller als gewöhnlich. Kinder mit solchen Atembeschwerden sollten rasch von einem Arzt untersucht werden.

Bei der Untersuchung stellt der Arzt fest, wie ernsthaft die Atembeschwerden sind und wie der Allgemeinzustand ist. Die Lungen werden mit einem Stethoskop untersucht, was für eine Diagnose meistens ausreicht. Blutproben können infrage kommen, wenn man den Verdacht einer bakteriell verursachten Krankheit ausschließen will.

Die allermeisten Infizierten haben so geringe Beschwerden, dass sie daheim behandelt werden können. Bei ernsthaften Atemproblemen kann ein Krankenhausaufenthalt infrage kommen. Kinder mit chronischen anderern Krankheiten sollten in einer Klinik behandelt werden. Bei anderen ist manchmal auch die Erschöpfung wegen der schnellen Atmung der Grund für eine Einweisung. RS-Virusepidemien kommen oft im Winter vor; dann sind überfüllte Kinderabteilungen aufgrund von RS-Infektionen keine Seltenheit.

Behandlung

Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden des Kindes zu erleichtern und die Atemnot zu lindern. Gegen die Virusinfektion selbst gibt es keine wirksamen Medikamente. Ein Antibiotikum hilft nur im Falle von Bakterien.

Die Eltern oder Angehörigen müssen die Symptome des Kindes zu Hause überwachen. Nehmen Sie Kontakt mit einem Arzt auf, wenn sich der Allgemeinzustand verschlechtert oder wenn das Kind Essen oder Trinken verweigert. Überwachen Sie insbesondere, wie schwer die Atmung verläuft. Neugeborene, Säuglinge und Frühgeborene bekommen oft zunehmende Episoden von Atemstillstand (Apnoe), was als Warnzeichen gelten sollte: Hier ist eine Therapie in der Klinik nötig. Stellen Sie Einziehungen der Muskeln/Haut zwischen den Rippen beim Einatmen fest oder wirkt das Kind angestrengt beim Atmen und atmet auffällig schnell, suchen Sie ärztlichen Rat.

In vielen Fällen kann man den Patienten inhalieren lassen, manchmal mit Kochsalzlösung als Schleimlöser; dies kann die Atmung verbessern. Die Wirkung einer solchen Inhalation muss von Fall zu Fall ausgewertet werden. Geben Sie dem Kind Nasentropfen/Kochsalzlösung in die Nase, um die Schleimhaut dort abschwellen zu lassen und die Atmung zu erleichtern. Kleinkinder können nur kurze Zeit durch den Mund atmen, ohne davon sehr gestresst zu werden.

Wenn das Kind ins Krankenhaus eingewiesen wird, ist die wichtigste Behandlung eine Kontrolle der Sauerstoffversorgung bzw. Sauerstoffgabe, Flüssigkeitsgabe und gute Krankenpflege. Neugeborene und Säuglinge, die nicht selbst essen können, brauchen eine Sonde zur Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr. Meistens kommen Medikamente zum Einsatz, die die unteren Atemwege bestmöglich offenhalten. Auch eine Inhalationstherapie wird möglicherweise in der Klinik durchgeführt, z.B. mit Kochsalzlösung oder Adrenalin. Wenn sich (in seltenen Fällen) die Beschwerden und der Allgemeinzustand des Kindes sehr stark verschlechtern, kann auch eine künstliche Beatmung nötig werden.

Kindergarten/Tagesmutter

Wenn man ein RS-Virus oder ein anderes, Bronchiolitis verursachendes Virus feststellt, sind die anderen Kinder in der Umgebung oft bereits damit angesteckt. Die Kinder können den Kindergarten weiterhin besuchen, wenn sie kein Fieber haben und der Allgemeinzustand es zulässt. Viren, die Bronchiolitis verursachen, führen bei größeren Kindern und Erwachsenen oft nur zu einer leichten Erkältung. Diese Personen sind jedoch mindestens genauso ansteckend wie die Kleinkinder.

Prognose

Anfänglich bekommt das Kind oft Atemprobleme, die sich nach und nach verschlechtern. Dies zeigt sich oft am Abend und nachts, da sich die Atemwege ein wenig verengen, wenn das Kind liegt. Wenn es warm ist, schwellen auch Schleimhäute etwas mehr an. Vermeiden Sie daher eine zu hohe Zimmertemperatur, wenn das Kind schläft.

Bei den meisten Betroffenen tritt ohne besondere Behandlung innerhalb von drei bis fünf Tagen eine Besserung ein. Die Prognose ist in der Regel auch gut für diejenigen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Krankheit kann jedoch auch tödlich enden; allerdings gilt dies für weniger als 1% der Kinder ohne Risikofaktoren bei guter Behandlung

Allerdings sind Kinder mit schweren vorbestehenden Erkrankungen von Lunge, Herz oder Immunsystems gefährdet; hier liegt die Sterblichkeit etwas höher. Bei Kindern mit einem hohen Risiko für Bronchiolitis kann eine vorbeugende Therapie mit einem bestimmten neuen Medikament (Palivizumab) sinnvoll sein.

Eine Infektion mit RSV führt nicht zur vollen Immunität; die Krankheit kann also mehrmals auftreten. Normalerweise fällt die zweite Erkrankung leichter aus als die erste.

Gibt es Komplikationen?

In bestimmten Fällen sind folgende Komplikationen möglich:

  • Lungenentzündung.
  • Ein abgegrenzter Teil der Lunge kann zusammenfallen (Atelektase). Dies heilt in der Regel von selbst.
  • Akute Bronchiolitis im Kleinstkindalter steht in Verbindung mit einem höheren Risiko, später im Leben Asthma zu bekommen.

Wenn das Kind nach überstandener Infektion also wieder Husten und eventuell Fieber bekommt oder schwächer wird, dann ist eine erneute Untersuchung wichtig, um eventuelle Folgekrankheiten zu behandeln.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Medizinjournalistin, Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Bronchiolitis, akute. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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